Donnerstag, Mai 19, 2022

Konzert der Musikfreunde Werne setzt Zeichen für die Ukraine

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Wer­ne. Der Ukrai­ne-Krieg erfor­der­te am Don­ners­tag­abend eine Pro­gramm­än­de­rung in der Kam­mer­kon­zert­rei­he der Musik­freun­de Wer­ne. Das ursprüng­lich ein­ge­la­de­ne Künst­ler­duo konn­te nicht auf­tre­ten, da der Vio­li­nist Alek­sey Seme­nen­ko als wehr­fä­hi­ger Mann nicht aus der Ukrai­ne aus­rei­sen darf. 

Huber­tus Stei­ner, der künst­le­ri­sche Lei­ter der Musik­freun­de, fand mit den Schwes­tern Gus­a­chen­ko zwei Künst­le­rin­nen, die bereit waren, kurz­fris­tig ein­zu­sprin­gen. Und musi­ka­lisch ein Zei­chen zu set­zen: Die bei­den jun­gen Frau­en stam­men eben­falls aus der Ukraine.

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„Wir freu­en uns, hier in die­sem schö­nen Haus auf­tre­ten zu dür­fen und hof­fen, in die­sen Zei­ten mit unse­rer Musik etwas bewir­ken zu kön­nen“, sag­te die Vio­li­nis­tin Vic­to­ria Gus­a­chen­ko. Trotz der düs­te­ren Zei­ten in ihrem Hei­mat­land hat­te das Duo – mit Gali­na Gus­a­chen­ko am Pia­no – ein „hel­les Stück“ zum Ein­stieg gewählt: Mozarts Vio­li­nen-Sona­te G‑Dur erklang wie ein fri­sches Aqua­rell mit fröh­li­chen Klang­far­ben, leicht auf­ge­tra­gen und trans­pa­rent. Vio­li­ne und Pia­no lie­ßen die Zuhö­rer an einem mun­te­ren Geplau­der teil­ha­ben. Die bei­den Schwes­tern bil­de­ten ein per­fekt auf­ein­an­der ein­ge­stimm­tes Team. Tän­zelnd umspiel­ten sie ein­an­der mit fein akzen­tu­ier­ten Tönen. Dann wie­der wieg­te sich die Vio­li­ne im Takt wei­cher Melo­die­bö­gen, wäh­rend die Pia­nis­tin mit schnel­le­ren Kla­vier­läu­fen gegensteuerte.

Mit Beet­ho­vens Vio­li­nen­so­na­te 7 in C‑moll betrat ein völ­lig ande­rer Cha­rak­ter das musi­ka­li­sche Gesche­hen. Ein dra­ma­ti­scher Auf­tritt, für den das Pia­no im 1. Satz ein auf­wüh­lend-bas­si­ges Tim­bre lie­fer­te, wäh­rend die Vio­li­ne stür­misch auf­be­gehr­te. Wie eine wohl­mo­du­lier­te poe­ti­sche Erzäh­lung mute­te dage­gen das Ada­gio an. Im zwei­ten Teil des Pro­gramms wid­me­ten sich die Schwes­tern vir­tu­os ost­eu­ro­päi­schen Musi­kern – von Fré­dé­ric Cho­pin (1810–1849) über des­sen pol­ni­schen Lands­mann Karol Szy­ma­now­ski (1882–1937) bis zum dem erst 2020 ver­stor­be­nen ukrai­ni­schen Kom­po­nis­ten Myroslaw Skoryk.

Dr. Susan­ne Ved­der-Lau­renz, die Vor­sit­zen­de der Gesell­schaft der Musik­freun­de, bat vor dem Kon­zert um Spen­den für die Ukrai­ne. Foto: Schwarze

Auch die Ver­an­stal­ter und Zuhö­rer bekun­de­ten ihre Soli­da­ri­tät mit dem kriegs­ge­beu­tel­ten Land: Bereit­wil­lig folg­ten die Kon­zert­be­su­cher einem Spen­den­auf­ruf der Gesell­schaft der Musik­freun­de und füll­ten eine dafür am Ein­gang auf­ge­stell­te Box.

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