Hier kommt am Sonntag niemand durch: Der Sperrbereich und die wichtigsten Straßensperren rund um das Gelände des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Lünen. | Grafik: Stadt Lünen; Stadtplan Lünen: Stadt Lünen und Regionalverband Ruhr (Lizenz: dl-de/by-2-0), Datengrundlagen: ALKIS, ATKIS © Land NRW/Katasterämter (Lizenz: dl-de/zero-2-0 und OpenStreetMap (License: ODbL)
Hier kommt am Sonntag niemand durch: Der Sperrbereich und die wichtigsten Straßensperren rund um das Gelände des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Lünen. | Grafik: Stadt Lünen; Stadtplan Lünen: Stadt Lünen und Regionalverband Ruhr (Lizenz: dl-de/by-2-0), Datengrundlagen: ALKIS, ATKIS © Land NRW/Katasterämter (Lizenz: dl-de/zero-2-0 und OpenStreetMap (License: ODbL)
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Lünen. Die Sprengung des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Lünen wird am Sonntag, 28. März, erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Lippestadt haben. Aus Sicherheitsgründen wird bereits ab dem frühen Sonntagmorgen um das Kraftwerksgelände ein Sperrbereich im Abstand von bis zu 800 Metern errichtet.

Straßen sowie Fuß- und Radwege, die in den Sperrbereich führen, werden gesperrt. Die Sperren werden bewacht und werden ausnahmslos nicht passierbar sein.

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Die Moltkestraße wird auf Höhe des Förderzentrums Nord voll gesperrt. Auf die Sperrung wird bereits an der Konrad-Adenauer-Straße hingewiesen. Gesperrt wird auch die Brunnenstraße südlich des Datteln-Hamm-Kanals ab der Kreuzung Brambauerstraße/An der Wethmarheide. Von Westen kommend wird die Brunnenstraße kurz hinter dem Lippewerk voll gesperrt. Die Sperrung wird bereits auf Waltroper Stadtgebiet (Kreuzung Brambauerstraße/Im Knäppen) angekündigt.

Umleitung wird ausgeschildert

Eine weiträumige Umleitung wird ausgeschildert. Sie verläuft aus der Stadtmitte kommend von der Kreuzung Moltkestraße/ Konrad-Adenauer-Straße über die Konrad-Adenauer-Straße, Dortmunder Straße, Brambauerstraße und Waltroper Straße sowie auf Waltroper Stadtgebiet über die Brambauer Straße und Im Knäppen. Die Umleitung ist auch in die Gegenrichtung ausgeschildert. Die Stadt Lünen bittet trotz der Umleitung alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer darum, den Bereich am Sonntag möglichst komplett zu meiden oder sehr weiträumig zu umfahren.

Auch verschiedene Fuß- und Radwege werden gesperrt. Insbesondere die Wege am Datteln-Hamm-Kanal zwischen der Kanalbrücke Dortmunder Straße und dem Stummhafen werden nicht passierbar sein. Auch entlang der Bahnstrecke zwischen der Kreuzung Dortmunder Straße/Kupferstraße und der Brunnenstraße wird es für Radfahrende sowie für Fußgängerinnen und Fußgänger kein Durchkommen geben, Gleiches gilt für das gesamte Wegenetz westlich des Geistviertels. Gesperrt wird auch die Fußgängerbrücke östlich des Stummhafens (Verlängerung der Stellenbachstraße). Auch die Schlossallee sowie die Fußgängerbrücke über die Lippe am Haus Buddenburg sind am Sonntag nicht benutzbar. Die Zuwegung wird bereits nördlich der Lippe abgesperrt.

Die Stadt Lünen hat die Evakuierung von mehreren Häusern im Sperrgebiet angeordnet. Betroffen sind 26 Personen. Auch einige Tiere – betroffen sind vor allem die Wildpferde und Highlandrinder in den Lippeauen sowie die Hunde der Anwohner – werden in Sicherheit gebracht.

An den Grenzen des Evakuierungsradius werden auch zwischen den Straßen- und Wegesperren Sicherungsposten stehen, die ein unbefugtes Eindringen in den Sperrbereich verhindern. Die Stadt Lünen weist darauf hin, dass ein Aufenthalt in den gesperrten Bereichen lebensgefährlich ist.

Keine Parkplätze, Sprengung live im Internet

Im unmittelbaren Umfeld des Sperrbereichs wird es zudem keinerlei Parkmöglichkeiten geben. Die Stadt Lünen und die Hagedorn Unternehmensgruppe bitten eindringlich darum, nicht zu versuchen, die Sprengung vor Ort zu verfolgen: „Wegen der anhaltenden Gefahr der Corona-Pandemie müssen Menschenansammlungen unbedingt vermieden werden“, so Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Er appelliert: „Bitte bleiben Sie zu Hause und reisen Sie nicht an, um sich die Sprengung anzusehen.“

Die Polizei, das Ordnungsamt, die THW, Feuerwehr und zusätzliches Sicherheitspersonal sind im Einsatz, um die Sicherheit aller zu gewährleisten. Die Ordnungsbehörde wird rund um den Evakuierungsbereich die Einhaltung der Corona-Regeln überwachen und festgestellte Verstöße zur Anzeige bringen.

Die Sprengung wird live im Internet übertragen: „Wer die Sprengung miterleben will, sollte das von zu Hause aus tun. Mit unserem Online-Event geben wir am Sonntag allen Interessierten die Möglichkeit, die Sprengung hautnah mitzuerleben, ohne die eigene Wohnung verlassen zu müssen“, erläutert Hagedorn-Projektleiter Ingo Schäfer. Der Link zur Sprengung lautet sprengung.ug-hagedorn.de und ist kostenlos zugänglich.

Es werden drei Sprengungen erfolgen: Das Vorhaben umfasst den 110 Meter hohen Kühlturm, den 250-Meter-Schornstein sowie das Kesselhaus mit seinen rund 70 Metern samt Pumpenhaus, Bunkerschwerbau und Rauchgasentschwefelungsanlage. Ab etwa 10:30 Uhr starten die Sprengungen. Den Anfang macht der Schornstein; etwa eine Stunde später folgen Kühlturm und Kesselhaus.

Das ehemalige Steag-Kraftwerk, das seit 80 Jahren das Stadtbild von Lünen geprägt hat, ist seit 2019 in Besitz der Hagedorn Unternehmensgruppe, die für den Rückbau verantwortlich ist. Auf dem Gelände an der Moltkestraße sollen in enger Abstimmung mit der Stadt Lünen hochwertige Industrie- und Gewerbeflächen entstehen.

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