Die nächtliche Ausgangssperre in Werne ist seit drei Wochen gültig. Bisher liegen dem Ordnungsamt erst wenige Fälle von Vergehen zur Bearbeitung vor. Foto: Volkmer
Die nächtliche Ausgangssperre in Werne ist seit drei Wochen gültig. Bisher liegen dem Ordnungsamt erst wenige Fälle von Vergehen zur Bearbeitung vor. Foto: Volkmer
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Werne. Wer zu später Stunde ohne triftigen Grund das Haus verlässt, riskiert aktuell eine Strafe. Wegen der hohen Infektionszahlen war es in Werne schon vor der vor zwei Wochen in Kraft getretenen Notbremse des Bundes untersagt, zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens draußen unterwegs zu sein. Die Zahl der bisher durch die Polizei gemeldeten Verstöße hält sich in Grenzen.

Eine Woche vor der bundeseinheitlichen Notbremse, die von 22 Uhr bis 5 Uhr gültig ist, galt in der Lippestadt schon die vom Kreis verhängte Ausgangssperre, nach insgesamt drei Wochen liegen dem Ordnungsamt (Stand Freitag, 7. Mai) erst sechs Fälle vor, bei denen die Polizei zu nächtlicher Stunde Vergehen erfasst hat. Dabei handelt es sich um fünf einzeln ertappte Personen und ein Trio, welches ohne triftigen Grund zu später Stunde unterwegs gewesen ist.

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„Die Polizei hat die Fälle erfasst und an uns weitergeleitet. Als nächstes wird eine Anhörung mit den Beschuldigten durchgeführt, bei der wir schauen, wie die sich zu dem Sachverhalt äußern. Danach wird dann entschieden, ob Bußgeldverfahren eingeleitet werden müssen“, sagt Werner Kneip vom Ordnungsamt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer kostenpflichtigen Strafe kommt, sei groß. „Wenn die Personen bei der Kontrolle bewiesen hätten, dass sie einen guten Grund haben, sich draußen aufzuhalten, hätte die Polizei sicher keine Ordnungswidrigkeits-Anzeigen an uns verschickt“, erklärt Kneip. Zu diesen guten Gründen gehören beispielsweise der Weg zur Arbeit, wenn jemand medizinische Hilfe benötigt oder den Hund ausführen muss.

Knappe Zeitüberschreitungen, also beispielsweise ein Antreffen der Personen um kurz nach 22 Uhr, gibt es bei den sechs vorliegenden Fällen nicht. „Die Zeitpunkte lagen schon deutlich in der Nacht“, sagt der Ordnungsamtsmitarbeiter. Die Kollegen von Kneip sind zu später Stunde derzeit noch nicht im Einsatz, dafür aber der private Sicherheitsdienst, der bisher aber keine Vergehen vermeldet hat. „Hätten wir Erkenntnisse bekommen, dass mehr Personal notwendig ist, hätten wir auch vom Ordnungsamt eine Nachtschicht eingelegt“, so Kneip. Dies sei bisher aber nicht nötig gewesen, was die überschaubaren Zahlen nach drei Wochen belegen.

Lob von der Polizei für Bevölkerung

Diese Einschätzung bestätigt auf Anfrage auch Christian Stein von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Unna: „Das ist ein positives Zeichen und zeigt, dass sich die Bevölkerung die Beschränkungen zu Herzen nimmt und die Ausgangssperre beachtet und nicht dagegen verstößt. Die Zahlen aus Werne sind aus polizeilicher Sicht also durchaus eine positive Nachricht.“

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