Herbern. Hohen Besuch gab es am Montagnachmittag im Innenhof von Schloss Westerwinkel in Herbern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stellte sich öffentlich auf Abstand und im privaten Gespräch mit Maske den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Eingeladen hatten die CDU-Gemeindeverbände Ascheberg und Nordkirchen.
CDU-Gemeindeverbandsvorsitzend
Nachdem Jens Spahn drei Fernsehinterviews vor dem Schloss Westerwinkel gegeben hatte, ging es ins Bürgergespräch. Zuvor stellte er aber noch einige Dinge in Bezug auf die Covid-19- Pandemie fest. Viele Deutsche würden sich über kostenlose Tests für Urlaubsrückkehrer aufregen. „Ohne diese würden sich die Urlauber aber gar nicht testen lassen“, so Spahn.
Der Gesundheitsminister erklärte seine aktuelle Prioritätenliste. Kitas und Schulen müssten wieder in den Regelbetrieb zurückkehren. Handel und Wirtschaft hätten ebenfalls Priorität. Busse und Bahnen sollten von Pendlern und Schülern genutzt werden und nicht von Fußballfans, die in die Stadien zurückkehren möchten. Familienfeiern und andere gesellige Veranstaltungen stünden dagegen im Fokus, Hotspots für die Verbreitung von Corona zu sein. „Nicht das Skifahren war Anfang des Jahres in Österreich das Problem, sondern die Party danach.“

Bei der Fragerunde meldete sich Allgemeinmedizinerin und Hausärztin Dr. Sabine Lohmann. Sie wollte wissen, warum die Ärzte und ihr Personal sich nicht kostenlos testen lassen können. Auch Nicole Fischer als Pflegeleitung des Maltesersitftes St. Benedikt in Herbern meldete sich zu Wort. „Wir haben uns von der Politik sehr alleine gelassen gefühlt. Der nächste Lockdown muss besser organisiert werden, sonst macht man sich zum Feind der Angehörigen.“ Auch die bezahlten Testungen bei Menschen in der Kurzzeitpflege prangerte die Pflegeleiterin an. Spahn versprach Abhilfe, wenn die Reisezeit zu Ende sei: „Dann werden wir verstärkt wieder den Blick auf das Gesundheitssystem legen.“