Nicht gut weg bei allen Parteien kam der neue Kreisverkehr in der Ausschuss-Sitzung. Foto: Kreativshooting
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Werne. „Es gibt Unzufriedenheit in allen Fraktionen“, fasste Michael Zurhorst, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr, am Mittwoch den kritischen Tenor in der Runde zusammen, als es in der Sitzung um die Anlage des neuen Kreisverkehrs auf der Münsterstraße und die Radwegführung drumherum ging.

Der gerade neu ausgewiesene Radweg, der an der Horneseite der Münsterstraße von der Steintorkreuzung bis zum Kreisel führt, werde offenbar auch von Fußgängern genutzt, das sei nicht ungefährlich, berichtete Rolf Weißner (CDU) von einer allerdings unerwünschten Zweckentfremdung des deutlich markierten Schutzstreifens für Zweiradfahrer.

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Dass der Radweg dann vor dem Kreisverkehr endet und die Radfahrer zusammen mit den Autos hindurchgeführt werden, hielt man ebenfalls für suboptimal. Klaus Schlüter (Grüne) zeigte sich erschrocken darüber und auch Helmut Havers (UWW) wünschte sich eine bessere verkehrliche Umsetzung: „Das ist nicht gut gelöst.“ Alles andere als barrierefrei seien zudem die nicht abgesenkten Bordsteinkanten an der Einmündung der Burgstraße, trug Rolf Weißner von vielen Seiten gehörten Bürgerunmut in den Fachausschuss.

Doch damit nicht genug. Die kleinen, wenn auch nur zwei Zentimeter hohen, beim Überfahren deutlich spürbaren Kanten an den Übergängen zwischen Fahrbahnen und Radweg auf Seiten des Becklohhofs fielen ebenfalls negativ auf. Claudia Lange (FDP) sprach gar von „gefühlt“ zehn Zentimeter hohen Kanten. „Die sind unangenehm“, pflichtete Ulrich Höltmann (SPD) bei.

Tiefbauamtsleiter Adrian Kersting ging auf die Kritikpunkte ein und verwies auf das Mobilitätskonzept, das gerade erarbeitet werde. Den Radweg an der Münsterstraße zwischen Steintorkreuzung und Kreisverkehr habe man bewusst schon jetzt angelegt, um Radfahrern bis zur endgültigen Fertigstellung der künftigen Verkehrsführung schon jetzt mehr Sicherheit zu bieten.

Bei der Anlage des Kreisverkehrs sei der Verkehrsraum durch die Brückenlage an der Burgstraße allerdings begrenzt gewesen und die Situation deshalb schwierig, erklärte Kersting. Hier zum Beispiel eine sichere Mittelinsel für Fußgänger anzulegen, sei aus Platzgründen nicht möglich gewesen. Deshalb sollten Fußgänger den Kreuzungsbereich hier nicht überqueren und man habe die Bordsteine hier bewusst nicht abgesenkt. Ein Stück von der Einmündung der Burgstraße in den Kreisel entfernt, auf Höhe des ehemaligen Möbelhauses, gibt es übrigens abgesenkte Bordsteine, die eine barrierefreie Querung von Fußgängern ermöglichen.

Den Kreisverkehr müssen sich Radfahrer und Autos teilen und sind hier gleichberechtigt. Die harten Kanten an der Übergängen des Radweges auf der Seite am Becklohhof sind unbequem, wurde im Ausschuss kritisiert. Foto: Gaby Brüggemann
Den Kreisverkehr müssen sich Radfahrer und Autos teilen und sind hier gleichberechtigt. Die harten Kanten an der Übergängen des Radweges auf der Seite am Becklohhof sind unbequem, wurde im Ausschuss kritisiert. Foto: Gaby Brüggemann

Dass Radfahrer und Kraftfahrzeuge sich den Kreisverkehr teilen müssen, sei ebenfalls aus Platzgründen nicht anders möglich, hatte Bürgermeister Lothar Christ bei der Ausweisung des Radwegs an der Münsterstraße bereits erläutert. Im Kreisverkehr gelte Tempo 30 und Radfahrer und Autos seien folglich gleichberechtigt. Bei den geplanten Kreisverkehren (Steintor-Kreuzung, Stadthaus und Hansaring) werde es dagegen genügend Raum für eine getrennte Führung geben.

Und angesichts der unbequemen Kanten warb Adrian Kersting um etwas Geduld, denn nach einiger Zeit der Nutzung würden sich diese erfahrungsgemäß noch etwas absenken.

„Dem Thema muss man sich intensiver annehmen“, stand für Michael Zurhorst abschließend fest.

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