Zu einer „kleinen Festung
Das Stadthaus in Werne. Foto: Wagner
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Werne. Gleich mit drei Stressfaktoren müssen aktuell Bürger und Mitarbeiter des Bürgerbüros umgehen. Terminstau wegen der Corona-Pandemie, Ausweisanträge in großer Zahl für die Urlaubsreise und eine einwöchige Schließung des Bürgerbüros wegen einer Software-Umstellung führten deshalb zu so manch hitziger Diskussion, berichtete Dezernent Frank Gründken am Mittwochabend im Rat über „massive Probleme im Stadthaus“.

Dass darunter aber der Umgangston gegenüber den Bürger/innen leide, ist für den zuständigen Dezernenten ein Unding. „Es geht nicht, dass sich Bürger bei uns in der Stadtverwaltung unfreundlich behandelt fühlen“, bedauerte er entsprechende Klagen.

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Zwar sei man im Stadthaus mit Blick auf die Urlaubszeit auf viele Anträge für Verlängerungen von Personalausweis und Reisepass eingestellt, diesmal aber habe sich Lage durch die Corona-Lockerungen noch verschärft. Viele stellten bei ihren Reisevorbereitungen trotz vorheriger Mitteilung durch die Verwaltung ganz plötzlich fest, dass ihr Ausweis abgelaufen sei und seien dann verärgert, wenn sie bis zu vier Wochen auf einen Termin warten müssten. „Das hat zu heftigsten Gesprächen im Stadthaus geführt“, berichtete Gründken von – im günstigen Fall – Beleidigungen der Mitarbeiterinnen und sogar von Bedrohungen.

Negativ wirke sich zudem der ohnehin schon vorhandene Terminstau wegen der Corona-Vorgaben aus. Auch der Umstand, dass in der vergangenen Woche eine Software-Umstellung im Kalender stand, und dafür die Mitarbeiterinnen geschult werden mussten, trug zur angespannten Situation bei. Eine Unterstützung für das Bürgerbüro aus anderen Abteilungen der Verwaltung sei nicht möglich, eben weil die Angestellten dort noch nicht mit dem neuen Programm vertraut sind.

„Es geht nicht ohne Einschränkungen, sonst ist die Lage nicht beherrschbar“, räumte Gründken deshalb ein, dass man mit dem Stau leben müsse. Man sei aber dabei, alles zu organisieren, versicherte er. Zur Zeit könne man aber auf keinen Fall öffnen, die Belastung der Kolleginnen sei schon jetzt grenzwertig.

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