Mittwoch, Oktober 5, 2022

Kunst zum Stauferkaiser Barbarossa auf Schloss Cappenberg

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Cappenberg/Münster (lwl). Anläss­lich des 900. Geburts­tags des berühm­ten Stauf­erkai­sers Fried­rich I. Bar­ba­ros­sa wid­met ihm das LWL-Muse­um für Kunst und Kul­tur in Müns­ter die Aus­stel­lung „Bar­ba­ros­sa. Die Kunst der Herr­schaft” an zwei Orten. Die Aus­stel­lung „Das Ver­mächt­nis von Cap­pen­berg” (14. Sep­tem­ber 2022 – 5. Febru­ar 2023) in Schloss Cap­pen­berg bei Selm (Kreis Unna) bil­det den Auf­takt und ist ab Mitt­woch (14. Sep­tem­ber) geöffnet.

Die Aus­stel­lung mit rund 60 Expo­na­ten zeigt die Ver­bin­dun­gen zwi­schen dem Klos­ter und Kai­ser Bar­ba­ros­sa im 12. Jahr­hun­dert. Die Grün­dung des Stifts Cap­pen­berg 1122 hat­te die Geschich­te West­fa­lens maß­geb­lich beeinflusst.

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„Geschich­te vom Umden­ken und Umdeuten”

Als schwä­bi­scher Her­zogs­sohn und seit 1155 als Kai­ser des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches Deut-scher Nati­on lenk­te Bar­ba­ros­sa die Geschi­cke Euro­pas mit. „Schwä­bi­scher Ade­li­ger, Rit­ter, Poli­ti­ker und Mythos – wie kaum ein ande­rer Herr­scher prägt der Stau­fer Fried­rich I. Bar­ba­ros­sa bis heu­te unse­re Vor­stel­lung von Macht, Ruhm und Glanz eines mit­tel­al­ter­li­chen Königs und Kai­sers”, sag­te der Direk­tor des Land­schafts­ver­ban­des West­fa­len-Lip­pe (LWL), Dr. Georg Lunemann.

Graf Otto von Cap­pen­berg war 1122 Tauf­pa­te Bar­ba­ros­sas. 1156 schenk­te er als Stift­s­probst dem Klos­ter den berühm­ten Cap­pen­ber­ger Kopf und die Tauf­scha­le des Kai­sers (heu­te im Besitz des Kunst­ge­wer­be­mu­se­ums der Staat­li­chen Muse­en zu Ber­lin). Sie bil­den das Ver­mächt­nis von Cap­pen­berg und sind zugleich die Haupt­wer­ke der Ausstellung. 

Die Umwand­lung der Burg Cap­pen­berg in ein Klos­ter 1122 gilt als eine der wesent­li­chen Wei­chen­stel­lun­gen der Geschich­te West­fa­lens. Der Erin­ne­rungs­ort Cap­pen­berg gedenkt wich­ti­ger Per­so­nen und Ereig­nis­se mit­tel­al­ter­li­cher Geschichte.

Die aktu­el­le Aus­stel­lung deckt hier­zu neue Aspek­te auf: Als Süh­ne für die Brand­stif­tung des Domes und der Stadt Müns­ter ent­sag­ten die Brü­der Gott­fried und Otto von Cap­pen­berg dem welt­li­chen Leben, über­ga­ben ihren Besitz der Kir­che und tra­ten dem geist­li­chen Leben bei.

Indem Otto von Cap­pen­berg sein süd­deut­sches Erbe den Stau­fern über­ließ, trug er zum Auf­stieg der Fami­lie Bar­ba­ros­sas zu könig­li­chen und kai­ser­li­chen Wür­den bei. So wur­de er Tauf­pa­te von Fried­rich Bar­ba­ros­sa. Die Aus­stel­lung zeigt, wie die Stifts­grün­dung mit der Geschich­te Bar­ba­ros­sas und mit dem damals aus­ge­han­del­ten Frie­den zwi­schen Papst und Kai­ser ver­bun­den ist.

Sie­gel des Gra­fen Otto von Cap­pen­berg, um 1156/71, Archiv Graf von Kanitz, Cap­pen­berg, Stifts­ar­chiv. Foto: Mari­us Jaco­by, Münster

Aus­stel­lung

„Als Muse­ums­leu­te haben wir stets den Anspruch, auch die Gegen­wart in die Dar­stel­lung der Geschich­te mit ein­zu­be­zie­hen. Bei die­ser Aus­stel­lung geschieht das durch den moder­nen Ani­ma­ti­ons­film Cap­pen­berg 1122, sowie durch einen kri­ti­schen Blick auf das Wir­ken Bar­ba­ros­sas,” so der Direk­tor des LWL-Muse­ums für Kunst und Kul­tur, Dr. Her­mann Arn­hold. Am Gemäl­de „Der Tod Bar­ba­ros­sas”, 1832, von Juli­us Schnorr von Carol­s­feld zei­gen der Kura­tor der Aus­stel­lung, Dr. Gerd Deth­lefs, und die kura­to­ri­sche Assis­ten­tin Flo­ra Tesch, wie der Kai­ser zur natio­na­len Leit­fi­gur des 19. Jahr­hun­derts umge­deu­tet wurde.

„Das Schloss Cap­pen­berg mit dem Ver­mächt­nis Bar­ba­ros­sas ist ein bedeu­ten­der Kul­tur­ort für die Regi­on. Des­we­gen haben wir als regio­nal enga­gier­ter Kreis die Idee zu der Aus­stel­lung an-gesto­ßen und ihre Rea­li­sie­rung von Anfang an unter­stützt”, sagt Dr. Hein­rich Schul­ze Alt­cap­pen­berg vom Rota­ry Club Selm – Kai­ser Bar­ba­ros­sa. Die umfang­rei­che Aus­stel­lung und das damit ver­bun­de­ne Bil­dungs- und Ver­mitt­lungs­pro­gramm wer­den durch zahl­rei­che regio­na­le und natio­na­le För­de­rer unterstützt.

Ab dem 28. Okto­ber folgt die Aus­stel­lung „Bar­ba­ros­sa. Die Kunst der Herr­schaft” (bis 5.2.2023) im LWL-Muse­um für Kunst und Kul­tur in Müns­ter mit kost­ba­ren Leih­ga­ben unter ande­rem aus Lon­don, Paris und Kopen­ha­gen. Die bei­den Aus­stel­lun­gen ergän­zen einander.

In Cap­pen­berg wer­den auf 600 Qua­drat­me­tern haupt­säch­lich die Geburt Bar­ba­ros­sas, die Stifts­grün­dung und die Rezep­ti­on Bar­ba­ros­sas im 19. Jahr­hun­dert the­ma­ti­siert, wäh­rend in Müns­ter die his­to­ri­sche Per­son Bar­ba­ros­sas und sein Wir­ken durch die Kunst des 12. Jahr­hun­derts zum Leben erweckt wer­den soll. Am 24. Okto­ber wer­den hier­zu die Tauf­scha­le und der Cap­pen­ber­ger Kopf vom Cap­pen­ber­ger Schloss in das LWL-Muse­um nach Müns­ter wechseln.

Geför­dert wird die Aus­stel­lung von: Minis­te­ri­um für Kunst und Wis­sen­schaft des Lan­des Nord-rhein-West­fa­len, Kul­tur­stif­tung der Län­der, Kunst­stif­tung NRW, Pro­vin­zi­al Stif­tung, Spar­kas­se Müns­ter­land Ost, LWL-Kul­tur­stif­tung, Stif­tung kunst³, Freun­de des Muse­ums, Rota­ry Club Selm – Kai­ser Bar­ba­ros­sa und Kreis Unna.

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