Samstag, Mai 21, 2022

„Werne neu verknüpft“ – Chance und Herausforderung

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Wer­ne. Mit dem Pro­jekt „Wer­ne neu ver­knüpft“ sol­len Hor­ne­bach und Müns­ter­stra­ße bes­ser mit der angren­zen­den west­li­chen Innen­stadt ver­bun­den werden.

Dabei spie­le die Umge­stal­tung der Müns­ter­stra­ße eine wich­ti­ge Rol­le, schil­der­te Micha­el Vie­ten von der Inge­nieur­ge­sell­schaft Stolz (IGS) in der jüngs­ten Sit­zung des Aus­schus­ses für Stadt­ent­wick­lung, Pla­nung und Wirt­schafts­för­de­rung (ASPW), als er die Mit­glie­der über den Sach­stand des weit­rei­chen­den Stadt­ent­wick­lungs­pro­jek­tes informierte. 

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Aber auch Her­aus­for­de­run­gen brin­gen die Plä­ne mit sich, wur­de in der Sit­zung deut­lich. So zum Bei­spiel der Weg­fall von zahl­rei­chen Park­plät­zen ent­lang der Müns­ter­stra­ße, die ins­be­son­de­re zu Wer­nes jähr­li­chem Groß­ereig­nis Sim-Jü ins Gewicht fal­len dürf­ten. Auch eine Opti­mie­rung des Kreis­ver­kehrs haben die Pla­ner auf dem Schirm.

Der Bau der Orts­um­ge­hung L518 habe ein deut­li­che Ent­las­tung des Stra­ßen­zu­ges und sei­ner Kreu­zun­gen gebracht, stell­te Vie­ten fest und bezif­fer­te die moto­ri­sier­te Ver­kehrs­be­las­tung mit einer mode­ra­ten Fre­quenz von 9.000 Kraft­fahr­zeu­gen inner­halb von 24 Stun­den. Das ände­re aber nichts dar­an, dass die Müns­ter­stra­ße nach wie vor eine Trenn­wir­kung entwickle.

Pla­nungs­ziel: Grü­ne Nahmobilitätsachse

Ver­kehrs­flä­chen abzwa­cken einer­seits, Raum für eine grü­ne Nah­mo­bi­li­tätsach­se schaf­fen ande­rer­seits – so lässt sich das Ziel der Pla­ner auf eine Kurz­for­mel brin­gen. Denn von dem Rück­bau der Müns­ter­stra­ße und dem Ver­zicht auf flä­chen­in­ten­si­ve Ampel­kreu­zun­gen zuguns­ten siche­rer Kreis­ver­keh­re sol­len in dem Ver­kehrs­raum künf­tig Kraft­fahr­zeu­ge, Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger ein aus­kömm­li­ches Mit­ein­an­der fin­den können.

Dabei habe man Poli­tik, Bür­ger­schaft und ande­re Akteu­re früh­zei­tig ein­ge­bun­den, ver­wies Micha­el Vie­ten im Aus­schuss auf den Pla­nungs­work­shop am 29. Juni im Kol­ping­saal mit rund 20 Teil­neh­men­den. Dar­in wur­de eine Leit­idee entwickelt.

Gra­fik: Büro IGS

Aus­gangs­la­ge: Viel Platz für Kraftfahrzeuge

Aktu­ell haben die Kraft­fahr­zeu­ge den größ­ten Anteil am Stra­ßen­quer­schnitt von 15,50 Metern. Von der Stein­tor­kreu­zung in Rich­tung Kreis­ver­kehr gese­hen gibt es rechts einen zwei Meter brei­ten, rot mar­kier­ten Rad­weg, links einen eben­so brei­ten kom­bi­nier­ten Geh- und Fuß­weg mit klei­nem Grün­strei­fen (ein Meter) und dazwi­schen 10,50 Meter für Fahr­bahn und Seitenstreifen.

Leit­idee: Schma­le­re Fahr­bahn, weni­ger Tem­po, mehr Platz für Fuß- und Radverkehr

Die Fahr­bahn­brei­te soll auf ein Mini­mum schmel­zen, Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer getrennt unter­wegs sein und die „schnel­le Rad­ach­se“ auf der west­li­chen Sei­te durch Begrü­nung (drei Meter) vom moto­ri­sier­ten Ver­kehr abge­schirmt wer­den. Ent­lang der Hor­ne ist ein Fuß­weg mit was­ser­ge­bun­de­ner Decke ange­dacht. Zusätz­lich sol­len Que­rungs­hil­fen den Stra­ßen­raum für Fuß- und Rad­ver­kehr durch­läs­si­ger machen. Dem­nach könn­te der 15,50-Meter-Querschnitt künf­tig so aus­se­hen: Fahr­bahn (6,50 Meter), Begrü­nung (3 Meter), schnel­le Rad­ach­se (4 Meter), Fuß­weg (2 Meter).

Gra­fik: Büro IGS

Her­aus­for­de­run­gen und wei­te­res Vorgehen:

Der Kreis­ver­kehr an der Münsterstraße/ Burg­stra­ße ist unter ande­rem durch das dor­ti­ge Brü­cken­bau­werk ein­ge­schränkt, so dass der Rad­ver­kehr über die Fahr­bahn geführt wird. Hier gebe es Opti­mie­rungs­be­darf, mein­te Vie­ten. Auch sei zu prü­fen, ob an der nörd­li­chen Zufahrt des Krei­sels noch eine Que­rungs­mög­lich­keit sowie ein ergän­zen­der Geh­weg an der west­li­chen Sei­te geschaf­fen wer­den sol­le. Im Bereich Nach­ti­gal­len­weg kön­ne man über eine wei­te­re Que­rung nachdenken.

Eine gan­ze Rei­he dis­kus­si­ons­wür­di­ger Anmer­kun­gen kamen aus den Frak­tio­nen. Wil­helm Jas­per­n­ei­te (CDU) sah den Weg­fall der Park­plät­ze ent­lang der Müns­ter­stra­ße kri­tisch, zumal bis­her zu Sim-Jü die Besu­cher der Kir­mes beid­sei­tig ihre Autos abstel­len konn­ten. Skep­tisch bewer­te­te auch Adel­heid Haus­schopp-Francke, sach­kun­di­ge Bür­ge­rin der SPD, den Ver­zicht auf den Park­raum in Nähe der Frei­herr-vom-Stein-Berufs­schu­le. Die Schüler/innen kom­men aus dem Kreis Unna und kön­nen die Berufs­schu­le kaum mit ande­ren Ver­kehrs­mit­teln errei­chen, gab sie sinn­ge­mäß zu beden­ken und befürch­te­te, dass der Park­such­ver­kehr dann zum Pro­blem werde. 

An den Wunsch der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr, eine gesi­cher­te Aus­fahrt von ihrem Stand­ort auf die Müns­ter­stra­ße zu bekom­men, erin­ner­te Klaus Schlü­ter (Bünd­nis 90/Die Grü­nen). In der Sache ein­te die Run­de der Bera­tungs­be­darf in alle Frak­tio­nen. Man brau­che Zeit, sich mit dem Kon­zept aus­ein­an­der­zu­set­zen, beton­te Jasperneite.

Adri­an Kers­t­ing, Abtei­lungs­lei­ter Stra­ßen und Ver­kehr sicher­te zu, für die Bera­tun­gen die Plä­ne als Grund­la­ge vor­zu­le­gen. „Das ist eine ein­ma­li­ge Chan­ce zur Ver­än­de­rung“, sag­te er mit Blick auf das mit öffent­li­chen Mit­teln geför­der­te Pro­jekt. Die Gesamt­maß­nah­me „Kom­mu­na­ler Stra­ßen­bau“ sei mit einer Quo­te von min­des­tens 70 Pro­zent för­der­fä­hig, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage.

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