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Neues Feuerwehrhaus in Stockum: Ausschuss gibt „grünes Licht“

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Werne. Einen regelrechten Schock verursachte die Kostenschätzung des neu geplanten Feuerwehrgerätehauses in Stockum bei der Politik im vergangenen Juni. Man verständigte sich auf die Aufarbeitung in weiteren Arbeitsgesprächen. Am Dienstag (28. September) ist im Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb Werne nun eine Entscheidung gefallen.

Das neue Feuerwehrgerätehaus in Stockum wird auf dem bisher geplanten Standort – also schräg gegenüber dem alten Gebäude – errichtet. Die Politik entschied, dass die zusätzlichen Mittel in Höhe von 2,873 Millionen Euro bereitgestellt werden. Insgesamt beläuft sich die finanzielle Investitionsbelastung auf rund 6,02 Millionen Euro. In einem ersten Ansatz war mit 3,4 Millionen Euro kalkuliert worden. Geplante Fertigstellung: 2023.

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In Sachen Standort hatte sich in den Beratungen das ohnehin favorisierte Grundstück zwischen Feldstraße und Pannhoffweg herauskristallisiert. Alternativen wie die Fläche des Ehrenmals (historische Nutzung als Gedenkstätte und massiver ökologischer Eingriff) oder das Gelände des Gersteinwerks (dezentrale Lage zum Ortskerne, aufwendige Sanierungs- und Umbaumaßnahmen) verwarfen Verwaltung und Politik mehrheitlich.

Auch eine Größenreduzierung mit Verzicht auf den Übungsturm, einen fünften Stellplatz oder einer Toilette fand in der Debatte keine Zustimmung. Die Planung zusammen mit der Feuerwehrleitung sei auf eine nachhaltige und zukunftsfähige Gefahrenabwehr ausgelegt, hieß es seitens der Verwaltung. „Eine Streichung von Gebäudeteilen zur Budgetentlastung würde wiederum eine komplette Neuplanung nach sich ziehen“, begründete KBW-Mitarbeiter Björn Rother.

In Abstimmung mit Planer Dr. Heiko Winkler (Büro energum) empfahl die Verwaltung den Energiestandard „Effizienzgebäude 40“, um auch mögliche Mittel aus dem Förderprogramm des Bundes für effiziente Gebäude (BEG) von rund 635.000 Euro abgreifen zu können. „Man könnte das Feuerwehrgerätehaus klimaneutral machen, das wäre aber nicht wirtschaftlich“, verwies der Experte in der Ausschusssitzung auf die Diskrepanz zwischen hohen Investitionskosten und einer geringen Vergütung für eingespeisten Strom. Mit dem Energiestandard 40 sei man aber nahe dran an einem Passivhaus, führte Dr. Winkler weiter aus. Die Wärmepumpe könne mit dem Strom aus der PV-Anlage auf dem Dach versorgt werden. „Im Betrieb hätte das Gebäude deutlich geringere Energiekosten“, sagte er weiter.

„Wir müssen der Feuerwehr und den Bürgern Sicherheit geben. Das neue Feuerwehrhaus muss und soll kommen.“

FDP-Ausschussmitglied Christian Thöne in der politischen Debatte.

Wie sicher den die BEG-Förderung sei, wollte Uta Leisentritt (CDU) von Dr. Winkler wissen. „Es besteht kein Rechtsanspruch, damit auch ein gewisses Risiko. Aber da in Sachen Klimaschutz im Gebäudebereich deutlich mehr gemacht werden muss, halte ich eine Ablehnung eines Förderantrags für unwahrscheinlich“, lautete die Antwort.

In der sich anschließenden Debatte waren sich die Fraktionen einig, dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Stockum „grünes Licht“ zu erteilen. Christian Thöne (FDP) sagte: „Die Kostenexplosion ist der Hammer. Doch wir müssen der Feuerwehr und den Bürgern Sicherheit geben. Das neue Gebäude muss und soll kommen.“ Die CDU-Fraktion stimmte genau wie die SPD pro Feuerwehrhaus. „Wir müssen den Weg jetzt weitergehen, werden die Kosten aber im Blick behalten“, meinte Sozialdemokratin Dörte Hübchen-Oesterschulze.

Stephan Elsner aus der Kämmerei versicherte, dass der Kernhaushalt wegen der jahrelangen Abschreibungen für das neue Gebäude nicht maßgeblich belastet würde.

Das letzte Wort vor der Entscheidung, die einstimmig für das Feuerwehrhaus in Stockum ausfiel, hatte dann Feuerwehr-Chef Thomas Temmann: „Wir haben inzwischen in Stockum 50 Feuerwehrleute und jährlich 50 bis 60 Einsätze. Die Bedingungen im alten Gebäude sind nicht mehr zumutbar. Der Unmut wächst. Wir brauchen jetzt ein Signal.“ Er gab zu bedenken, dass die Modernisierungen auf lange Sicht einsparen würden, was eine hauptamtliche Wehr kosten würde.

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