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Werne/Stockum. Der Beschluss zum Ausbau der Knüvenstraße in Stockum als kombinierte Kanal- und Straßenbaumaßnahme wurde im Bezirksausschuss am Mittwoch (1. Juni) verschoben. Anwohner, die der Sitzung beiwohnten, forderten vor der Ausschreibung weitere Antworten auf ihre Fragen, insbesondere über die tatsächliche Höhe ihres finanziellen Beitrags für die Maßnahme.

Verwaltung und Politik zeigten sich bürgernah. So unterbrach Siegfried Scholz (SPD), der Markus Rusche (CDU) als Vorsitzender vertrat, formell die Sitzung, um Fragen aus dem Zuschauerraum zu ermöglichen.

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Hintergrund: Die Stadt Werne beabsichtigt, die Knüvenstraße vom Kreisverkehr Kastanienstraße/ Heinrich-Heine-Straße bis zur Neuen Kampstraße auf einer Länge von 240 Metern erstmalig endgültig auszubauen. Auch aufgrund der Verkehrsbelastung der Anliegerstraße sei ein Ausbau im „Trennsystem“ ratsam – ein Vorhaben, das in den vergangenen Jahren immer wieder aufgeschoben wurde. Geplant sind separate Bürgersteige, eine Fahrbahn mit einer Breite von 5,50 Metern sowie einigen Baumscheiben.

Über Platzierung der Bäume, Installation zusätzlichen Leuchten, Parksituation sowie der Verkehrsberuhigung im Bereich der Kita Jona hatten Verwaltung und Anwohner während einer Info-Veranstaltung im Januar 2022 weitgehend Einigung erzielt. Die Straße befinde sich nur in einem „provisorischen“ Zustand, der endgültige Ausbau sei Normalzustand, argumentiert Adrian Kersting, Leiter der Abteilung Straßen und Verkehr.

Mit 570.000 Euro veranschlagt die Verwaltung die Maßnahme. „Wir tragen als Anwohner einen 90-prozentigen Anteil der Kosten und fordern zuvor die Beantwortung von Rechtsfragen“, spielte Sascha Casper auf die vom NRW-Landtag gekippte Beitragspflicht für den Straßenausbau an: „Da herrscht gerade eine Ungewissheit vor, verschiedene Variationen stehen im Raum. Bis zur endgültigen Klärung sollte mit der Ausschreibung gewartet werden.“

Aus dem Kreis der Politiker gab es Verständnis für die Anwohner der Knüvenstraße. Während Klaus Schlüter (Bündnis 90/Die Grünen) auch ein „Ausbremsen des Projektes“ befürchtete und Benedikt Lange (FDP) mit Blick auf die Baukosten Eile geboten sah, spürte Martin Cyperski (CDU) keinen Druck in der Entscheidungsfindung: „Wir können auch noch im Herbst beschließen.“

Bis zum Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am 14. Juni 2022 sollen Fragen der Anwohner seitens der Verwaltung geklärt werden. In diesem Fachausschuss, so versicherte Stephan Elsner aus der Kämmerei, würden auch Fragen zum Erschließungsbeitragsrecht umfassend beantwortet.

„Die Gewährung des Aufschubes war ein fairer Zug. Wenn die Gesetze tatsächlich aussagen, das alles passt, sind wir natürlich auch bereit zu zahlen. Wir sind ja froh, dass die Straße gemacht wird. Noch ist es uns allerdings zu schwammig“, so Anwohner Sascha Casper auf Nachfrage von WERNEplus.    

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