Mittwoch, Oktober 5, 2022

Kinder- und Jugendparlament: Umsetzung braucht mehr Zeit

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Wer­ne. Die Grün­dung eines Kin­der- und Jugend­par­la­ments klingt nach einem guten Plan. Doch Beden­ken aus Ver­wal­tung und Tei­len der Poli­tik zur schnel­len Umset­zung führ­ten im Jugend­hil­fe-Aus­schuss zur Ableh­nung des Antra­ges, den Bünd­nis 90/Die Grü­nen gestellt hatten.

Eine poli­ti­sche Ver­tre­tung der Kin­der und Jugend­li­chen soll es aber den­noch geben, nur nicht sofort, son­dern erst in ein paar Jah­ren. Der Vor­schlag der Ver­wal­tung, über Pro­jek­te ver­schie­de­ne Betei­li­gungs­for­men zu tes­ten und auf Grund­la­ge die­ser Erfah­run­gen zu Beginn des Jah­res 2024 neu zu ent­schei­den, erhielt eine Mehr­heit im Ausschuss.

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„Wir müs­sen eine Lob­by für Kin­der in die­ser Stadt schaf­fen, für die ein Jugend­par­la­ment auch ein Pres­ti­ge-Objekt wäre. In Waltrop, ähn­lich so groß wie Wer­ne, funk­tio­niert das schon”, begrün­de­te Dr. Eber­hard Stro­ben den Grünen-Antrag.

Jugend­hil­fe-Pla­ne­rin Anika Har­tung stell­te die For­men von Betei­li­gung vor: Die reprä­sen­ta­ti­ve Form ent­sprä­che einem Jugend­par­la­ment, erfor­de­re einen päd­ago­gi­schen Auf­wand und eine hal­be Stel­le. Pro­jekt­ori­en­tier­te For­men sei­en in Wer­ne schon gang und gäbe, als Bei­spiel nann­te Har­tung das Enga­ge­ment einer Grup­pe für den Bike-Park, die sich zusam­men geschlos­sen hät­te, um mit ihrer Idee auf die Poli­tik zuzu­ge­hen. Ein Jugend­fo­rum ent­sprä­che einer offe­nen Betei­li­gungs­form. So wie in Hamm könn­te es zwei­mal pro Jahr statt­fin­den, um Wün­sche und Zie­le der Jugend zu diskutieren.

„Wir raten dazu, ein Jugend­par­la­ment nicht in einem Hau-Ruck-Ver­fah­ren ein­zu­füh­ren”, sag­te Jugend­amts­lei­ter Maik Rol­efs. CDU-Rats­herr Rolf Weiß­ner pflich­te­te ihm bei: „Wir legen jetzt das Fun­da­ment, um in zwei Jah­ren die Erfah­run­gen in einen fer­ti­gen Beschluss zu gie­ßen. Außer­dem wis­sen wir ja gar nicht, ob die Kin­der und Jugend­li­chen über­haupt ein Par­la­ment wollen.”

So sieht es auch die Ver­wal­tung, die emp­fiehlt, den Nach­wuchs mit ein­zu­be­zie­hen, da sie Exper­ten dafür sei­en, wel­che Betei­li­gungs­form für sie und die Stadt Wer­ne die Bes­te sei. „Soll­te das gemein­sa­me Ziel die Ein­rich­tung eines Kin­der- und Jugend­par­la­ments sein, könn­te die Wahl hier­für im Rah­men der Kom­mu­nal­wahl 2025 statt­fin­den”, heißt es in der Vorlage.

„Wir wol­len Dri­ve und Druck rein­brin­gen. Was pas­siert jetzt bis 2024?”, hak­te Dr. Stro­ben nach, der Unter­stüt­zung durch die FDP-Frak­ti­on erfuhr. Dezer­nent Frank Gründ­ken sicher­te „Man-Power” durch den neu­en Jugend­pfle­ger zu, der am 1. Okto­ber 2022 sei­nen Dienst antre­ten wird. Ste­fa­nie Hei­der, sach­kun­di­ge Bür­ge­rin, schlug die Bil­dung eines inter­frak­tio­nel­len Aus­schus­ses vor, denn vie­le Fra­gen sei­en noch offen und müss­ten geklärt werden.

Die Mehr­heit der Aus­schuss-Mit­glie­der folg­te der Ver­wal­tung und erteil­te der schnel­len Ein­füh­rung eines Kin­der- und Jugend­par­la­ments eine Absage.

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