Stellten sich der Diskussion beim Tachelesabend: (v.l.): Andreas Dahlke, Herbert Goldmann, Mario Löhr, Marco Morton Pufke und Susanne Schneider. Ganz rechts: Moderator Thomas Lohmann. Foto: Gaby Brüggemann
Stellten sich der Diskussion beim Tachelesabend: (v.l.): Andreas Dahlke, Herbert Goldmann, Mario Löhr, Marco Morton Pufke und Susanne Schneider. Ganz rechts: Moderator Thomas Lohmann. Foto: Gaby Brüggemann
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Werne. Vier Bewerber und eine Bewerberin streben die Nachfolge von Landrat Michael Makiolla im Kreis Unna an. Mit dem Tacheles-Abend der Werner Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“ wurde im Nordkreis ein Aufeinandertreffen der Fünf vor Publikum möglich, ein rares Angebot in diesem Kommunalwahlkampf unter Corona-Bedingungen. Von Thomas Lohmann (Geschäftsführung) und Michael Zurhorst (1. Vorsitzender) anmoderiert, ließen sich Mario Löhr (49, SPD), Marco Morten Pufke (46, CDU), Herbert Goldmann (66, Bündnis 90/ Die Grünen), Susanne Schneider (FDP) und Andreas Dahlke (55, GfL Gemeinsam für Lünen) auch gar nicht lange bitten und griffen eine Vielzahl von Themen auf.

FDP-Frau Susanne Schneider, Landtagsabgeordnete aus Schwerte, und gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Partei in Düsseldorf, will sich gegen das Männerquartett durchsetzen, um dann als Landrätin den Kreis in seiner Aufgabe als Dienstleister der Kommunen zu verbessern und im Wettbewerb mit den großen Städten zu stützen. Das reiche von der digitalen Kfz-Zulassung und Samstagsöffnung bis hin zur Stärkung des Gesundheitsamtes und der Wirtschaftsförderung.

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„Der Kreis kann mehr und muss mehr machen“, zeigte sich Andreas Dahlke von der GfL angesichts der hohen Verschuldung in den Kreiskommunen und den Folgen des Strukturwandels überzeugt. Die Steag-Fläche in Lünen solle man nicht einem Investor überlassen, sondern den Standort lieber gemeinsam mit den Akteuren des Kreises bewirtschaften, hieß es sinngemäß.

Interessenbündelung ist auch das Anliegen von Marco Morton Pufke (CDU), Personalberater aus Bergkamen. Der Kreis müsse seine Interessen besser gegenüber dem Regionalverband Ruhr (RVR) und dem Land durchsetzen.

Der Fröndenberger Herbert Goldmann (Bündnis ´90 /die Grünen) will den Kreis wieder nach vorn bringen. Er beklagt 20 Prozent Kinder- und Altersarmut, da habe man den Anschluss verloren. „Es fehlt die Vision“, sagte er.

Selms Bürgermeister Mario Löhr (SPD) hatte als gebürtiger Werner fast ein Heimspiel. Er sprach sich dafür aus, größere Aufgaben im Kreis auch regional anzugehen und nannte die Stichworte Gesundheitsamt oder Verkehrswende.

Ein Thema, das im besonders betroffenen Kreis Unna alle interessiert, sind die Ausgleichszahlungen für die Schließung von Kohlekraftwerken im Zuge des Kohleausstiegs. Vom Bund kommen dafür 642 Millionen Euro nach NRW für den Kraftwerksausgleich. Im Kreis Unna werden vier Kraftwerke in Lünen, Bergkamen und Werne geschlossen. Die anteiligen Mittel sollen in vier bis sechs Leuchtturmprojekte fließen, die den Verlust von 1.200 Arbeitsplätzen abfedern könnten.

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