Schwelgen in Romantik

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Werne. Michal Markuszewski hatte ein Programm mit nach Werne gebracht, das der Seifert-Orgel in St. Christophorus wie auf den Leib geschneidert war. „Sie können heute in romantischen Klängen baden“, versprach Dr. Hans-Joachim Wensing im Namen der „Musica Sacra Westfalica“.

Die Stiftung hatte das Orgelkonzert organisiert. Mit mehr als 50 Zuhörern war die Aufführung gemessen an den coronabedingten Abstandsregeln gut besucht.

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Und Hans-Joachim Wensing hatte nicht zu viel versprochen. Schon mit den ersten beiden Stücken von Gabriel Pierné (1863–1937) illustrierte Michal Markuszewski eindrucksvoll den Klangreichtum der Orgel. Während des „Prélude“ aus „Trois Pièces op. 29“ schwelgte er in samtigen Tiefen und wogenden Rhythmen. Fein akzentuiert setzte er dagegen die sangliche „Cantilène“. Wie ein weiches Solo-Blasinstrument ließ er die Melodie über einer dezenten Begleitung erklingen. Und gönnte sich die Zeit, das zurückhaltende Tempo voll auszukosten und die filigranen Passagen gut durchhörbar aneinanderzufügen.

Das „Intermezzo“ von Charles-Marie Widor (1844–1937) aus der I. Symphonie c-moll op. 13/1 trieb der Organist in einem rastlosen Wirbel voran, sonore und glasklare Töne gegeneinander reibend. Unvermittelt füllte dann das majestätische Schreitmotiv des „Marche Pontifical“ den gesamten Kirchenraum aus. Das kaum nachlassende Forte beherrschte Markuszewski mit vibrierender Intensität. Gradlinig und lyrisch interpretierte er die anschließende ruhige „Méditation“.

Von Félix-Alexandre Guilmant (1837–1911) erklang die „Paraphrase sur un Choeur de Judas Macchabee de Handel“ (op. 90). Schon bei den ersten Klängen musste fast jedem Zuhörer klar sein, um welchen Chor es sich dabei handelte – nämlich jener, der zur Vorlage für eines der beliebtesten Adventslieder geworden ist: „Tochter Zion, freue dich“. Markuszewski stellte das Motiv mit angemessen feierlicher Würde vor, ehe er die Variationen fugenartig ineinander verwob, ohne es an Transparenz mangeln zu lassen. Luftig und beschwingt nahm sich danach eine Pastorale von Widor aus. Ein leichtfüßiges Tempo begleitete ein Motiv von schlichter Eleganz. Seine heitere Grundstimmung konnte es auch über ein paar melancholische Anklänge retten. msw

Bildunterschrift: Beim Orgelkonzert der Stiftung „Musica Sacra Westfalica“ demonstrierte Michal Markuszewski den romantischen Klangreichtum der Seifert-Orgel. – Foto: Schwarze

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