Dienstag, Februar 7, 2023

Motettenkreis überzeugt mit deutsch-französischem Klangmix

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Wer­ne. Den 200. Geburts­tag des fran­zö­si­schen Kom­po­nis­ten und Orga­nis­ten César Franck fei­er­te der Motet­ten­kreis Wer­ne am Sams­tag (10. Dezem­ber) mit einem Kon­zert vol­ler Gegensätze.

Alte deut­sche Weih­nachts­lie­der wur­den im Wech­sel mit der „Weih­nachts­suite“ von Franck – Sie­ben Stü­cke in G‑Dur und g‑Moll aus „L’Or­ga­nis­te“, einem unvoll­ende­ten Spät­werk des Fran­zo­sen – inter­pre­tiert. Das Kon­zert in der Mar­tin-Luther-Kir­che bestach durch die Gegen­über­stel­lung von Orgel­spiel und Chor­ge­sang – wobei die „Köni­gin der Instru­men­te“ den Wech­sel von Solo- und Chor­stim­men instru­men­tal auf­griff, wäh­rend der A‑ca­pel­la-Vor­trag des Motet­ten­krei­ses ein eben­bür­ti­ges viel­stim­mi­ges Klang­vo­lu­men ent­ste­hen ließ. Mit der Orgel­fan­ta­sie C‑Dur op. 16 von César Franck sowie dem Kyrie und Glo­ria aus der Mes­se Bre­ve in B‑Dur von Charles Goun­od stimm­ten Orgel und Chor auf das Kon­zert ein.

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Rai­ner Kamp, Kir­chen­mu­si­ker und Lei­ter des Motet­ten­krei­ses, über­nahm Diri­gat und Orgel­spiel. Dem „Poco alle­gret­to“ von Francks „Sept Piè­ces“ ver­lieh er die obli­ga­te Schlicht­heit, das fol­gen­de „Vieux Noël“ wur­de sang­lich into­niert und behut­sam vari­iert. Einen leb­haf­ten Kon­trast dazu bil­de­te das „Noël Ange­vin“ mit sei­ner tän­ze­ri­schen Anmutung.

Für den nächs­ten Stim­mungs­wech­sel sorg­te der Motet­ten­kreis: Ein­sam­keit und Schwer­mut ließ er durch den Luther­cho­ral „Nun komm der Hei­den Hei­land“ wehen, eben­so wie durch „Gelo­bet seist du, Jesu Christ“ – ein Chor­satz von Bach über einen wei­te­ren Text von Mar­tin Luther. Und der Refor­ma­tor steu­er­te auch den drit­ten Teil die­ser Chor­pas­sa­ge bei: Mit „Vom Him­mel hoch“ setz­te der Motet­ten­kreis jetzt einen zuver­sicht­li­chen Kon­tra­punkt und ließ über drei Stro­phen ein sanf­tes Cre­scen­do auf­blü­hen. Dem hielt Kamp mit den nächs­ten drei Stü­cken aus Francks Kom­po­si­ti­on – Qua­si len­to, Noël Ange­vin und Alle­gret­to Vivo – geschlif­fe­ne, bis­wei­len scharf­kan­ti­ge Töne ent­ge­gen, die er weich modu­lier­ten Pas­sa­gen abfederte. 

Der Motet­ten­kreis wie­der­um for­mu­lier­te das anschlie­ßen­de „In dul­ci jubi­lo“ in ange­mes­sen schlan­ker Wei­se; „Lobt Gott, ihr Chris­ten, alle gleich“ war als Dia­log zwi­schen Frau­en- und Män­ner­stim­men ange­legt. Prä­gnant hin­ge­tupft mach­te der Paul-Ger­hardt-Klas­si­ker „Fröh­lich soll mein Her­ze sprin­gen“ sei­nem Titel alle Ehre. Mit einer fast medi­ta­ti­ven Inter­pre­ta­ti­on des Lie­des „Es ist ein Ros’ ent­sprun­gen“ ende­te die­ser Part.

Der Orgel blieb mit dem „Amen und Sor­tie“ von Franck ein jubeln­der Aus­klang vor­be­hal­ten, wobei fre­che Spitz­tö­ne mit einem sono­ren Fun­da­ment unter­legt wurden.

Der Motet­ten­kreis führt am Sonn­tag, 19. März 2023, die Johan­nes­pas­si­on von Johann Sebas­ti­an Bach mit Solis­ten und dem Con­cert Roy­al Köln auf.

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