Samstag, Januar 28, 2023

Jazz-Quintett: Weihnachtslieder in swingendem Sound kommen gut an

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Wer­ne. Mehr als 120 Zuhö­rer, ste­hen­de Ova­tio­nen und eine ful­mi­nan­te Zuga­be: Das ers­te Kon­zert der Stif­tung Musi­ca Sacra West­fa­li­ca in 2023 erwies sich als gelun­ge­ner Auf­takt zum Jahresbeginn. 

Trotz­dem mag der eine oder ande­re Besu­cher der „Jaz­zy Christ­mas“ mit etwas Weh­mut gelauscht haben, bedeu­te­te die Auf­füh­rung in St. Chris­to­pho­rus am Sonn­tag (08.01.2023) doch den Abschluss der Weih­nachts­zeit. Immer­hin: Das „Jazzprix“-Quintett ließ noch ein­mal tra­di­tio­nel­le deut­sche und eng­li­sche Weih­nachts­lie­der erklin­gen – und zwar in moder­nen Arrangements.

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Dabei führ­ten die Musi­ker ihr Publi­kum lang­sam an den unge­wohn­ten Sound her­an. Zur Melo­die von „Joy to the World“ schli­chen sie behut­sam umein­an­der: Rolf von Ameln am Pia­no, Gui­do Schwab am Kon­tra­bass und Ian Gid­man am Saxo­phon. Schlag­zeu­gers Vol­ker Ven­ohr umwarb sie mit sanf­ten Rhyth­men. Mit der alt­eng­li­schen Wei­se „The first Noel“ form­te sich das instru­men­ta­le Quar­tett zum Quin­tett: Hei­ke Kras­ke wahr­te die ruhi­ge Innig­keit des Lie­des, das die Musi­ker mit flie­ßen­den Syn­ko­pen variierten.

Nach die­sem eher besinn­li­chen Ein­stieg mach­te das Schlag­zeug eine kla­re Ansa­ge: Poin­tier­te Tak­te lei­ten den Gos­pel „Go Tell It on the Moun­tain“ ein. Kras­ke ließ die Melo­die mit sat­tem Tim­bre vibrie­ren, bevor sie mit unkon­ven­tio­nel­ler Punk­tie­rung spiel­te – abge­löst von einem wie­gen­den Saxo­phon-Solo. Dem Jazz-Stück „A Child is born“ gab Ven­ohr einen wei­chen Unter­grund: Auf sei­nem Drum-Besen-Sound tropf­ten Kras­kes Töne wie auf frisch gefal­le­nen Schnee. Zu der Stim­mung pass­te die traum­ver­lo­re­ne Impro­vi­sa­ti­on des Pia­nis­ten von Ameln.

Die Zuhö­ren­den in der Pfarr­kir­che St. Chris­to­pho­rus waren begeis­tert. Foto: Anke Schwarze

In einer Hom­mage an den deut­schen Pia­nis­ten und Band­lea­der Paul Kuhn inter­pre­tier­te das Ensem­ble „Angels we have heard on high“ – in Deutsch­land bekann­ter als „Engel haben auf den Fel­dern“. Mit knap­pen Anstö­ßen into­nier­ten sie eine sehr akzen­tu­ier­te Ver­si­on die­ses Klas­si­kers, die bei den Impro­vi­sa­tio­nen – mit pfeff­ri­gen Stac­ca­ti am Pia­no und unge­stü­mem Schlag­zeug-Solo – auf die Spit­ze getrie­ben wur­de. Danach ließ es das Quin­tett wie­der ruhi­ger angehen.

Mit ein­schmei­cheln­der Stim­me bade­te sie das Publi­kum in jener Gemüt­lich­keit, die einst Mel Tor­mé mit sei­nem „Christ­mas Song“ so sam­tig besun­gen hat­te: „Chest­nuts Roas­ting on an Open Fire“ (Kas­ta­ni­en rös­ten auf offe­nem Feu­er). Sphä­ri­sche Töne am E‑Piano und gut plat­zier­te Blues­tö­ne von Kras­ke ver­lie­hen dem bis­wei­len über­spiel­ten „Stil­le Nacht“ einen unge­wöhn­li­chen Cha­rak­ter; John Rut­ters Chor­stück „Angel’s Carol“ klei­de­te sich auch gut im Sound eines Bos­sa Nova. Und die swin­gen­de Ver­si­on von „Am Weih­nachts­bau­me“ ern­te­te zum Schluss spon­ta­ne Bravo-Rufe.

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