Sonntag, Februar 1, 2026

Kinder- und Jugendparlament: Umsetzung braucht mehr Zeit

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Werne. Die Gründung eines Kinder- und Jugendparlaments klingt nach einem guten Plan. Doch Bedenken aus Verwaltung und Teilen der Politik zur schnellen Umsetzung führten im Jugendhilfe-Ausschuss zur Ablehnung des Antrages, den Bündnis 90/Die Grünen gestellt hatten.

Eine politische Vertretung der Kinder und Jugendlichen soll es aber dennoch geben, nur nicht sofort, sondern erst in ein paar Jahren. Der Vorschlag der Verwaltung, über Projekte verschiedene Beteiligungsformen zu testen und auf Grundlage dieser Erfahrungen zu Beginn des Jahres 2024 neu zu entscheiden, erhielt eine Mehrheit im Ausschuss.

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„Wir müssen eine Lobby für Kinder in dieser Stadt schaffen, für die ein Jugendparlament auch ein Prestige-Objekt wäre. In Waltrop, ähnlich so groß wie Werne, funktioniert das schon“, begründete Dr. Eberhard Stroben den Grünen-Antrag.

Jugendhilfe-Planerin Anika Hartung stellte die Formen von Beteiligung vor: Die repräsentative Form entspräche einem Jugendparlament, erfordere einen pädagogischen Aufwand und eine halbe Stelle. Projektorientierte Formen seien in Werne schon gang und gäbe, als Beispiel nannte Hartung das Engagement einer Gruppe für den Bike-Park, die sich zusammen geschlossen hätte, um mit ihrer Idee auf die Politik zuzugehen. Ein Jugendforum entspräche einer offenen Beteiligungsform. So wie in Hamm könnte es zweimal pro Jahr stattfinden, um Wünsche und Ziele der Jugend zu diskutieren.

„Wir raten dazu, ein Jugendparlament nicht in einem Hau-Ruck-Verfahren einzuführen“, sagte Jugendamtsleiter Maik Rolefs. CDU-Ratsherr Rolf Weißner pflichtete ihm bei: „Wir legen jetzt das Fundament, um in zwei Jahren die Erfahrungen in einen fertigen Beschluss zu gießen. Außerdem wissen wir ja gar nicht, ob die Kinder und Jugendlichen überhaupt ein Parlament wollen.“

So sieht es auch die Verwaltung, die empfiehlt, den Nachwuchs mit einzubeziehen, da sie Experten dafür seien, welche Beteiligungsform für sie und die Stadt Werne die Beste sei. „Sollte das gemeinsame Ziel die Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlaments sein, könnte die Wahl hierfür im Rahmen der Kommunalwahl 2025 stattfinden“, heißt es in der Vorlage.

„Wir wollen Drive und Druck reinbringen. Was passiert jetzt bis 2024?“, hakte Dr. Stroben nach, der Unterstützung durch die FDP-Fraktion erfuhr. Dezernent Frank Gründken sicherte „Man-Power“ durch den neuen Jugendpfleger zu, der am 1. Oktober 2022 seinen Dienst antreten wird. Stefanie Heider, sachkundige Bürgerin, schlug die Bildung eines interfraktionellen Ausschusses vor, denn viele Fragen seien noch offen und müssten geklärt werden.

Die Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder folgte der Verwaltung und erteilte der schnellen Einführung eines Kinder- und Jugendparlaments eine Absage.

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