Marco Morten Pufke (CDU) will Landrat des Kreises Unna werden. Foto: Mira Hampel
Marco Morten Pufke (CDU) hat gute Nachrichten für Werne und die anderen Kommunen im Kreis Unna. Foto: Mira Hampel
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Werne. Wer tritt am 13. September 2020 die Nachfolge von Michael Makiolla im Kreishaus Unna an. Einer der Kandidaten ist Marco Morten Pufke (CDU). WERNEplus hat mit dem 46-Jährigen gesprochen. Im zweiten Interview-Teil spricht er über Pflege, Kinderbetreuung, Digitalisierung und erzählt, was er genau am Wahltag machen wird.

Wilhelm Jasperneite, CDU-Stadtverbandsvorsitzender in Werne und Fraktionsvorsitzender im Kreistag, holte bei der Landratswahl 2014 lediglich 28,77 Prozent der Stimmen gegen den SPD-Kandidaten Makiolla. Was macht Sie zuversichtlich, dass es am 13. September anders laufen wird?

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Eine Kandidatur gegen einen Amtsinhaber, der sich im Amt nichts zu Schulden hat kommen lassen, ist immer schwierig. Michael Makiolla kandidiert nicht mehr. Die Karten werden also völlig neu gemischt. Deshalb bin ich für den 13. September sehr zuversichtlich.

Sie haben sich für den Wahlkampf unter anderem die Themen Innovation und Digitalisierung auf die Fahnen geschrieben. Warum hat es im Kreis Unna bisher nicht mit flächendeckend schnellem Internet geklappt?

Die Förderprogramme von Bund und Land sind da. Die Mittel warten darauf abgerufen zu werden. Es ist nicht so, dass die Städte und Gemeinden oder der Kreis untätig waren. Allerdings hätte man an der einen oder anderen Stelle schneller und konsequenter agieren können. Das hat dann wieder etwas mit dem zielgerichteten Einsatz von Personal zu tun, also der zuvor genannten wirkungsorienteierten Steuerung.

Wie sieht es mit den Themen Kinderbetreuung und Altenpflege aus? Gerade die vergangenen Monate der Pandemie haben gezeigt, wie wichtig diese Bereiche sind.

Bei der Kinderbetreuung ist der Kreis Unna für die Stadt Fröndenberg und die Gemeinden Bönen und Holzwickede zuständig, da diese aufgrund ihrer Einwohnerzahl kein eigenes Jugendamt haben. Besser werden müssen wir insbesondere in der Randzeitenbetreuung, also vor 7 Uhr und nach 17 Uhr. Dieses Thema steht ganz oben auf meiner Agenda.

Im Bereich der Altenpflege hat der Kreis Unna mehrere Zuständigkeiten. Da ist zunächst die Heimaufsicht, die Alten- und Pflegeheime kontrolliert. Wenn von der Heimaufsicht Missstände festgestellt werden, dann müssen diese unverzüglich abgestellt werden, da gibt es für mich keine Kompromisse.

In der Pflegebedarfsplanung gilt der Grundsatz ambulant vor stationär. Wir sind über alle Parteigrenzen hinweg der Auffassung, dass pflegebedürftige Menschen so lange in ihrem vertrauten Umfeld bleiben sollen, wie es sie es wollen und es möglich ist. Ein echtes Problem haben wir im Bereich der Kurzzeitpflegeplätze. In der Kurzzeitpflege herrscht echter Mangel. Ich werde mich darum kümmern, diesen Mangel zu beseitigen.

In diesem Zusammenhang müssen wir die pflegenden Angehörigen mehr in den Blick nehmen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass pflegende Angehörige künftig stärker unterstützt werden. Um das zu erreichen müssen alle an einen Tisch, die Betreiber der Pflegeheime und ambulanten Pflegdienste, die Pflegekasse, die Sozialverbände und die Kreisverwaltung mit dem Landrat an der Spitze.

Die Krise hat ebenso gezeigt, dass die Ausstattung unserer Schulen nicht nur im digitalen Bereich optimiert werden muss. Wie würden Sie dieses Thema als Landrat angehen?

Neben schnellem Internet ist eine bedarfsgerechte Ausstattung mit Hardware notwendig. Es müssen einheitliche, anwenderfreundliche Systeme und Benutzeroberflächen angeschafft werden. Damit alles funktioniert und die Geräte tatsächlich genutzt werden, ist ein zentraler IT-Support erforderlich.

Bei der aktuellen Fokussierung auf den Bereich der Digitalisierung dürfen aber auch die Standardaufgaben,  wie eine ausreichende und moderne Raumausstattung nicht außer Acht gelassen werden. Unsere Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte haben ein Recht auf ein optimales Lern- und Lehrumfeld.

Da ist der Kreis Unna als Schulträger der Förderschulen und Berufskollegs zweifellos in der Pflicht.

Wissen Sie schon, wie Ihr Tagesablauf am 13. September aussehen wird?

Meine Frau und ich werden gemeinsam frühstücken und dann wählen gehen. Wahrscheinlich besuchen wir danach unsere Eltern und werden im Anschluss noch eine Runde um den Beversee gehen. Am späten Nachmittag fahren wir ins Kreishaus nach Unna. Dort wird es ab 18 Uhr spannend, wenn in den Städten und Gemeinden die Stimmen ausgezählt werden und die ersten Ergebnisse eintreffen.

 

 

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