Schuldezernent Horst Müller-Baß hat in der OGS Am Lüserbach den Kindern beim Hundetraining einen Besuch abgestattet. Foto: Stadt Lünen
Schuldezernent Horst Müller-Baß hat in der OGS Am Lüserbach den Kindern beim Hundetraining einen Besuch abgestattet. Foto: Stadt Lünen
Anzeige

Lünen. Im Sommerferienprogramm werden an den Offenen Ganztagen der Grundschulen (OGS) in Lünen zusätzliche Kinder aufgenommen. Sie verbringen die Ferien mit den regulären OGS-Kindern und können an Aktivitäten teilnehmen. Das Sommerferienprogramm richtet sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Nach den ersten drei Ferienwochen zieht die Stadt Lünen eine positive Bilanz.

Zu Beginn der Ferien haben sich in der OGS Viktoriaschule etwa 40 Jungpiratinnen und -piraten den Herausforderungen einer „Piratenausbildung“ gestellt. Mit einer Flaschenpost aus der Lippe begann jeden Morgen ein neuer Piratenausbildungstag. Unter der Aufsicht des pädagogischen Personals mussten sich die angehenden Piraten in kreativen Aufgaben beweisen. So wurden zum Beispiel Piratenschiffe gebastelt und Augenklappen genäht. „Alles Gefertigte wurde aus verschiedenen recycelbaren Materialien hergestellt“, erklärt Yvonne Nickel, Leiterin der OGS Viktoriaschule. Außerdem wurden die Kinder in Teamspielen mit Unterstützung des Schulsozialarbeiters der Grundschule, Olaf Grochowiak, auf ihre Piratentauglichkeit geprüft. So lernten die Kinder zu klettern und balancierten über Taue. Schlussendlich fand man mit Hilfe einer Schatzkarte gemeinsam eine vergrabene Schatzkiste.

Anzeige
Kinder der OGS Viktoria nahmen an einer Piratenausbildung teil. Foto: Stadt Lünen
Kinder der OGS Viktoria nahmen an einer Piratenausbildung teil. Foto: Stadt Lünen

Auch in der OGS Wittekindschule in Brambauer fand ein Sommerprogramm statt. Hier wurde für 35 Kinder jeden Tag von 9.30 bis 15.30 Uhr Spiel, Spaß und Sport angeboten. Trainer der Taekwando-Schule „Musado“ trainierten täglich mit den Kindern in der Turnhalle. Außerdem sorgte die Ballschule von „MiMa Sports“ für das Training rund um den Ball. Das Highlight für die Kinder war der Erhalt des Zertifikates für die erfolgreiche Absolvierung des Taekwando-Kurses. Als Belohnung kam am Nachmittag ein Ballonkünstler in die Einrichtung, der für jedes Kind ein Ballontier knotete. „Die Kinder waren begeistert und hätten liebend gerne noch eine zweite Woche drangehangen“, berichtete die OGS-Leitung Konstantina Schiller.

An der Schule „Am Lüserbach“ ging es ebenfalls sehr sportlich zur Sache. Für 50 Kinder fand in der ersten Woche ein Fußball-Camp statt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „MiMa Sports“ unterstützten dabei, zeigten Tricks im Umgang mit dem Ball und erklärten die Regeln in einem Fußballspiel. Morgens stand das Fußballtraining in der Turnhalle oder im Freien auf dem Plan und nach dem Mittagessen wurde ein kreatives Angebot passend zum Thema Fußball durchgeführt. Die Kinder haben ein eigenes Logo und ein Trikot entworfen, selbst bemalt und große Stoffbanner hergestellt. Ein Teamname war schnell gefunden „Sal 2021 – Die Kicker vom Lüserbach“. Zum Abschluss gab es nach einer Woche Training eine Urkunde für die „Erfolgreiche Teilnahme am Fußballcamp“.

An der OGS Am Lüserbach gab es ein Fußballcamp. Foto: Stadt Lünen

In der zweiten Ferienwoche kamen der OGS-Therapie- und Begleithund Elli – ein dreijähriger Schäferhund – und der Besuchshund Cooper – ein siebenjähriger Labrador – zum Einsatz. Zwei unterschiedliche Charaktere, einer ging offen auf die Kinder zu, der andere bot die Möglichkeit, eine ruhigere Atmosphäre zu schaffen und erste Berührungsängste abzubauen. Zehn Kinder nahmen an den Hundeseminaren teil. Schuldezernent Horst Müller-Baß hat den Kindern beim Hundetraining einen Besuch abgestattet. „Auch ich konnte hier noch einiges im Umgang mit Hunden lernen“, erklärte er nach dem Besuch. Die Kinder haben ihm bereitwillig alle Regeln im Umgang mit einem Hund erklärt und auch vorgeführt.

Jedes Kind hat eine eigene Mappe mit Fotos von Elli und Cooper erstellt, in der sie das Lernmaterial über die Regeln für den richtigen Umgang mit dem Hund, Körpersprache und generelle Sprache des Hundes abhefteten. Verknüpft wurde der theoretische Teil mit praktischen Übungen. So gab es ein Rollenspiel zur Erweiterung der Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion, Reflexionsrunden über den eigenen Gemütszustand und über das Gelernte. Das Seminar baute kontinuierlich aufeinander auf, sodass die Kinder durch erlerntes Wissen und praktische Erfahrungen jeden Tag selbstbewusster im Umgang mit den Hunden wurden und somit auch schleichend die Angst verloren haben. Die beiden Trainerinnen Bettina Kliebisch (OGS-Leitung) und Lena Schreiber (Mitarbeiterin OGS) zeigten sich begeistert von den Fortschritten, die die Kinder in der einen Woche im Umgang mit den Hunden, aber auch in der Wahrnehmung der eigenen Person gemacht haben.

Das Sommerferienprojekt wird durch die „Bürger- und Kulturstiftung der Sparkasse an der Lippe“ finanziert und konnte dadurch für jedes Kind kostenfrei angeboten werden. In den nächsten Wochen finden weitere Projekte in den übrigen Offenen Ganztagsbetreuungen statt.

Anzeige