Vor der Sitzung des Ausschusses zeigten Anlieger aus dem Baaken Präsenz. Foto: Gaby Brüggemann
Vor der Sitzung des Ausschusses zeigten Anlieger aus dem Baaken Präsenz. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Im Westen der Stadt wird ein rund 2,3 Hektar großes Wohngebiet zwischen den Straßen Baaken im Norden und der Bellingheide im Süden entstehen.

„Das war wegen der Nachfrage nach Wohnraum dringend geboten“, schilderte Stadtentwickler Ralf Bülte am Dienstag (7. September) im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung die Ausgangslage. Nach langer Planungsphase mit vielen Einwendungen, Kritik der Anlieger und Veränderungen hatte der Fachausschuss nun die erforderlichen Änderungen des Flächennutzungsplans (FNP) und den Beschluss für den Bebauungsplan „13 C – Wohnquartier Baaken“ auf der Tagesordnung. Abschließend entscheidet der Rat.

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Um den Zielen der Raumordnung zu genügen, musste für die Umwandlung der landwirtschaftliche Fläche zugunsten von Wohnbebauung an anderer Stelle landwirtschaftliche Fläche zurückgegeben werden. Dies wird in gleicher Größe am östliche Rand des Dornbergs realisiert. Im Ausschuss setzten sich die Befürworter des Wohnquartiers mehrheitlich durch und stimmten für die FNP-Änderungen und den Bebauungsplan.

Vor der Sitzung im Kolpingsaal hatten Anlieger aus dem Baaken zuvor mit einem Banner und Fotos von den nach dem Starkregen überfluteten Gärten in der Bellingheide noch einmal Präsenz gezeigt. „Keine 6,50 Meter hohe Mauer“, verlangten sie und forderten stattdessen einen Erdwall. Insbesondere der hohe Lärmschutz sowie die Sorge vor unzureichender Regenrückhaltung und weiteren Hochwasserereignissen treibt die Anlieger um. Kritisch sahen sie auch die wegen der Corona-Pandemie lediglich digital durchgeführte Bürgeranhörung. Dazu hätten viele ältere Anlieger keinen technischen Zugang gehabt, hieß es vor dem Kolpinghaus.

Man habe sich viel Arbeit gemacht und die Planungen noch einmal geändert. Das werde bis zur Ratssitzung vorliegen, sagte Planungsdezernent Bülte. Dr. Thomas Gremme (UWG) begrüßte die Entscheidung pro Wohnraum, sah den Lärmschutz allerdings als nicht gelungen an. „Von einer ökologischen Bauweise sei man weit entfernt.“ Die CDU trug den Mehrheitsbeschluss mit, auch wenn Ratsmitglied Markus Rusche einräumte: „Die Mauer ist nicht schön.“

Zum Thema Hydraulik und Kapazität der Kläranlage sei Auskunft nötig, rückte dann das Thema Regenrückhaltung in der Runde in den Vordergrund. Schon in einer früheren Sitzung war deshalb vereinbart worden, einen Vertreter des Lippeverbands in den Ausschuss einzuladen. Das werde in der ersten oder zweiten Sitzung 2022 soweit sein, sagte Adrian Kersting, Leiter Straßen und Verkehr, auf konkrete Nachfrage von Adelheid Hauschopp-Francke (SPD).

„Wird das Regenrückhaltebecken auch bei Starkregen ausreichend sein, ist man da auf der sicheren Seite?“, wollte zuvor Ulrich Höltmann (SPD) wissen. Die Regenrückhaltung sei 30 Jahre alt, bei diesem Gefälle reiche das nicht, schilderte Ferdinand Schulze Froning (CDU). Von dem mit Mais bestellten Feld sei das Wasser ungebremst von Nord nach Süd geflossen, das werde aber mit einem Wohngebiet anders sein. Die Bebauung mit Kanalisation und Gärten werde das Wasser abbremsen, hieß es sinngemäß. „Das ist also eine Verbesserung für die Anwohner?“, vergewisserte sich Ausschussvorsitzende Uta Leisentritt (CDU). Laut Lippeverband könnten an die Kläranlage noch fünf Prozent des Einwohnerwerts angeschlossen werden, bevor die Kapazitätsgrenze erreicht sei, ergänzte Kersting.

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