Mittwoch, August 10, 2022

Kaffeehaus-Nachmittag im Flöz K: Wenn Lesen die Seele berührt

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Wer­ne (rau). Kuchen, Quiche und Kum­mer: Flöz K ließ am Monats­letz­ten die Tra­di­ti­on der Kaf­fee­haus-Nach­mit­ta­ge auf­le­ben und so trans­por­tier­ten Vor­le­se­rin Aloi­sia Kre­i­en­baum und Kol­le­ge Roger Otten aus Köln in atem­be­rau­ben­der Wei­se atem­be­rau­ben­de Tex­te. Das Publi­kum war begeis­tert und einig: Es muss mehr geben. „Man“ hört: wird es wohl auch.

Kre­i­en­baum und Otten sind aus­ge­bil­de­te Sprecher/innen – sie in Wer­ne eine hör­ba­re Grö­ße u.a. durch die Lese­welt. Für den Wie­der­ein­stieg in die Kaf­fee­haus-Nach­mit­ta­ge hat­ten bei­de „Unbe­kann­tes von Bekann­ten“ gewählt.

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Hein­rich Böll war dabei: Natür­lich, kaum einer kann so vor­sich­tig zuver­sicht­lich trau­rig sein wie er. Zu lesen und zu hören z.B. in der Geschich­te über den Jun­gen, der nach dem Krieg durch den Satz eines Vaters: „Sie ist tot“, weiß, dass mehr als sei­ne schwär­me­ri­sche Kind­heit ver­lo­ren und Neu­be­ginn noch ein­zu­üben ist.

Wolf­diet­rich Schnur­re: Älte­ren aus dem Schul­buch „Wort und Sinn“ bekannt, lebt mit sei­ner Vater-Sohn-Erzäh­lung über „Wir ken­nen einen Zwerg“-Geschichte hof­fent­lich ewig (nicht nur) in Kin­der­see­len wei­ter. So lie­be­voll, so zuver­sicht­lich, Tol­ki­en wür­de sich verneigen.

Chris­ta Rei­nig: Sie kann Bal­la­de und sie ist so poin­tiert, so wit­zig, dass Fried­rich von Schil­ler wohl ger­ne gelauscht und viel­leicht von der Leich­tig­keit der tref­fen­den For­mu­lie­run­gen ein biss­chen inspi­riert gewe­sen wäre.

Mar­tin Wal­ser: Ein Mann mit sub­ti­ler Lei­den­schaft fürs Neben­bei. Und wer es Sonn­tag noch nicht ahn­te, wuss­te nach dem Kaf­fee­haus-Nach­mit­tag, wie dra­ma­tisch kom­pli­ziert das Leben eines Pfört­ners zu sein vermag.

Diet­rich Bon­hoef­fer: Ein Theo­lo­ge mit kla­ren Blick auf die Bedro­hung durch dum­me Men­schen, die in geis­tig fla­chen Pfüt­zen leben und schnell zur Beu­te von Bos­heit und damit zu Char­gen jed­we­der Demo­kra­tie­fein­de wer­den kön­nen. Bon­hoef­fer starb im Konzentrationslager.

Sieg­fried Lenz: Ein Mann so viel mehr als sei­ne „Deutsch­stun­de“. „Der Läu­fer“ eröff­ne­te den Kaf­fee­haus-Nach­mit­tag im Flöz K. Eine berüh­ren­de Geschich­te über die letz­te Chan­ce eines Sport­lers, der dann doch nicht siegt, nach der Ziel­li­nie zusam­men­fällt, ver­ges­sen ist.

Wer danach das EM-End­spiel der Fuß­ball­frau­en gese­hen hat, wuss­te irgend­wie mehr.

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