Sollte der Kreis Unna zu einer Modellregion für vorsichtige Öffnungen in der Pandemie bestimmt werden, soll das Solebad in Werne mit dabei sein. Dafür stimmte die Politik im Haupt- und Finanzausschuss. Foto: Solebad Werne
Sollte der Kreis Unna zu einer Modellregion für vorsichtige Öffnungen in der Pandemie bestimmt werden, soll das Solebad in Werne mit dabei sein. Dafür stimmte die Politik im Haupt- und Finanzausschuss. Foto: Solebad Werne
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Werne. Eine Öffnungsperspektive für das Solebad hat die FDP-Fraktion mit einem Eilantrag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwochabend gefordert. Sie will Werne als Modell für eine vorsichtige Öffnung installieren. Mit nur einer Gegenstimme wurde der Antrag in einen Arbeitsauftrag für die Verwaltung umgewandelt.

„Die Stadtverwaltung wird beauftragt, im Rahmen der angekündigten Öffnungs-Projekte in mehreren NRW Modellregionen beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen eine Sondergenehmigung zur Öffnung des Solebades zu beantragen“, erläuterte die Fraktionsvorsitzende Claudia Lange. Die Liberalen beziehen sich damit auf den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet und dessen Ankündigung, dass nach Ostern in mehreren Modellregionen versucht werden solle, dem Modell-Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ in Tübingen zu folgen. „Wir sollten alles daran setzen, dass Werne Teil dieses Projekts wird“, ist sie überzeugt.

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Seit dem 17. März sei auf dem Parkplatz Am Hagen das städtische Schnelltestzentrum geöffnet. „Dieser Standort ist ideal mit dem Solebad verknüpft und soll daher Teil des Öffnungskonzeptes sein. Bürgerinnen und Bürger, die einen tagesaktuellen negativen Schnelltest vorweisen, sollen die Möglichkeit haben, das Solebad zu besuchen“, so Lange weiter.

Eine solche Sondergenehmigung könne beispielsweise im Rahmen der Innovationsklausel der aktuellen Coronaschutzverordnung erfolgen. Dadurch könne Werne zur Modellkommune für weitere Öffnungen in Bund und Land werden. Durch die Öffnung des Solebad gäbe es so auch einen weiteren Anreiz sich testen zu lassen und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

„Wir haben uns sehr über den Antrag gefreut. Jürgen Thöne (der Badleiter, Anm. d. Red.) und ich beschäftigen uns bereits damit. Wir sind dabei und würden es versuchen, wenn es möglich ist“, sagte Frank Gründken, Geschäftsführung der Natur-Solebad Werne GmbH.

In der anschließenden Debatte unterstützten fast alle Fraktionen den FDP-Vorschlag. Mit Verweis auf die steigenden Infektionszahlen in der Vorbildstadt Tübingen stimmte Linken-Ratsherr Martin Pausch dagegen. Wilhelm Jasperneite (CDU) und Benedikt Striepens (Bündnis 90 / Die Grünen) forderten, die Bedingungen und Kosten, die dahinter stecken, im Blick zu halten. „Ich bin für einen Prüfantrag an die Verwaltung und gegen einen Blankoscheck“, so Striepens.

Jasperneite wolle auch „ständig infomiert“ bleiben. Ihm sei der Antrag auch zu sehr nur auf das Solebad eingeschränkt. In die gleiche Richtung ging Reinhard Stalz (UWW): „Wir müssen dann auch der Gastronomie helfen und beispielsweise einen offenen Biergarten für Getestete ermöglichen.“ Dirk Pohl (SPD) unterstützte den Antrag ebenfalls, bezeichnete die Erfolgsaussichten aber als „nicht prickelnd“. Parteigenosse Siegfried Scholz warnte davor, falsche Begehrlichkeiten zu wecken. Dann wäre die Enttäuschung umso größer.

„Wir sind am Thema dran“, versprach Bürgermeister Lothar Christ zum Abschluss der Diskussion, die in 15 Ja-Stimmen bei einem Nein für den FDP-Antrag mündete.

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