Mittwoch, Februar 21, 2024

Motettenkreis überzeugt mit deutsch-französischem Klangmix

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Werne. Den 200. Geburtstag des französischen Komponisten und Organisten César Franck feierte der Motettenkreis Werne am Samstag (10. Dezember) mit einem Konzert voller Gegensätze.

Alte deutsche Weihnachtslieder wurden im Wechsel mit der „Weihnachtssuite“ von Franck – Sieben Stücke in G-Dur und g-Moll aus „L’Organiste“, einem unvollendeten Spätwerk des Franzosen – interpretiert. Das Konzert in der Martin-Luther-Kirche bestach durch die Gegenüberstellung von Orgelspiel und Chorgesang – wobei die „Königin der Instrumente“ den Wechsel von Solo- und Chorstimmen instrumental aufgriff, während der A-capella-Vortrag des Motettenkreises ein ebenbürtiges vielstimmiges Klangvolumen entstehen ließ. Mit der Orgelfantasie C-Dur op. 16 von César Franck sowie dem Kyrie und Gloria aus der Messe Breve in B-Dur von Charles Gounod stimmten Orgel und Chor auf das Konzert ein.

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Rainer Kamp, Kirchenmusiker und Leiter des Motettenkreises, übernahm Dirigat und Orgelspiel. Dem „Poco allegretto“ von Francks „Sept Pièces“ verlieh er die obligate Schlichtheit, das folgende „Vieux Noël“ wurde sanglich intoniert und behutsam variiert. Einen lebhaften Kontrast dazu bildete das „Noël Angevin“ mit seiner tänzerischen Anmutung.

Für den nächsten Stimmungswechsel sorgte der Motettenkreis: Einsamkeit und Schwermut ließ er durch den Lutherchoral „Nun komm der Heiden Heiland“ wehen, ebenso wie durch „Gelobet seist du, Jesu Christ“ – ein Chorsatz von Bach über einen weiteren Text von Martin Luther. Und der Reformator steuerte auch den dritten Teil dieser Chorpassage bei: Mit „Vom Himmel hoch“ setzte der Motettenkreis jetzt einen zuversichtlichen Kontrapunkt und ließ über drei Strophen ein sanftes Crescendo aufblühen. Dem hielt Kamp mit den nächsten drei Stücken aus Francks Komposition – Quasi lento, Noël Angevin und Allegretto Vivo – geschliffene, bisweilen scharfkantige Töne entgegen, die er weich modulierten Passagen abfederte. 

Der Motettenkreis wiederum formulierte das anschließende „In dulci jubilo“ in angemessen schlanker Weise; „Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich“ war als Dialog zwischen Frauen- und Männerstimmen angelegt. Prägnant hingetupft machte der Paul-Gerhardt-Klassiker „Fröhlich soll mein Herze springen“ seinem Titel alle Ehre. Mit einer fast meditativen Interpretation des Liedes „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ endete dieser Part.

Der Orgel blieb mit dem „Amen und Sortie“ von Franck ein jubelnder Ausklang vorbehalten, wobei freche Spitztöne mit einem sonoren Fundament unterlegt wurden.

Der Motettenkreis führt am Sonntag, 19. März 2023, die Johannespassion von Johann Sebastian Bach mit Solisten und dem Concert Royal Köln auf.

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