Um dieses Gebiet nördlich der Nordlippestraße geht es: Hier will die Stadt Werne ein neues Gewerbegebiet entwickeln. Foto: Klaus Brüggemann
Um dieses Gebiet nördlich der Nordlippestraße geht es: Hier will die Stadt Werne ein neues Gewerbe- und Industriegebiet entwickeln. Foto: Klaus Brüggemann
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Werne. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Werne hat sich zur Entwicklung des neuen Gewerbegebiets nördlich der Nordlippestraße positioniert. Grundsätzlich befürworte man die Planung, schreibt UWW-Vorsitzender Reinhard Stalz.

Allerdings müsse die Umsetzung modernen Nachhaltigkeits- und Umweltstandards genügen. „Das neue Gewerbegebiet soll aus unserer Sicht ein Vorzeigeprojekt in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden. Hier sehen wir die regenerative Energieerzeugung (Photovoltaik, Windenergie, falls möglich auch Erdwärme), nachhaltige Bauweise, kreislauforientiertes Abfallmanagement und ressourcenschonender Umgang mit Energie, (Grund-)Wasser und Luft.“

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Weil die Anlage des Gewerbe- und Industriegebiets sicherlich auch mit Flächenverbrauch einher gehe, müsse es eine fundierte Abschätzung und Berechnung der heutigen wie zukünftigen Klima- und Umwelteinflüsse geben. Sofern es bei den Besitzern der Grundstücke überhaupt eine Bereitschaft zur Veräußerung ihrer dortigen Flächen gebe, seien auch die ökologischen Aspekte der heute hochmodernen Landwirtschaft zu berücksichtigen, betont Stalz. Der Charakter des Bereichs als Tor zum Münsterland müsse bei einer Entwicklung der Flächen bewahrt werden, nennt Stalz Gestaltungsoptionen wie Fassadenbegrünung, Bauhöhenbegrenzung oder nachhaltige Materialien.

„Mit diesem Gewerbegebiet wird der Stadt Werne durch die neu generierten Gewerbeeinnahmen die Möglichkeit gegeben, weitere nachhaltige Projekte in unserer geliebten Stadt zur Verbesserung der Klima- und Umweltsituation durchzuführen. Hier denken wir insbesondere an eine Entwicklung der gesamten Verkehrssituation im Kern der Stadt sowie auch im Umfeld“, heißt es in der UWW-Stellungnahme weiter. Denn lehne man die Entwicklung an dem Kooperationsstandort ab, werde dies in der Nachbarschaft umgesetzt werden.

Auch Kriterien wie Arbeitsplätze und Verkehrsanbindung bewertet die UWW positiv. Außerdem könne die Stadt Werne bestimmen, welche Unternehmen sich hier ansiedeln dürfen. Diese müssten zeigen, dass ihre Klimabilanz durch die Umsiedlung in das Gewerbegebiet eine deutlich erkennbare positive Entwicklung nehmen. Die Ansiedlung von Logistik-Unternehmen lehnt die UWW ab.

Dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz für viele Bürger heute die wichtigsten Kriterien für seien, zeigten die 6.000 Unterschriften, die die Bürgerinitiative BIN gegen das Gewerbegebiet am Nordlippestraße gesammelt habe. Nun müssten die Fachgremien und Rat der Stadt Werne entscheiden, ob es zu einem Bürgerentscheid komme oder nicht.

Weil auch für die UWW Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie deren Verbesserung die herausragende Merkmale der politischen Arbeit seien, wüsche man sich einen sachlich belegbaren Austausch mit allen Beteiligten und eine absolut offene Kommunikation über weitere Schritte. Sollten dann die Fakten gegen das neue Gewerbegebiet sprechen, werde die UWW Fraktion entsprechend handeln, heißt es abschließend.

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