Freitag, Oktober 7, 2022

Akute Hitze und Dürre – Grüne für Entsiegelung von Flächen

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Wer­ne. Für die Ent­sie­ge­lung von städ­ti­schen wie pri­va­ten Flä­chen setzt sich die Rats­frak­ti­on von Bünd­nis ´90/ Die Grü­nen in einem Antrag an den Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung, Pla­nung und Wirt­schafts­för­de­rung (ASPW) ein. 

Im Beschluss­vor­schlag für die Sit­zung am 18. Okto­ber 2022 regt man als einen ers­ten Schritt die Kar­tie­rung von städ­ti­schen Flä­chen an, die sich zeit­nah durch was­ser­durch­läs­si­ge Ober­flä­chen erset­zen lassen.

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Auch pri­va­te Flä­chen soll­ten dem­nach nicht außen vor blei­ben und Pri­vat­ei­gen­tü­mer För­de­run­gen erhal­ten, um bestehen­den Ver­sie­ge­lun­gen ent­ge­gen­zu­tre­ten. Ob städ­tisch oder pri­vat, für bei­de Berei­che sol­le die Ver­wal­tung prü­fen, ob dafür För­der­gel­der zur Ver­fü­gung ste­hen. Maß­nah­men zur Begrü­nung und Ver­si­cke­rung müss­ten dann folgen.

„Die aku­te Hit­ze macht auch in der Stadt Wer­ne in die­sem Som­mer wie­der­holt zu schaf­fen und zeigt deut­lich, wie akut die Kli­ma­kri­se das all­täg­li­che Leben beein­flusst. Neben Hit­ze und Dür­re sieht man sich immer wie­der auch mit Stark­re­gen und der Hoch­was­ser­ge­fahr kon­fron­tiert“, begrün­det Frak­ti­ons­chef Bene­dikt Strie­pens den Vorstoß.

„Der Boden ist essen­ti­el­ler Bestand­teil kom­mu­na­len Grunds, der gera­de in der Wer­ner Innen­stadt durch Auf­schüt­tung, Ver­dich­tung, Schad­stoff­ein­trä­ge und Ent­wäs­se­rung stark nega­tiv beein­flusst wird”, erläu­tert Grü­nen-Rats­mit­glied Klaus Schlüter.

Die durch den Kli­ma­wan­del ver­ur­sach­ten Hit­ze­ta­ge und Dür­ren bewirk­ten aus Sicht der Grü­nen zudem, dass aus­ge­trock­ne­te Böden im All­ge­mei­nen nur schlecht Was­ser auf­neh­men könn­ten. Hin­zu käme, dass ver­sie­gel­te Böden das Was­ser nicht ver­si­ckern, sodass es direkt in die Kana­li­sa­ti­on lau­fen ließe.

„Eine für Flo­ra und Fau­na not­wen­di­ge Was­ser­re­ser­ve kann so nicht auf­ge­baut wer­den”, stellt Christoff­er Died­rich, neu­er Spre­cher des Orts­ver­ban­des der Grü­nen, fest. Neben der dau­er­haf­ten Beschä­di­gung der Böden füh­re der hohe Ver­sie­ge­lungs­grad vor allem im Som­mer zu einer star­ken Hit­ze­be­las­tung mit nega­ti­ven Fol­gen für die Men­schen in der Stadt. „Die Kli­ma­kri­se hat uns alle schon längst erreicht und es wird Zeit für Taten”, for­dert der Spre­cher, der auch Mit­glied im ASPW ist, geeig­ne­te Maßnahmen.

Eine die­ser Maß­nah­men sei­en Pro­gram­me zur Flä­chen­ent­sie­ge­lung. Ins­be­son­de­re in den dicht besie­del­ten Berei­chen Wer­nes mach­ten sich die nega­ti­ven Fol­gen des Grün­flä­chen­ver­lusts stark bemerk­bar. Durch die Ent­sie­ge­lung des Bodens kön­ne zumin­dest ein gewis­ser Aus­gleich für die durch Ver­bau­ung ver­lo­ren gegan­ge­nen Flä­chen geschaf­fen wer­den, ist man überzeugt.

Die Ent­sie­ge­lung als wich­ti­ge Gegen­maß­nah­me för­de­re zudem die Lebens- und Wohn­qua­li­tät. Die Stadt Wer­ne wür­de nicht nur einen natür­li­chen Schutz gegen Hit­ze in der Stadt und im Wohn­um­feld erhal­ten, son­dern auch ein auf­ge­wer­te­tes Stadt­bild. Die so gewon­ne­ne Attrak­ti­vi­tät stär­ke den sozia­len Zusam­men­halt und erhö­he die Lebens­qua­li­tät in der Stadt.

Ohne­hin for­de­re die Bür­ger­schaft zuneh­mend eine stär­ke­re Betei­li­gung an der Stadt­ent­wick­lungs­pla­nung. Dies kön­ne auch im Zuge der Ideen­fin­dung zur Flä­chen­ent­sie­ge­lung durch Infor­ma­ti­ons­aben­de, Umfra­gen oder auch durch Urban Gar­de­ning geför­dert werden.

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