Bürgermeister Lothar Christ (von links), Dr. Christian Ruhnau und Philipp Reher beantworteten Fragen zum Schnelltestzentrum Am Hagen. Foto: Gaby Brüggemann
Bürgermeister Lothar Christ (von links), Dr. Christian Ruhnau und Philipp Reher beantworteten Fragen zum Schnelltestzentrum Am Hagen. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Im Corona-Schnelltestzentrum auf dem Hagen können die Bürger voraussichtlich ab Mittwoch, 17. März, kostenlose Corona-Schnelltest machen lassen. „Im engen Schulterschluss“, so Bürgermeister Lothar Christ, haben Verwaltung, Ärzte und Apotheker sowie auf der technischen Seite Technisches Hilfswerk und die Werner Firma satis&fy Tempo gemacht und das Schnelltestzentrum organisiert. Hier können sich nun ab Mittwoch Bürger einmal pro Woche kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen.

Online anmelden, im Auto vorfahren, testen lassen und etwa 15 Minuten später die Testbescheinigung entgegennehmen sind die Stationen des Ablaufs. Negative Ergebnisse werden per online abrufbar sein. Sollte das Ergebnis positiv sein, wird der Betreffende direkt informiert und muss in einer der beteiligten Werner Arztpraxen einen PCR-Test vornehmen lassen. Die Information über die Infektion werde zudem direkt an das Gesundheitsamt übermittelt, erläuterte Ordnungsdezernent Frank Gründken.

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„Das sucht seinesgleichen. Wir bekommen viele Anrufe aus anderen Städten, die sich über den Aufbau der Einrichtung informieren wollen.“

Bürgermeister Lothar Christ

„Wir sind auf sehr, sehr guten Weg“, sagte Bürgermeister Lothar am Freitag an Ort und Stelle über die mit vereinten Werner Kräften entstandene Möglichkeit, Tests schnell und unkompliziert anzubieten. Bürgermeister und Ordnungsdezernent sehen die Stadt Werne in Sachen Schnelltestzentrum vergleichsweise weit vorne. „Das sucht seinesgleichen. Wir bekommen viele Anrufe aus anderen Städten, die sich über den Aufbau der Einrichtung informieren wollen“, hieß es.

Zuvor hatte man die Hausaufgaben für die Genehmigungen, von denen die Kostenerstattung für die Stadt Werne abhängig ist.gemacht. Die formale Grundlage hatten Lothar Christ und Grünen-Ratsherr Benedikt Striepens zuvor mit einer Dringlichkeitsentscheidung geschaffen. „Das Okay von Kreis- Gesundheitsamt, Politik, Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) liegt vor“, bestätigten beide gegenüber den Medien. „Eine wichtige Entscheidung, denn beispielsweise sind schon jetzt Dienstleistungen wie etwa im Kosmetikstudio nur mit tagesaktuellem Test möglich“. Ab 22. März gelte dies auch für die Außengastronomie, den Besuch von Kinos und für den Kontaktsport auf Außenflächen. „Es wird voraussichtlich viele Menschen geben, die sich künftig testen lassen und dafür auch eine entsprechende Testbescheinigung benötigen“, so Christ.

Wie berichtet, hatten in den zurückliegenden Tagen Stadt, Technisches Hilfswerk (THW), den Vertretern der heimischen Ärzteschaft und Apotheken sowie der Firma satis&fy intensiv an der Umsetzung des Vorhabens gearbeitet und die organisatorischen Voraussetzungen und baulichen Rahmenbedingungen geschaffen. „Für das Testzentrum planen wir zweigleisig. Zum einen werden wir Schnelltests in einer ‚Drive Through‘-Station anbieten und für alle, die nicht mit dem Pkw kommen, besteht die Möglichkeit, in einem der Zelte stationär getestet zu werden. Sowohl die Anmeldung zum Test als auch die Übermittlung der Ergebnisse erfolgt digital, so dass Wartezeiten weitestgehend vermieden werden können“, erläuterte Philipp Reher von satis&fy das Konzept.

Ärztesprecher Dr. Christian Ruhnau ergänzte: „Bis am Ende allen Bürgern ein Impfangebot gemacht werden kann, sind regelmäßige Corona-Tests ein wichtiger Baustein für mehr Normalität und sichere Kontakte.“ Er verwies auf den „Vierklang“ aus Impfen, Testen, Kontaktnachvollziehung und Öffnungen. Praxen und Apotheker hatten mit viel Aufwand schon im Vorfeld die Einrichtung des Schnelltestzentrums mit vorbereitet.

Das Schnelltestzentrum Am Hagen soll in Kürze in Betrieb genommen werden. Das erklärten die Verantwortlichen bei einem gemeinsamen Pressetermin. Foto: Gaby Brüggemann
Das Schnelltestzentrum Am Hagen soll in Kürze in Betrieb genommen werden. Das erklärten die Verantwortlichen bei einem gemeinsamen Pressetermin. Foto: Gaby Brüggemann

Die verbindliche Zusage einer personellen Beteiligung seitens der Apotheker und Ärzteschaft stelle sicher, dass ausgebildete Fachkräfte für eine medizinisch-fachliche Durchführung der Tests sorgen. Befürchtungen hinsichtlich der mangelnden Verfügbarkeit entsprechender Testkits seien völlig unbegründet, betonte Julia Matlachowsky auch mit Blick auf eine erwartete Ausweitung und Intensivierung der Tests. Die Apothekerin zeigte sich erfreut und beeindruckt über die schnelle Umsetzung. „Eine ganz tolle Sache, die Hand in Hand entstanden ist, das ist die Mühe wert“, meinte sie. „Uns eint, dass wir eine schnelle, gute und serviceorientierte Versorgung der Menschen in Werne sicherstellen wollen. Und daneben unterstützen wir alle Unternehmen und Betriebe, für die die Testung notwendige Voraussetzung oder gute Ergänzung für ihre Kunden und Mitarbeiter ist“, hob Bürgermeister Lothar Christ die grundsätzliche Bedeutung hervor.

Bevor es am Mittwoch mit dem Testbetrieb losgehen kann, müssen noch Schulungen für die Mitarbeiter in dem Testzentrum stattfinden. Am Montag werden dafür zunächst Mitarbeiter der Verwaltung instruiert. Gleichzeitig hofft Dezernent Frank Gründken auf die Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer, die dann am Dienst eine Unterweisung erhalten könnten. Interessierte, die sich an der Dokumentation, Organisation oder Testnahme beteiligen wollen, können sich bei bei der Stadtverwaltung bei Susanne Benning unter 02389/71303 oder unter der E-Mail s.benning@werne.de melden.

Update Schnelltestzentrum

Neben der Online-Anmeldung für die Schnelltests soll künftig auch eine Telefon-Hotline für jene Testwilligen eingerichtet werden, die nicht über einen Zugang zum Internet verfügen. Zu bestimmten, noch festzulegenden Zeiten, soll so auch eine telefonische Anmeldung möglich sein, erklärte Apothekerin Julia Matlachowsky gegenüber WERNEplus. Dies und die Nummer der Hotline werden mit allen anderen Informationen noch in einer gesonderten Pressemitteilung bekanntgegeben.  Wenn möglich sollten alle, die sich per Telefon anmelden möchten,  nach Möglichkeit dennoch eine E-Mail-Adresse – etwa von Familienmitgliedern – angeben, über die dann das Testergebnis übermittelt werden könne.

Die Ergebnisse der Tests werden üblicherweise  direkt in das Online- System eingegeben werden und können dort per QR-Code von der getesteten Person abgerufen werden. Ist das nicht möglich, muss das Ergebnis von Mitarbeitern im Testzentrum aus der Datenbank abgerufen werden. Das wiederum geht aus Datenschutzgründen nur mit der Unterschrift der getesteten Person, die das Ergebnis also vor Ort abwarten oder später zurückkommen muss.

Die Öffnungszeiten für Schnelltestzentrum Werne sind:

Montag bis Samstag: 8 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr. Sonntag: 9 bis 13 Uhr

Alle Informationen zum Schnelltestzentrum werden in der kommenden Woche auf der Homepage www.werne.de verlinkt.

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