Dienstag, November 29, 2022

Oratorienchor begeistert in Werne mit Requiem

Anzeige

Wer­ne. Wut, Angst, Trost und Hoff­nung: Es war eine geball­te Ladung an Emo­tio­nen, die der Dort­mun­der Ora­to­ri­en­chor am Sonn­tag (20. Novem­ber) auf fast 200 Zuhö­rer in St. Chris­to­pho­rus ein­strö­men ließ. 

Fast greif­bar war die andäch­ti­ge Auf­merk­sam­keit, mit der die Men­schen der Trau­er­mu­sik von Pur­cell und Mozart lausch­ten – bis sich die zurück­ge­hal­te­ne Begeis­te­rung am Ende in ste­hen­den Ova­tio­nen Bahn brach. Zu dem Kon­zert unter der Lei­tung von Hei­ko Wald­hans hat­te die Stif­tung Musi­ca Sacra West­fa­li­ca geladen.

- Advertisement -

Eine Spre­che­rin des Dort­mun­der Ora­to­ri­en­cho­res hat­te zu Beginn des Kon­zerts dar­um gebe­ten, auf Zwi­schen­ap­plaus zu ver­zich­ten. Denn die drei auf­ge­führ­ten Stü­cke – beglei­tet vom Neu­en Col­le­gi­um Her­ford – soll­ten sich zu einem klang­li­chen Gesamt­bild ver­ei­nen. Am Anfang stand die
„Begräb­nis­mu­sik für Köni­gin Mary“ von Hen­ry Pur­cell (1659–1695), es folg­ten das „Ave ver­um
cor­pus“ (KV 618) und das Requi­em (KV 626) von Wolf­gang Ama­de­us Mozart (1756–1791).

Der Eng­län­der Pur­cell hat­te sein knap­pes und ein­präg­sa­mes Werk so sym­me­trisch ange­legt wie ein baro­ckes Schloss: Ein­ge­rahmt von zwei Trau­er­mär­schen am Anfang und am Ende, die wie­der­um flan­kiert wur­den von zwei Chor­sät­zen und jeweils einer lyri­schen Can­zo­na, stand im Mit­tel­punkt ein Part der vier Solis­ten: „In the midst of life“ – „Mit­ten im Leben (sind wir des Todes)“. Dumpf fal­len­de Trom­mel­schlä­ge und fei­er­li­che Trom­pe­ten­klän­ge kon­tras­tier­ten mit schwer­mü­ti­gen Chor­pas­sa­gen. Mit ange­mes­sen schlan­ker Stimm­füh­rung inter­pre­tier­ten die Solis­ten – Inga-Britt Anders­son (Sopran), Andra Isa­bel Prins (Alt), Joa­chim Streck­fuß (Tenor) und Richard Logie­wa Sto­ja­no­vic (Bass) – dann das berüh­ren­de, aber auch Trost spen­den­de Mittelstück.

Zu dem Kon­zert unter der Lei­tung von Hei­ko Wald­hans hat­te die Stif­tung Musi­ca Sacra West­fa­li­ca gela­den. Foto: Schwarze

Das „Ave ver­um cor­pus“ ent­fal­te­te der Ora­to­ri­en­chor in einem schön aus­for­mu­lier­ten Melo­die­fluss. Den Nach­hall die­ser atmo­sphä­ri­schen Stim­mung zer­riss der mäch­ti­ge ers­te Satz von Mozarts Requi­em. Die wogen­den Klang­mas­sen türm­ten die Sän­ge­rin­nen und Sän­ger wei­ter auf, zu einem Kyrie, das sich in einem wuch­ti­gen For­te brach. Die „Tage des Zorns“ wur­den mit geball­ter Aus­drucks­stär­ke und for­cier­tem Tem­po vor­ge­tra­gen. Der vier­te Satz gehör­te wie­der den Solisten.

Deren Stimm­la­gen waren prä­gnant besetzt: Die satt­dunk­len Stim­men von Prins und Sto­ja­no­vic schu­fen eine span­nungs­rei­che Grun­die­rung für den agi­len Tenor von Streck­fuß und Anders­sons nach­drück­li­chen Sopran. Sehr innig und wie aus Her­zens­not vor­ge­tra­gen lie­ßen die vier das Gebet „Record­a­re Jesu“ (6. Satz) erklingen.

Groß war die Begeis­te­rung unter den Zuhörer/innen. Foto: Schwarze

Der Chor griff die beklem­men­de Stim­mung auf und ließ sie in ein ele­gant geschwun­ge­nes „Lacri­mo­sa“ mün­den, wobei poin­tier­te Pau­sen wie abge­hack­te Schluch­zer anmu­te­ten. Das „Domi­ne Jesu Chris­te“ zum Offer­to­ri­um wur­de von Chor und Solis­ten mit einem fast auf­be­geh­ren­den Schwung getra­gen, das Bene­dic­tus wirk­te wie eine lyri­sche Moment­auf­nah­me nach den vor­an­ge­gan­ge­nen auf­wüh­len­den Emo­tio­nen. Nach einem zurück­hal­ten­den „Agnus Dei“ erklang das „Lux aeter­na“ als hoff­nungs­vol­les Fanal, ent­zün­det vom strah­len­den Solo-Sopran und vom Chor zum licht­er­füll­ten Fina­le verdichtet.

Das nächs­te Kon­zert der Stif­tung Musi­ca Sacra Westfalica

Am Sonn­tag, 27. Novem­ber, ist ab 17 Uhr der Phil­har­mo­ni­sche Chor Dort­mund zu Gast in der
Chris­to­pho­rus-Kir­che in Wer­ne. Unter der Lei­tung von Gran­vil­le Wal­ker prä­sen­tiert er mit der
Sopra­nis­tin Julia Grü­ter und Mit­glie­dern der Dort­mun­der Phil­har­mo­ni­ker sein dies­jäh­ri­ges
Advents­kon­zert. Auf­ge­führt wer­den Wer­ke von Bach, Brahms, Men­dels­sohn, Mozart und
Rhein­ber­ger.

Der Ein­tritt beträgt 15 Euro (ermä­ßigt 10 Euro). Kar­ten gibt es in Wer­ne im Vor­ver­kauf bei Bücher Beck­mann, Mag­da­le­nen­str. 2, Tel. 02389 / 25 26.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

Zwei Siege gegen Datteln: Hockey United startet stark in die Saison

Werne. Mit einem verdienten Heimsieg sind die Herren von Hockey United Werne in die Hallensaison gestartet. Auch die U8-Kinder zeigten beim Turnier in Oelde...

Vier Einsätze für die Feuerwehr: Vom Rohrbruch bis zum Verkehrsunfall

Werne. Ein arbeitsreicher Montag (28.11.2022) liegt hinter den Freiwilligen der Feuerwehr Werne. Vom Wasserrohrbruch bis zum Verkehrsunfall reichte die Spanne der Einsätze. Der Löschzug 1...

Neue Ausstellung im Stadtmuseum feierlich eröffnet

Werne. Die Ausstellung „Das Leben und Geschehen in der Stadt Werne vom 19. Jahrhundert bis heute“ wurde am Sonntagvormittag (27.11.2022) feierlich im Stadtmuseum eröffnet....