Samstag, Dezember 3, 2022

Bauhof Werne: „Keine Katastrophe, aber auch nicht up-to-date“

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Wer­ne. Der Bau­hof der Stadt Wer­ne soll fit für die Zukunft wer­den. Seit gerau­mer Zeit dis­ku­tie­ren Poli­tik, Ver­wal­tung und die hin­zu­ge­zo­ge­ne Kom­mu­nal­agen­tur NRW in Work­shops über geeig­ne­te Maßnahmen. 

Die ers­te Ana­ly­se gab es im Betriebs­aus­schuss für den Kom­mu­nal­be­trieb Wer­ne (KBW) am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag (2. Juni 2022). Dabei stell­te sich auch die Standortfrage.

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„Der Bau­hof ist kei­ne Kata­stro­phe, aber auch nicht up-to-date“, fass­te Domi­nik Pie­ni­ak, zustän­di­ger Mit­ar­bei­ter der bera­ten­den Kom­mu­nal­agen­tur NRW. Mit­hil­fe von Work­shops und Inter­views mit dem Bau­hof-Team kam er zur ers­ten Ana­ly­se. Schwä­chen und Stär­ken tra­ten dabei deut­lich zutage.

„Ein wich­ti­ger Punkt ist die Fest­le­gung von Qua­li­täts­stan­dards, also bei­spiels­wei­se bei der Grün­flä­chen-Pfle­ge“, sag­te Pie­ni­ak und for­der­te schnel­le­re Pro­zes­se und aus­wert­ba­re Daten. „Jeder moder­ne Betrieb ist digi­tal“, leg­te er den Fin­ger in die Wun­de. Hier müs­se das Kon­zept über­ar­bei­tet werden.

Mehr Effek­ti­vi­tät erwar­tet Domi­nik Pie­ni­ak auch nach einer Umstruk­tu­rie­rung der Füh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on. Beim Bau­hof in Wer­ne sind 40 Mit­ar­bei­ten­de einem Lei­ter unter­stellt: „Ver­gleich­ba­re Bau­hö­fe ver­fü­gen über zwei bis vier zusätz­li­che Füh­rungs­kräf­te. Das stellt die Ver­tre­tung und Ent­las­tung des Bau­hof­lei­ters sicher.“ Der Bera­ter schlug die Schaf­fung zwei­er zusätz­li­cher Meis­ter­stel­len und die Tren­nung von Berei­chen vor.

Stand­ort­fra­ge muss gelöst werden

Groß und zen­tral, gutes Umfeld, Werk­statt und Kapa­zi­tä­ten – das sind die Pro-Argu­men­te beim Bau­hof-Stand­ort. Dem­ge­gen­über ste­hen der gro­ße Sanie­rungs­be­darf, beson­ders bei den Umklei­den und Sani­tär­an­la­gen sowie feh­len­de Büro­räu­me. „Das schafft kein betriebs­för­dern­des Kli­ma“, kri­ti­sier­te Pie­ni­ak, dem auch die zusätz­li­che Inte­gra­ti­on des Wert­stoff­ho­fes ein Dorn im Auge ist. „Es gibt hier eini­ges zu tun. Die Stand­ort­fra­ge soll­te sie mit hoher Prio­ri­tät beant­wor­ten“, wand­te er sich an die Ausschussmitglieder.

Der Wert­stoff­hof sei gekenn­zeich­net durch einen man­geln­den Kun­den­ser­vice und Beein­träch­ti­gung des übri­gen Bauhofbetriebs. 

Als Optio­nen kämen die umfäng­li­che Sanie­rung des Bestand­ge­bäu­des oder der Neu­bau bzw. der Bezug eines geeig­ne­ten Objekts infra­ge. Der Wert­stoff­hof kön­ne an einem ande­ren Stand­ort aus­ge­la­gert wer­den, auch die Pri­va­ti­sie­rung oder inter­kom­mu­na­le Zusam­men­ar­beit könn­ten Mög­lich­kei­ten sein.

Domi­nik Pie­ni­ak hob auch Punk­te her­vor, bei denen es ordent­lich läuft, wie zum Bei­spiel beim Tages­ge­schäft oder der Spiel­platz­kon­trol­le. „Es muss viel­mehr an den gro­ßen Rädern gedreht wer­den, also beim Auf­bau einer zeit­ge­mä­ßen Orga­ni­sa­ti­on und der Prio­ri­sie­rung von Maß­nah­men. Vie­le Din­ge müs­sen sich ver­bes­sern, um den Bau­hof fit für die Zukunft zu machen“, mahn­te der Exper­te an.

„Vie­le Punk­te der Ana­ly­se ent­spre­chen der Wahr­neh­mung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Wir packen es jetzt an und bear­bei­ten das The­ma“, sag­te Lars Hüb­chen (SPD), Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses, nach dem Vor­trag. Uta Leis­ten­tritt (CDU) beton­te, dass die geplan­te Neu­aus­rich­tung nicht als Kri­tik an den Mit­ar­bei­ten­den des Bau­hofs zu ver­ste­hen sei: „Wir haben den Fin­ger in die Wun­de gelegt und stre­ben nun eine Opti­mie­rung an, die für alle posi­tiv ist.“

Käm­me­rer Mar­co Schul­ze-Becking­hau­sen kün­dig­te bis Jah­res­en­de ein Stra­te­gie­pa­pier sowie des­sen anschlie­ßen­de Umset­zung an. Er fass­te zusam­men: „Dann beginnt erst die rich­ti­ge Arbeit.“

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