Dienstag, Mai 17, 2022

Bürgerforum zum Surfpark Werne: Mehrheit begrüßt Projekt

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Wer­ne. Eine „ver­rückt-genia­le Idee” (Bür­ger­meis­ter Lothar Christ) stand im Mit­tel­punkt des digi­ta­len Bür­ger­fo­rums: der geplan­te größ­te Surf­park der Welt auf dem ehe­ma­li­gen Zechen­ge­län­de. Das Inter­es­se war groß, die Ver­an­stal­tung bei satis & fy pro­fes­sio­nell auf­be­rei­tet. Der Live-Stream funk­tio­nier­te ein­wand­frei, die Flut an Fra­gen konn­te aller­dings nicht beherrscht werden.

90 Minu­ten hat­ten die Orga­ni­sa­to­ren für das Bür­ger­fo­rum mit zahl­rei­chen Gäs­ten, allen vor­an dem Initia­tor der Surf­world, Dr. Micha­el Dete­ring, ein­ge­plant. Am Ende waren es gut zwei Stun­den mit vie­len Infor­ma­tio­nen zu die­sem Auf­se­hen erre­gen­den Pro­jekt, das Mit­te Sep­tem­ber 2020 an die Öffent­lich­keit drang.

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Über 200 Fra­gen gin­gen wäh­rend des Live-Streams ein. Zuvie­le, um die­se alle direkt beant­wor­ten kön­nen. Doch kei­ne Fra­ge wer­de offen blei­ben, ver­sprach Mode­ra­tor Elmar Tyhen. Im Nach­gang kämen alle Ant­wor­ten in einem FAQ-Bereich. Vie­le ein­ge­hen­de Fra­gen hat­te Dr. Micha­el Dete­ring schon im Gespräch mit WERN­Eplus beant­wor­tet (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5), bei­spiels­wei­se zum auf­kom­men­den Ver­kehr an der Jocken­hö­fer-Kreu­zung in Rün­the oder zum Artenschutz.

Zuge­schal­tet aus Kuf­stein (Öster­reich) war Hei­ko Rai­ner von der dwif-Con­sul­ting GmbH Mün­chen. Der Gut­ach­ter stell­te wie schon im Aus­schuss tags zuvor die regio­nal­öko­no­mi­schen Effek­te des Surf­parks auf Wer­ne und die Umge­bung vor.

Im Schnitt ver­folg­ten rund 275 Men­schen das Bür­ger­fo­rum, ins­ge­samt waren es laut Mode­ra­tor Elmar Tyhen 700 Inter­es­sier­te. Eini­ge von ihnen beant­wor­ten auch selbst Fra­gen. So wol­len 50 Pro­zent den Surf­park des öfter­nen besu­chen, wäh­rend 13 Pro­zent kein Inter­es­se zeig­ten. 59 Pro­zent waren zu Beginn des Bür­ger­fo­rums dem Pro­jekt sehr posi­tiv zuge­wandt, 24 Pro­zent sahen es dage­gen eher nega­tiv. Ins­ge­samt zeig­te sich die gro­ße Mehr­heit der Teil­neh­men­den der Surf­world sehr auf­ge­schlos­sen gegenüber.

„Wir machen unser Hand­werk sau­ber, wer­den das Pro­jekt Stück für Stück ent­wi­ckeln. Wir waren schon sehr weit mit den Pla­nun­gen, bevor wir an die Öffent­lich­keit gegan­gen sind. Wir wer­den Rück­sicht auf sen­si­ble Berei­che neh­men”, ver­sprach Dr. Micha­el Dete­ring in sei­nem Schlusswort.

Stim­men zum Surfpark-Projekt

„Das Pro­jekt ist schon beein­dru­ckend, das unter­stüt­zen wir. Das ers­te Signal war für uns die Mach­bar­keits­stu­die, das ist inter­es­sant für Kreis und Stadt. Aus Sicht der Regi­on geht es auch um den Ver­tei­lungs­wett­be­werb um För­der­mit­tel. Wich­tig ist aber auch, dass nicht nur auf För­der­mit­tel gesetzt wird, son­dern die Inves­to­ren selbst ins Risi­ko gehen. Wir garan­tie­ren Trans­pa­renz bei der Umset­zung.“ Mario Löhr, Land­rat des Krei­ses Unna.

„Das ist eine tol­le Ver­an­stal­tung, wir gehen ger­ne an die Öffent­lich­keit. Das ist ein Pro­jekt aus Wer­ne für Wer­ne, das pro­fes­sio­nell beglei­tet wird. Wir haben wirk­lich Glück mit dem Stand­ort. Der eigent­li­che Umfang des Pro­jekts wird von außen nicht so sicht­bar. Wir sind schon sehr früh in die Pla­nung ein­ge­stie­gen, es macht Spaß. Ver­gleich­ba­re Mög­lich­kei­ten für die For­schung gibt es nicht. Das Inter­es­se ist groß und der Bedarf in NRW ent­steht erst.“ Dr. Micha­el Dete­ring, Pro­jek­tie­rer SURFWRLD/ SCNCWAVE.

„Das Pro­jekt bringt drei gro­ße Vor­tei­le: 1. einen gro­ßen Image­ge­winn für die Stadt, 2. 372 Arbeits­plät­ze, 3. 9,3 Mil­lio­nen Euro Wert­schöp­fung jähr­lich.“ Bür­ger­meis­ter Lothar Christ zur Ana­ly­se der regio­nal­öko­no­mi­schen Effek­te durch die dwif-Con­sul­ting GmbH München.

„Hier hat man die Mög­lich­keit, ande­re Ska­len anzu­wen­den und mit Maß­stä­be 1:2, 1:5 oder 1:10 zu arbei­ten. Anwen­dung fin­den die For­schun­gen zur Strö­mungs­en­er­gie zum Bei­spiel im Küs­ten- und Deich­schutz, bei Hoch­was­ser­schutz im Bin­nen­land oder bei Off­shore-Wind­kraft­an­la­gen.“ Prof. Dr. Chris­ti­an Jokiel, TH Köln (Lei­ter des Labors für Was­ser und Umwelt)

„Wir arbei­ten trans­pa­rent und offen sowie mit einer umfas­sen­den Bür­ger­be­tei­li­gung. Anre­gun­gen neh­men wir auf. Das Inter­es­se ist groß. Öko­lo­gi­sche Aspek­te wie Kli­ma­schutz und Ver­kehr wer­den uns im Dezer­nat beschäf­ti­gen. An der Bus­hal­te­stel­le müs­sen wir die Tak­tung ver­bes­sern, den Bahn­hof müs­sen wir mit dem Surf­park ver­bin­den.” Stadt­pla­ner Ralf Bülte

„Natür­lich gibt es unter­schied­li­che Wahr­neh­mun­gen zu die­sem Pro­jekt. Auf­ga­be der Poli­tik ist es, die Stim­me der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu ver­tre­ten. Wir laden sie ein, auch in die Sit­zun­gen zu kom­men. Als Unter­neh­me­rin sehe ich den Surf­park als super Chan­ce. Es ist immer Fort­schritt, wenn sich Gewer­be ansie­delt. Das kön­nen wir nur unter­stüt­zen. Wenn vie­le Leu­te arbei­ten, ist das gut für die Stadt. Ich hof­fe, dass wir die Surf­world nach Wer­ne holen.” Uta Leis­ten­tritt (CDU), Vor­sit­zen­de des Aus­schus­ses für Stadtentwicklung

„Der Bedarf an was­ser­bau­li­cher For­schung wächst. Die­se ist in der Natur nur ein­ge­schränkt mög­lich. Die geplan­te Anla­ge in Wer­ne hat ein Allein­stel­lungs­merk­mal wegen der Dimen­sio­nen. Wir brau­chen einen gro­ßen Maß­stab, um bei­spiels­wei­se Wech­sel­wir­kun­gen von Was­ser und Bau­wer­ken zu unter­su­chen. Der For­schungs­be­darf wird wach­sen auf­grund der Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels. Off­shore oder Mee­res­kun­de, es gibt vie­le Berei­che für Unter­su­chun­gen.” Dr. Hol­ger Schüttrumpf, Pro­fes­sor für Was­ser­bau und Was­ser­wirt­schaft, RWTH Aachen

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