Diskussion beendet: Schriftzug „Stilvoll“ kommt ans Alte Rathaus

Anzeige

Werne. Andreas Nozar, Pächter der Gastronomie „Stilvoll“ im Alten Rathaus, darf eine in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt der Stadt Werne eine Werbeanlage an dem denkmalgeschützten historischen Gebäude anbringen.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am Dienstag, 30 November, wurde es bei dem Thema noch einmal kontrovers, bevor Dezernent Ralf Bülte schließlich verkündete: „Wir stehen in der Pflicht. Der Mieter hat das Recht zu werben, es wurde eine gute Lösung gefunden und der Gastronom hat die Anlage bestellt.“ Der Werbeschriftzug besteht aus hinterleuchteten PVC-Buchstaben in Cortenstahl-Optik, die auf einer sandfarbenen Schiene schonend angebracht werden.

- Advertisement -

Zum Hintergrund hatte Petra Göbel, zuständig für Denkmalpflege bei der Stadt Werne, die „Karriere“ des Themas im Fachausschuss nachgezeichnet. Erstmals habe man 2019 über die geplante Werbeanlage im Fachausschuss berichtet. Coronabedingt stand der Antrag dann aber erst im Juni 2021 wieder auf der Tagesordnung. Göbel stellte in dieser Sitzung die Werbeanlage vor, die laut Gestaltungssatzung genehmigungsfähig ist.

Im September informierte sie die Politik erneut über die Details der erteilten Erlaubnis. Danach müsse beispielsweise die „Befestigung der Werbeanlagen substanzschonend und reversibel“, also rückholbar sein. „Die abgestimmte Bemusterung vom 31. August 2021 ist entsprechend auszuführen“, heißt es unter anderem. Dafür hatte der Pächter eigens Musterbuchstaben vorgelegt.

Der LWL sei bereits 2019 eingebunden gewesen. Die städtische Gestaltungssatzung, nach der entschieden wurde, sei der LWL-Denkmalbehörde bekannt. Auch die Werbeanlage selbst sei mit dem LWL besprochen worden. Bei der Vorstellung im Juni hätten Einwände doch direkt angebracht werden können, betonte Petra Göbel. Doch derlei sei weder im Juni noch in der September-Sitzung zur Sprache gekommen. Erst als das Thema in der Sitzung des Kommunalbetriebs Werne unter Anfragen auf dem Tisch kam, gab es Widerspruch seitens der Grünen.

Im ASPW bezog Christoffer Diedrich, sachkundiger Bürger der Grünen, am Dienstag ausführlich Stellung. Das Alte Rathaus sei auch ein politisches Denkmal und eine Werbung nicht zu wünschen. Auch störe es die Farbgestaltung der Denkmäler rund um den Markt. Das Gebäude sei das zentrale Denkmal der Stadt. „Das ist aus fachlicher Sicht nicht genehmigungsfähig“, zeigte er sich überzeugt, dass der LWL keine Zustimmung erteilen werde. Er wunderte sich, „wie wenig Fachkenntnis es im Ausschuss“ gebe.

„Warum ist diese Diskussion nicht früher gekommen, es gab nie im Ansatz so eine Stellungnahme?“, fragte daraufhin Ralf Bülte. Wilhelm Jasperneite (CDU) meinte mit Blick auf andere Denkmäler, die in der Stadt Sorgen bereiten: „Wir haben andere Probleme.“ Stadt, LWL und Pächter seien im Einklang. „Macht es so“, fand er.

Weitere Artikel von Werne Plus

KI in der Gesellschaft: mehrWerte über Chancen und Risiken

Werne. Künstliche Intelligenz verändert Unternehmen, Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle – und wirft zugleich Fragen nach Verantwortung, Datennutzung und gesellschaftlichen Folgen auf. Wie lassen sich wirtschaftlicher...

Weitere Konfirmationen 2026 in der Ev. Kirchengemeinde Werne

Werne. Am vergangenen Wochenende wurden im Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum noch einmal zwei Konfirmationsgottesdienste gefeiert. Pfarrer Alexander Meese begab sich mit den Jugendlichen und ihren Gästen wieder auf...

„Treff am Holtkamp“: Gemeinde St. Christophorus spendet 5.000 Euro

Werne. Die Spendenaktion für den „Treff am Holtkamp“ nimmt weiter Fahrt auf: 7.600 Euro sind inzwischen für die wichtige Arbeit am Standort St. Johannes...

Volleyball: Jugendteams des Werner SC feiern gelungene Premieren

Werne. Der Volleyball-Nachwuchs des Werner SC ist in die neue Saison gestartet – und hat gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen gesetzt. Die U16 von Trainer...