Am Freitag hat der in Werne geborene Mario Löhr auf die ersten 111 Tage seiner Tätigkeit als Landrat geblickt. Foto: Volkmer
Anzeige

Kreis Unna. Eigentlich wollte Landrat Mario Löhr schon nach den ersten 100 Tagen im neuen Job eine Zwischenbilanz ziehen, doch der Wintereinbruch vor knapp zwei Wochen mit Schnee, Eis und unbefahrbaren Straßen führten zu einer kurzfristigen Absage des Termins. Am Freitag blickte der SPD-Politiker daher auf seine ersten 111 Tage im Kreishaus zurück.

„Meinen Dienstantritt hätte ich mir wirklich anders gewünscht – aber das war ja auch schon abzusehen, dass Corona das beherrschende Thema sein würde“, so der Nachfolger von Michael Makiolla bei der Pressekonferenz. Löhr präsentierte sich gewohnt selbstbewusst. „Normal kann jeder“, sagte er im Hinblick auf die vielen Corona-Herausforderungen der vergangenen drei Monate seit seinem Amtsantritt und ergänzte, dass der Start trotz allem gelungen sei und er bereits einige Weichen in Richtung Zukunft gestellt habe, beispielsweise was die Themen Digitalisierung und Wohnen betrifft.

Anzeige

Doch bevor Löhr näher auf die einzelnen Bereiche einging, spielte Corona noch einmal eine Rolle. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass nichts so weitergeht, wie es bisher war“, sagte der 50-Jährige und spielte dabei auf die Situation des Handels in den Städten, aber auch auf die Situation im Freizeit- und Kulturbereich an. Veränderungen stehen auch im Gesundheitsamt an. Dieses will Löhr vergrößern, denn schon jetzt seien die Platzkapazitäten kaum mehr ausreichend.

Neue Wohnungen und Digitalisierung der Schulen

Seit wenigen Tagen ist Löhr Aufsichtsratsvorsitzender der kreiseigenen Baugesellschaft UKBS. „Ich will die Dinge, die ich im Wahlkampf angesprochen habe, umsetzen. Es gibt eine Mittelfrist-Planung, dass wir 250 neue Wohnungen bauen. Ich sage heute hier zu, das wir 500 neue Wohnungen bauen werden, weil der Anspruch und die Notwendigkeit in den Städten riesengroß ist.“

Schon vor seinem Amtsantritt sei die Kreisverwaltung digital ausgerichtet gewesen, aber es gehe nun darum, mit „straffen Schritten weiter nach vorn zu gehen“. Das gelte auch für den Bereich der Schulen. „Da haben wir in der Corona-Krise gesehen, wie wichtig das Thema ist. Da müssen wir weiter nachlegen“, so der Landrat, der in diesem Zusammenhang unterstrich, dass es nötig sei, mit den Städten Hand in Hand zusammenzuarbeiten.

Auch sonst sei es immer gut, über Grenzen hinweg zu denken. „Ich war bis vor einem guten Vierteljahr Bürgermeister – jetzt bin ich Landrat. Ich kenne die Denke und weiß auch, wie begrenzt die Möglichkeiten letztendlich sind, wenn wir uns nicht zusammenraufen.“ Im Bereich Bildung sprach er zudem das Thema Schwimmen an. „Wir wollen sicherstellen, dass alle Kinder, die zukünftig in die Grundschulen gehen, einen Schwimm-Ausweis bekommen.“ Dies werde nicht einfach zu realisieren sein, aber man müsse gemeinsam daran arbeiten.

Insgesamt habe der Wechsel vom Bürgermeister zum Landrat viele Veränderungen für ihn erbracht. „Auch als Landrat hat man Bürgerkontakte, aber der Bürger ist schon weiter weg. Zudem ist die Vielfältigkeit der Themen, mit denen man sich beschäftigt, größer. Aber ich bin bereit, mich darauf einzulassen, denn mir macht die Arbeit viel Spaß.“

Anzeige