Jazz-Quintett: Weihnachtslieder in swingendem Sound kommen gut an

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Werne. Mehr als 120 Zuhörer, stehende Ovationen und eine fulminante Zugabe: Das erste Konzert der Stiftung Musica Sacra Westfalica in 2023 erwies sich als gelungener Auftakt zum Jahresbeginn.

Trotzdem mag der eine oder andere Besucher der „Jazzy Christmas“ mit etwas Wehmut gelauscht haben, bedeutete die Aufführung in St. Christophorus am Sonntag (08.01.2023) doch den Abschluss der Weihnachtszeit. Immerhin: Das „Jazzprix“-Quintett ließ noch einmal traditionelle deutsche und englische Weihnachtslieder erklingen – und zwar in modernen Arrangements.

Dabei führten die Musiker ihr Publikum langsam an den ungewohnten Sound heran. Zur Melodie von „Joy to the World“ schlichen sie behutsam umeinander: Rolf von Ameln am Piano, Guido Schwab am Kontrabass und Ian Gidman am Saxophon. Schlagzeugers Volker Venohr umwarb sie mit sanften Rhythmen. Mit der altenglischen Weise „The first Noel“ formte sich das instrumentale Quartett zum Quintett: Heike Kraske wahrte die ruhige Innigkeit des Liedes, das die Musiker mit fließenden Synkopen variierten.

Nach diesem eher besinnlichen Einstieg machte das Schlagzeug eine klare Ansage: Pointierte Takte leiten den Gospel „Go Tell It on the Mountain“ ein. Kraske ließ die Melodie mit sattem Timbre vibrieren, bevor sie mit unkonventioneller Punktierung spielte – abgelöst von einem wiegenden Saxophon-Solo. Dem Jazz-Stück „A Child is born“ gab Venohr einen weichen Untergrund: Auf seinem Drum-Besen-Sound tropften Kraskes Töne wie auf frisch gefallenen Schnee. Zu der Stimmung passte die traumverlorene Improvisation des Pianisten von Ameln.

Die Zuhörenden in der Pfarrkirche St. Christophorus waren begeistert. Foto: Anke Schwarze

In einer Hommage an den deutschen Pianisten und Bandleader Paul Kuhn interpretierte das Ensemble „Angels we have heard on high“ – in Deutschland bekannter als „Engel haben auf den Feldern“. Mit knappen Anstößen intonierten sie eine sehr akzentuierte Version dieses Klassikers, die bei den Improvisationen – mit pfeffrigen Staccati am Piano und ungestümem Schlagzeug-Solo – auf die Spitze getrieben wurde. Danach ließ es das Quintett wieder ruhiger angehen.

Mit einschmeichelnder Stimme badete sie das Publikum in jener Gemütlichkeit, die einst Mel Tormé mit seinem „Christmas Song“ so samtig besungen hatte: „Chestnuts Roasting on an Open Fire“ (Kastanien rösten auf offenem Feuer). Sphärische Töne am E-Piano und gut platzierte Bluestöne von Kraske verliehen dem bisweilen überspielten „Stille Nacht“ einen ungewöhnlichen Charakter; John Rutters Chorstück „Angel’s Carol“ kleidete sich auch gut im Sound eines Bossa Nova. Und die swingende Version von „Am Weihnachtsbaume“ erntete zum Schluss spontane Bravo-Rufe.

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