Der Poller, der Autofahrer daran hindern soll, unberechtigt in die Fußgängerzone zu fahren, bleibt seit dem Ende der Probephase wieder im Boden.
Der Poller, der Autofahrer daran hindern soll, unberechtigt in die Fußgängerzone zu fahren, wird demnächst elektrisch seine Arbeit verrichten. Archivfoto: Volkmer
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Werne. Seit Beginn des Jahres ist die Zufahrt zur Fußgängerzone an der Straße „Bült“ temporär von einem Poller geregelt worden. Dieser ist bis Ende Juli von Mitarbeitern des Ordnungsamtes täglich von 11 bis 19 Uhr hochgefahren worden, sodass Autofahrer nicht mehr unberechtigt in die Fußgängerzone konnten. Jetzt gibt es Ergebnisse dieser Probephase.

Vor einem Jahr hatte der Ausschuss für Soziales, bürgerschaftliches Engagement und öffentliche Ordnung in seiner Sitzung beschlossen, das der vorhandene Poller im Zufahrtsbereich außerhalb der Lieferzeiten hochgefahren wird und der Verwaltung einen entsprechenden Auftrag erteilt. Ziel war es, die Anzahl der oft regelwidrig einfahrenden und parkenden Autos in diesem Bereich zu minimieren.

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Das Experiment scheint Wirkung gehabt zu haben. „Die Mehrheit fährt jetzt über die Südmauer. Die Zahl der Fahrzeuge, die bei geschlossenem Poller trotzdem in Richtung Fußgängerzone fährt, liegt täglich bei zehn“, so Kordula Mertens bei der ersten Sitzung des Ausschuss für Soziales, bürgerschaftliches Engagement und öffentliche Ordnung nach der Corona-Auszeit. Diese genaue Zahl ist möglich, weil die Kollegen der Abteilung Straßen und Verkehr an der Kreuzung Südmauer/Klosterstraße eine Zählanlage aufgehängt haben.

Am Poller vorbei mit eingeklappten Spiegeln

Mehr erfolgreiche Versuche, an dem Poller vorbeizufahren, habe es vor allen Dingen in der ersten Phase noch gegeben. „Daraufhin haben wir die Fahrradständer umgestellt“, sagt Mertens. Die so weiter verkleinerte Durchfahrmöglichkeit machte einige Autofahrer kreativ. „Es gab welche, die dann ihre Spiegel eingeklappt haben, damit sie durchfahren können“, schilderte Mertens mit einem Kopfschütteln. Doch insgesamt habe sich die Zahl der durchfahrenden Fahrzeuge enorm verringert.

Die Testphase dauerte etwas länger als geplant. „Wir haben das Zeitfenster mit dem halben Jahr ein wenig übersehen und die Probezeit bis Ende Juli durchgeführt“, so die Amtsleiterin. Wegen des erfolgreichen Tests wird nun überlegt, einen elektrischen Poller an der Stelle zu installieren. „Jetzt war es so, dass zu den verschiedenen Zeiten immer ein Mitarbeiter – auch außerhalb der eigentlichen Dienstzeit – hin musste, der den Poller bedient hat“, so Mertens.

Für die mögliche bauliche Durchführung ist dann wieder die Abteilung Straßen und Verkehr zuständig, daher wird der Ordnungs-Ausschuss eine Vorlage für den zuständigen Fachausschuss vorbereiten, damit dort darüber beraten werden kann. In der Zeit, seit dem der Poller nun nicht mehr täglich hochgefahren wird, ist die Zahl der Falschfahrer laut Mertens übrigens schon wieder leicht angestiegen.

Mehr Falschparker in der Bonenstraße

Auffällig ist zudem, dass seit der Sperrung die Zahl der Autos, die regelwidrig in der Bonenstraße parken, zugenommen hat, worauf bei der Sitzung Maximilian Falkenberg von den Grünen aufmerksam machte. „Das ist ein gewisser Verdrängungseffekt, den man auch aus Wohngebieten kennt. Das haben wir beobachtet und schreiben dort jetzt mehr Knöllchen“, entgegnete Mertens. Ein „Ticket“ für das Parken in der Fußgängerzone kostet übrigens weiterhin 30 Euro.

Für die Einrichtung eines elektrisch betriebenen Pfahls sprach sich Ulrich Höltmann von der SPD aus. „Wenn der Poller jetzt dauerhaft weg wäre, würde sich das schnell wieder einschleichen. Daher wäre ein elektrischer Poller eine gute Lösung, um die Innenstadt weiterhin möglichst autofrei zu halten.“

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