Mittwoch, August 17, 2022

Lob für Kammerkonzert-Reihe von Dortmunder Intendanten

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Wer­ne. Das Kon­zert der Musik­freun­de stand am Don­ners­tag auf der Kip­pe. Aller­dings nicht wegen des Sturm­tiefs Yle­nia, son­dern wegen eines posi­ti­ven Coro­na­tests des Künst­ler­du­os Eli­sa­beth Väth-Schad­ler und Hubert Salmhofer. 

Dank des schnel­len Ein­sat­zes von Huber­tus Stei­ner, dem künst­le­ri­schen Lei­ter der Musik­freun­de, konn­te für den Abend ein ande­res Duo gebucht wer­den: In der glei­chen Beset­zung mit Kla­ri­net­te und Kla­vier spiel­ten Davit Sar­uk­han­y­an und Vero­ni­ka Salik­ho­va. Ein Gast aus Dort­mund zeig­te sich begeis­tert: der Inten­dant des dor­ti­gen Konzerthauses.

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Das ursprüng­li­che Pro­gramm hat­te eine Hom­mage an den Swing-Kla­ri­net­tis­ten Ben­ny Good­man vor­ge­se­hen. Davit Sar­uk­han­y­an und Vero­ni­ka Salik­ho­va setz­ten auf bewähr­te Klas­si­ker – und lie­ßen die Zuhö­rer im gut besuch­ten Rat­haus­saal nichts an Schwung, Dyna­mik und far­bi­ger Rhyth­mik ver­mis­sen. Beim Con­cer­ti­no für Kla­ri­net­te in Es-Dur von Carl Maria von Weber beleb­ten kraft­vol­le Kla­vier­ak­kor­de die spie­le­ri­sche Leich­tig­keit, mit der Sar­uk­han­yans into­nier­te. Dann wie­der ließ er die sat­te, warm­her­zi­ge Klang­far­be der Kla­ri­net­te nuan­ciert auf­blü­hen und bewies mit flin­ken Läu­fen sei­ne Fin­ger­fer­tig­keit und die Beweg­lich­keit sei­nes Instruments.

In den Fan­ta­sie­stü­cken für Kla­ri­net­te und Kla­vier von Robert Schu­mann wech­sel­ten melan­cho­li­sche Züge mit humor­vol­ler Pikan­te­rie. Mit leb­haf­ten Bewe­gun­gen ging Sar­uk­han­y­an auf die Musik ein, sen­si­bel beglei­tet von Salik­ho­va. Sie folg­te auf­merk­sam, unter­mal­te dezent und fing dra­ma­ti­sche Aus­brü­che der Musik wie­der ein. Einen völ­lig ande­ren Cha­rak­ter besit­zen die drei Stü­cke für Solo-Kla­ri­net­te von Igor Stra­win­sky. Sar­uk­han­y­an arbei­te­te die jaz­zi­gen Ele­men­te der hef­ti­gen Ton­sprün­ge und schrill auf­rüt­teln­de Spitz­tö­ne her­aus. Dabei beherrsch­te er das Rohr­blatt sei­nes Instru­ments, das lau­nisch sein kann, makellos.

Das impres­sio­nis­ti­sche Klang­bild von Debus­sys „Pre­miè­re Rhap­so­die“ mal­te er anfangs mit fei­nen Stri­chen und hel­len Tup­fern, dann wie­der mit har­scher Wucht. Ab und an ließ die Kla­ri­net­te ein spöt­ti­sches Geläch­ter durch­hö­ren. Eine sprung­haf­te Hom­mage für Kla­ri­net­te von Bel­la Kovács into­nier­te Sar­uk­han­y­an mit soviel Bra­vour, dass er spon­ta­ne Bra­vo-Rufe ern­te­te. Bei dem berühm­ten Ada­gio aus Mozarts Kla­ri­net­ten­kon­zert leg­te das Duo ein struk­tu­rier­tes Tem­po vor, anstatt wie man­che Inter­pre­ten die zar­te Melo­die zer­flie­ßen zu las­sen. Brahms Sona­te Nr. 2 in Es-Dur besetzt die gan­ze Band­brei­te zwi­schen sach­ten und auf­wüh­len­den Momen­ten. Gera­de dem Kla­vier lässt der Pia­nist Brahms dafür viel Raum und Eigen­stän­dig­keit. Vero­ni­ka Salik­ho­va meis­ter­te das eben­so aus­grei­fend wie kraftvoll.

Peter Pohl­mann, Geschäfts­füh­rer der Musik­freun­de Wer­ne (links), und Dr. Rapha­el von Hoe­ns­bro­ech, Inten­dant des Kon­zert­hau­ses Dort­mund, tausch­ten sich über die Zukunft von Kon­zert­ver­an­stal­tun­gen aus. Foto: Schwarze

„Ein wun­der­schö­nes Kon­zert in einem wun­der­ba­rem Raum.“ Das Lob kam aus erfah­re­nem Mund – vom Inten­dan­ten des Dort­mun­der Kon­zert­hau­ses, Dr. Rapha­el von Hoe­ns­bro­ech. Er war vom Geschäfts­füh­rer der Musik­freun­de, Peter Pohl­mann, nach Wer­ne ein­ge­la­den wor­den. „Wir haben über die Zukunft der Musik­freun­de gespro­chen“, erklär­te Hoe­ns­bro­ech. „Das ist eine groß­ar­ti­ge Initia­ti­ve und es sind alle Zuta­ten vor­han­den, die­se Kam­mer­kon­zer­te in die nächs­te Genera­ti­on mit­zu­neh­men.“ Er sei davon über­zeugt, dass sich der Kon­zert­be­trieb von den Ein­schrän­kun­gen der  Coro­na­pan­de­mie erho­len wer­de. „Wir mer­ken in Dort­mund, dass das Ver­lan­gen der Men­schen nach Live-Erleb­nis­sen grö­ßer gewor­den ist“, erklär­te er. Die Ener­gie, die sich von Musi­kern auf Publi­kum über­tra­ge, kön­ne nie­mand beim Strea­men oder CD-Hören erfah­ren. „Und die Musik­freun­de stel­len sich der Auf­ga­be, die­se Erfah­rung zugäng­lich zu machen.“

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