Auf dem Parkplatz (rechts) vor dem Ausweichquartier der Kita St. Sophia im evangelischen Gemeindezentrum sollen Container aufgestellt werden. Foto: Wagner
Auf dem Parkplatz (rechts) vor dem Ausweichquartier der Kita St. Sophia im evangelischen Gemeindezentrum sollen Container aufgestellt werden. Foto: Wagner
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Werne. Weil im Bestandsgebäude der Kindertagesstätte St. Sophia Stockum Anfang Januar ein massiver Wasserschaden entdeckt wurde, musste die katholische Kirchengemeinde St. Christophorus als Träger die im Herbst begonnene Renovierung dort umgehend stoppen.

Ziel war es bis dato, zwei Kita-Gruppen aus ihrem Zuhause auf Zeit im evangelischen Gemeindezentrum in die Einrichtung an der Kindertagesstätte an der Kirchstraße zurückzuführen. Die evangelische Kirchengemeinde hatte die Vier-Gruppen-Kita im Sommer 2019 aufgenommen, nachdem in dem Kita-Anbau ein erster Wasserschaden im Dach entdeckt worden war. Allerdings ist die Genehmigung für die Betreuung von vier Gruppen in dem Gemeindezentrum durch den Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) inzwischen ausgelaufen, wird aber bis April 2021 geduldet. Nach dem neuerlichen Schadensfall muss nun dringend ein andere Lösung her .

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Als schnell umsetzbare Möglichkeit hat man beim Träger das Aufstellen von Containern neben dem Gemeindezentrum auf dem Parkplatz an der Graf-Westerholt-Straße ins Auge gefasst. Weil die Zeit drängt, hat die Verwaltung das Thema am Mittwoch, 10. Februar, im Bezirksausschuss Stockum und am Donnerstag, 11. Februar, im Jugendhilfeausschuss auf die Tagesordnung gerückt (jeweils 17.30 Uhr, Kolpingsaal). „Die Sache eilt. Es müssen Pflöcke gesetzt werden. Deshalb müssen wir uns in Präsenz treffen, um Beschlüsse zu fassen. Online ist eine Beschlussfassung nicht möglich“, erläuterte dazu der Bezirksausschuss-Vorsitzende Markus Rusche (CDU) gegenüber WERNEplus.

Die Verwaltung hatte in den vergangenen Wochen verschiedene Aufträge zur Langfristigkeit des Standorts, zum Außengelände und zu den baurechtlichen Verfahren geprüft. Die Genehmigung für die Container-Lösung habe der LWL zwischenzeitlich in Aussicht gestellt, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Schaffung einer völlig neuen provisorischen (Container-)Lösung an einem anderen Standort als dem vorgenannten Parkplatz werde vom Kita-Träger sowohl aus pädagogischen, als auch aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt.

Die Elternschaft hatte in einem Brief an das Jugendamt und den Kita-Träger ihren Unmut über die aktuelle Kita-Situation geäußert und unter anderem ihre Eckpunkte für eine erfolgreiche Kita-Lösung formuliert: „Der Standort des Übergangsquartiers muss und auf sollte Langfristigkeit (mindestens bis Ende 2024) geprüft und in Stockum sein. Alle vier Gruppen müssen zusammenbleiben, um bestehende soziale Strukturen und Bindungen unter den Kindern und Erzieherinnen nicht aufzubrechen. Der Standort sollte alle Anforderungen an die Kinderbetreuung auch hinsichtlich der Sicherheit und eines ausreichenden Außengeländes erfüllen.“

Laut Vorlage habe man in der Verwaltung mehrere städtische und private Standorte für ein alternatives provisorischen Kita-Angebot untersucht. Orientiert an den Anforderungen des Kita-Trägers und unter Berücksichtigung der Elternwünsche sehe man den vom Kita-Träger beabsichtigten Standort (Parkfläche Graf-von-Westerholt-Straße) nach umfangreicher baurechtlicher Vorprüfung ebenfalls als geeignete Fläche an. Die Verwaltung wird in der Sitzung ihre Einschätzung entsprechend begründen.

Die Elternschaft stehe dem favorisierten Standort weiterhin nicht unkritisch gegenüber und setze sich für ein Gesamtkonzept zur Optimierung des Außengeländes ein, wird in der Vorlage erläuterte. Die Einrichtungsleitung sicherte eine entsprechende Beteiligung der Elternschaft zu. Erste Gespräche zur Umsetzung der vorgenannten Elternforderung wurden mit dem Elternbeirat zwischenzeitlich schon geführt.

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