Dienstag, September 27, 2022

Landrat startet Lehrstellen-Offensive im Kreis Unna

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Kreis Unna. „Aus­bil­dung ist Zukunft”, betont Land­rat Mario Löhr, „und des­halb müs­sen wir gera­de jetzt wäh­rend der Pan­de­mie eine Offen­si­ve für mehr Aus­bil­dung im Kreis Unna star­ten!” Der Kreis­tag hat­te auf Antrag der SPD-Frak­ti­on am Diens­tag, 24. März, beschlos­sen beim The­ma Aus­bil­dung wei­te­re Maß­nah­men zu ergreifen. 

Land­rat Mario Löhr nimmt das als Rücken­wind für die Gesprä­che mit vie­len Akteu­ren, die er zur Vor­be­rei­tung einer brei­ten ange­leg­ten Initia­ti­ve zur­zeit führt. Der Lehr­stel­len­markt im Kreis ist seit Jah­ren extrem ange­spannt. Die Coro­na-Kri­se hat die Situa­ti­on deut­lich ver­schärft. Mario Löhr bekam jetzt Rücken­wind von der Kreis­po­li­tik. Und so ruft der Land­rat jetzt alle Part­ner zu einer gemein­sa­men Kraft­an­stren­gung auf. Zusam­men mit der Werk­statt im Kreis Unna hat Löhr den ers­ten Bau­stein dafür schon gesi­chert: Das Land finan­ziert mit rund 1 Mio. Euro zusätz­li­che Aus­bil­dungs­coa­ches und außer­be­trieb­li­che Lehrstellen.

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Die Zahl der abge­schlos­se­nen Aus­bil­dungs­ver­trä­ge ging zum Aus­bil­dungs­start im letz­ten Som­mer regio­nal wie lan­des­weit deut­lich zurück. Über 15.000 Ver­trä­ge wur­den in NRW weni­ger abge­schlos­sen, 85 % davon durch Coro­na ver­ur­sacht, erläu­tert der Land­rat. Im Kreis blie­ben offi­zi­ell 155 Jugend­li­che unver­sorgt. Meh­re­re 100 jun­ge Men­schen such­ten wei­ter eine Lehr­stel­le, lei­der erfolg­los. Gleich­zei­tig kla­gen Unter­neh­men über Fach­kräf­te­nach­wuchs und besetz­ten über 200 Stel­len nicht, weil sie kei­nen geeig­ne­ten Jugend­li­chen fan­den. Ein Trend, der seit Jah­ren steigt und der durch Coro­na erheb­lich ver­schärft wird. „Das darf so nicht wei­ter­ge­hen”, for­dert Mario Löhr. „Wir kön­nen nicht ris­kie­ren, dass Tei­le der nach­wach­sen­den Genera­ti­on zu Coro­na­ver­lie­rern wer­den und auf der ande­ren Sei­te die Fach­kräf­te­lü­cke in den Betrie­ben immer grö­ßer wird.”

Start­schuss Ausbildungsoffensive

Löhr ruft daher alle Part­ner der Regi­on auf, „die Ärmel hoch­zu­krem­peln” und mit ihm eine „Aus­bil­dungs­of­fen­si­ve im Kreis Unna” zu star­ten. Ziel ist, dass jedem Jugend­li­chen, der eine Leh­re absol­vie­ren will, auch ein Ange­bot unter­brei­tet wird. Einen ers­ten Erfolg kann der Land­rat schon ver­zeich­nen: Dem Chef der Werk­statt im Kreis Unna Her­bert Dör­mann ist es unter der Schirm­herr­schaft des Land­rats und im Schul­ter­schluss mit den Geschäfts­füh­run­gen der Agen­tur für Arbeit Hamm und des Job­cen­ters Kreis Unna gelun­gen, erheb­li­che Lan­des­mit­tel in die Regi­on zu holen. 1 Mio. Euro will das Arbeits­mi­nis­te­ri­um NRW mit sei­nem neu­en Son­der­pro­gramm „Kurs auf Aus­bil­dung” in die Hand neh­men, um Jugend­li­che anzu­spre­chen, gezielt ihre beruf­li­chen Wün­sche und Inter­es­sen zu über­prü­fen und ihnen dann pass­ge­naue Vor­schlä­ge für eine Berufs­aus­bil­dung zu unterbreiten. 

Die Werkstatt im Kreis Unna hat gemeinsam mit Arbeitsagentur-Chef Thomas Helm und Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep einen erneuten Antrag beim Land platziert, um weitere 40 bis 60 landesfinanzierte Ausbildungsstellen in den Kreis Unna zu holen. Foto: iStock
Die Werk­statt im Kreis Unna hat gemein­sam mit Arbeits­agen­tur-Chef Tho­mas Helm und Job­cen­ter-Geschäfts­füh­rer Uwe Rin­gel­siep einen erneu­ten Antrag beim Land plat­ziert, um wei­te­re 40 bis 60 lan­des­fi­nan­zier­te Aus­bil­dungs­stel­len in den Kreis Unna zu holen. Foto: iStock

Gleich­zei­tig wer­den Unter­neh­men mit offe­nen Aus­bil­dungs­stel­len über vor­ausge­wähl­te Bewer­ber infor­miert und durch per­sön­li­che Kon­tak­t­her­stel­lung mit den Jugend­li­chen zusam­men­ge­bracht. Im Wege die­ser 1:1‑Vermittlung soll eine mög­lichst gro­ße Deckung zwi­schen den Wün­schen der Jugend­li­chen und den Bedar­fen der Unter­neh­men her­ge­stellt werden.Für jun­ge Men­schen, die trotz des Matching- und Coa­ching­pro­zes­ses kei­ne Stel­len fin­den, finan­ziert das Land zusätz­li­che Aus­bil­dungs­plät­ze, die die Werk­statt im Kreis Unna ein­rich­tet. Die Werk­statt koope­riert hier vor allem mit Betrie­ben, die wegen der Coro­na-Kri­se den finan­zi­el­len Auf­wand der Aus­bil­dung scheu­en, obwohl sie aus­bil­dungs­be­rech­tigt wären. Daher wird die Aus­bil­dungs­ver­gü­tung im ers­ten Jahr vom Land über­nom­men und der Aus­bil­dungs­ver­trag mit der Werk­statt geschlos­sen. Mit den Unter­neh­men ver­ein­bart die Werk­statt, dass sie den jewei­li­gen Jugend­li­chen ab dem zwei­ten Jahr übernehmen.

Lang­fris­ti­ge Strategie

Für Land­rat Löhr ist das ein denk­bar guter Start­schuss für sei­ne Aus­bil­dungs­of­fen­si­ve. Nach den Oster­fe­ri­en wird der Land­rat dann alle Part­ner aus Indus­trie, Han­del, Hand­werk, der Gewerk­schaft, der Arbeits­agen­tur und dem Job­cen­ter zusam­men mit der Werk­statt im Kreis Unna ein­la­den, um eine gemein­sa­me Stra­te­gie für die nächs­ten Jah­re zu dis­ku­tie­ren. Hier könn­ten für den Land­rat auch kom­mu­na­le und Kreistoch­ter­ge­sell­schaf­ten mit ein­be­zo­gen wer­den und eine Vor­bild­funk­ti­on über­neh­men. Dazu wird Löhr ent­spre­chen­de Gesprä­che mit den Bür­ger­meis­tern/-innen im Kreis Unna auf­neh­men. Und einen nächs­ten Mei­len­stein hat Löhr schon mit der Werk­statt im Kreis Unna fest im Blick: Die Bil­dungs­ein­rich­tung hat gemein­sam mit Arbeits­agen­tur-Chef Tho­mas Helm und Job­cen­ter-Geschäfts­füh­rer Uwe Rin­gel­siep einen erneu­ten Antrag beim Land plat­ziert, um wei­te­re 40 bis 60 lan­des­fi­nan­zier­te Aus­bil­dungs­stel­len in den Kreis Unna zu holen. PK | PKU

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