Mittwoch, Oktober 5, 2022

Sonnenernte von städtischen Dächern – Photovoltaik gefragt

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Wer­ne. Mit Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen auf den Dächern städ­ti­scher Gebäu­de soll und will die Stadt Wer­ne künf­tig Son­nen­ern­te für den Eigen­ver­brauch einfahren. 

Im Aus­schuss des Kom­mu­nal­be­triebs Wer­ne (KBW) stell­te Björn Rother (Gebäu­de­ma­nage­ment) in die­ser Woche sechs öffent­li­che Gebäu­de vor, deren Dächer sich für eine Aus­rüs­tung mit Pho­to­vol­ta­ik eignen.

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Vier davon, das Anne-Frank-Gym­na­si­um, die Uhland­schu­le, die Kar­di­nal-von-Galen-Schu­le und das Ver­wal­tungs­ge­bäu­de Altes Amts­ge­richt, hat­te er in sei­ner Prä­sen­ta­ti­on auf­ge­zeigt. Dar­über hin­aus sei­en auch das Sport­zen­trum Dahl (Umklei­de von 1993) und das Sport­zen­trum Lin­dert geeig­net. Bei der Turn­hal­le, deren Flach­dach vor Jah­ren auf­ge­stän­dert wor­den sei, müs­se man zuvor noch genau­er prüfen.

Für die Bewer­tung wur­den die Dach­flä­chen nach Grö­ße, Trag­fä­hig­keit sowie einer gesi­cher­ten lang­fris­ti­gen Nut­zung beur­teilt, erläu­ter­te Rother. Die Dimen­sio­nie­rung der PV-Anla­gen für die jewei­li­gen Gebäu­de rich­te sich nach deren durch­schnitt­li­chen Strom­ver­bräu­chen in den ver­gan­ge­nen drei Jahren.

Eigen­ver­brauch und mög­li­che Leistung

Das Anne-Frank-Gym­na­si­um hat im frag­li­chen Zeit­raum im Mit­tel 215.000 Kilo­watt­stun­den Strom ver­braucht. Die geplan­te Leis­tung der PV-Anla­ge käme auf 177 Kilo­watt-Peak (kWp) (maxi­mal mög­li­che Leis­tung pro Stun­de). Uhland­schu­le: 65.000 kWh, geplan­te Leis­tung 78 kWp. Kar­di­nal-von-Galen-Schu­le: 28.000 kWh, geplan­te Leis­tung 30 kWp. Altes Amts­ge­richt 45.000 kWh, geplan­te Leis­tung 48 kWp.

Pho­to­vol­ta­ik zügig umsetzen

Mari­ta Fun­hoff (SPD) mach­te ihrem Unmut dar­über Luft, dass man sich erst jetzt in die Umset­zung von PVA auf öffent­li­chen Gebäu­de mache. „Das for­dern wir seit ein­ein­halb Jah­ren und befin­den uns noch in den Kin­der­schu­hen. Jetzt, wo der Gas­hahn abge­dreht wird“, traf sie damit den Tenor in der Run­de. „Sie haben Recht“, stimm­te Chris­ti­an Thö­ne (FDP) zu und ver­lang­te wei­te­re Infor­ma­tio­nen. „Wir brau­chen mehr Fut­ter, beton­te er. Es gehe dar­um, mög­lichst zügig an den Markt zu kom­men, da kön­ne man auch Fach­pla­ner hinzuziehen.”

CDU-Frak­ti­ons­chefin Uta Lei­sen­tritt zeig­te sich nach ein­ein­halb Jah­ren froh über den ers­ten Auf­schlag, riet aber davon ab, exter­ne Gut­ach­ter zu beauf­tra­gen: „Da kön­nen wir unse­re eige­nen Leu­te nut­zen und müs­sen nicht zig­tau­send Euro für Gut­ach­ten aus­ge­ben.” Man sol­le jetzt star­ten und die städ­ti­schen Gebäu­de nach und nach aus­rüs­ten. Gleich­zei­tig for­der­te auch sie wei­te­re Infor­ma­tio­nen etwa zu den Kos­ten, Eigen­ver­brauch und poten­zi­el­len Ein­spei­sun­gen ins Strom­netz. Das neh­men wir als Prüf­auf­trag mit, sag­te Käm­me­rer Mar­co Schulze-Beckinghausen.

Kos­ten und Wirtschaftlichkeit

Der­zeit wer­den in der Ver­wal­tung die Inves­ti­ti­ons­kos­ten der Pho­to­vol­ta­ik durch­ge­rech­net, ein­schließ­lich erfor­der­li­cher Neben­ar­bei­ten, hieß es fer­ner. Die Inves­ti­tio­nen sol­len in die Wirt­schafts­plan­be­ra­tun­gen 2023 einfließen.

Der wirt­schaft­li­che Nut­zen von PVA auf städ­ti­schen Gebäu­den lie­ge haupt­säch­lich im Eigen­ver­brauch der erzeug­ten Strom­men­ge, erläu­ter­te auf Nach­fra­ge von WERN­Eplus Tino Bier­mann vom Gebäu­de­ma­nage­ment der Ver­wal­tung. Bei­spiels­wei­se bei den Schu­len fie­len hier tags­über die meis­ten Strom­ver­bräu­che an. Das rei­che von der Schul­nut­zung ab 7 Uhr mor­gens bis zu den VHS-Kur­sen bis abends 22 Uhr. „Da ist das Zeit­fens­ter ein­fach länger.”

Am bes­ten rech­ne sich eine Ost/­West-Aus­rich­tung der Anla­gen, die anders als bei einer Süd­aus­rich­tung deut­lich mehr Son­nen­stun­den über den Tag nut­zen könn­te, hieß es wei­ter. Dies sei bei den genann­ten Gebäu­de mög­lich, das AFG habe ohne­hin eine Flach­dach und auch bei den drei übri­gen Gebäu­den sei die Ost/­West-Aus­rich­tung möglich.

Die Kos­ten sind markt­ab­hän­gig und lie­gen aktu­ell pro Kilo­watt-Peak bei 1.800 Euro, im Vor­jahr waren es 1.000 Euro.

Wie geht es weiter?

Nach wei­te­ren Detail­pla­nun­gen kön­ne man mit der Aus­schrei­bung begin­nen, eine Umset­zung sei im kom­men­den Jahr mög­lich, erläu­ter­te Tino Bier­mann. Für den Vor­lauf und die cir­ka drei- bis vier­wö­chi­ge Instal­la­ti­ons­dau­er einer Anla­ge in der benö­tig­ten Grö­ßen­ord­nung müs­se man etwa sechs Mona­te einplanen.

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