Samstag, Dezember 4, 2021

Kammermusik mit orchestraler Fülle

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Werne. Ein prick­el­ndes Ron­do von Haydn, eine in sich gekehrte Romanze von Schu­mann. Ein Finale, dessen Klänge ins Nichts entschwebten, darauf ein Auf­takt mit raum­fül­len­den Akko­r­den: Das Guadagni­ni Trio fes­selte sein Pub­likum beim Rathauskonz­ert der Musik­fre­unde mit dif­feren­zierten Inter­pre­ta­tio­nen und aus­drucksstarken Tempi.

Mehr als 80 Zuhörerin­nen und Zuhör­er hat­ten sich unter streng­ster Beach­tung der gel­tenden Coro­n­aau­fla­gen im his­torischen Bürg­er­saal einge­fun­den. Die Kün­stler Ali­na Armonas-Tam­brea (Vio­line), Edvar­das Armonas (Cel­lo) und Nami Ejiri (Piano) waren von den Musik­fre­un­den als „Gigan­ten der Kam­mer­musik“ angekündigt wor­den. Und wur­den dieser Beze­ich­nung völ­lig gerecht. Orches­trale Fülle wech­selte mit tief emp­fun­de­nen poet­is­chen Momenten. Das zog sich durch alle drei Werke: das Klavier­trio G‑Dur von Joseph Haydn („Zige­uner­trio“), die Phan­tasi­estücke op 88. von Robert Schu­mann sowie das Klavier­trio C‑Dur op 87 von Johannes Brahms.

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Ali­na Armonas-Tam­brea schmiegte sich in Haydns san­glich­es Andante, spritzig unter­malt von Ejiris am Flügel und geerdet von Armonas’ sonorem Cel­lok­lang. Im Poco Ada­gio ließ das Trio ein zartes Stim­mung­bild entste­hen. Die bei­den Stre­ichin­stru­mente bre­it­eten einen hinge­tupften Klangtep­pich für die poet­is­che Melodie des Pianos aus. Die drei Musik­er kosteten das langsame Tem­po aus, ohne es an Präg­nanz ver­mis­sen zu lassen. In gle­ich­er Weise intonierten sie die Romanze von Robert Schu­mann mit dem geboten­em inni­gen Aus­druck. Das leb­hafte Ron­do aus dem Haydn-Trio wiederum wirbelte durch den Rathaus­saal, heftige Ton­sprünge wech­sel­ten mit fein abge­set­ztem Stac­ca­to. Selb­st im stür­mis­chsten Forte blieb jedes Instru­ment gut durchhörbar.

Die Humoreske aus Schu­manns Phan­tasi­estück­en trug das Ensem­ble vor wie eine vergnügliche Diskus­sion, bei der jed­er seinen Stand­punkt nach­drück­lich ver­tritt, bis das Gespräch wieder in einen munteren Plausch überge­ht. Wie es in ein­er klug geführten Kon­ver­sa­tion sein sollte, gin­gen die Musik­er aufeinan­der ein, ver­ständigten sich oft nur mit kurzen Blick­wech­seln. Diese Dynamik übertrug sich aufs Pub­likum, das geban­nt lauschte und sich an den passenden Stellen nicht mit Applaus zurückhielt.

INFO

Abhängig von den Entwick­lun­gen der Coro­n­a­pan­demie haben die Musik­fre­unde fol­gende Ver­anstal­tun­gen im Jan­u­ar geplant:

Am 16. Jan­u­ar laden die Musik­fre­unde zu einem Son­derkonz­ert in den Kolp­ingsaal. Es spielt die Deutsche Kam­mer­phil­har­monie Bre­men mit dem Vio­lin­is­ten Daniel Spec. Auf dem Pro­gramm ste­ht „The pur­ple Sea­sons – Musik von Vival­di und Jimi Hendrix“.

Das näch­ste Rathauskonz­ert find­et am 20. Jan­u­ar 2022 ab 20 Uhr statt. Paul Böhme (Cel­lo) und Joan­na Przy­byl­s­ka (Klavier) spie­len Werke von Beethoven, Tschaikowsky, Alfred Schnit­tke und Jerôme Ducros.

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