Donnerstag, Dezember 8, 2022

Kammermusik mit orchestraler Fülle

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Wer­ne. Ein pri­ckeln­des Ron­do von Haydn, eine in sich gekehr­te Roman­ze von Schu­mann. Ein Fina­le, des­sen Klän­ge ins Nichts ent­schweb­ten, dar­auf ein Auf­takt mit raum­fül­len­den Akkor­den: Das Gua­da­gni­ni Trio fes­sel­te sein Publi­kum beim Rat­haus­kon­zert der Musik­freun­de mit dif­fe­ren­zier­ten Inter­pre­ta­tio­nen und aus­drucks­star­ken Tempi.

Mehr als 80 Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer hat­ten sich unter strengs­ter Beach­tung der gel­ten­den Coro­na­auf­la­gen im his­to­ri­schen Bür­ger­saal ein­ge­fun­den. Die Künst­ler Ali­na Armo­nas-Tam­brea (Vio­li­ne), Edvar­das Armo­nas (Cel­lo) und Nami Eji­ri (Pia­no) waren von den Musik­freun­den als „Gigan­ten der Kam­mer­mu­sik“ ange­kün­digt wor­den. Und wur­den die­ser Bezeich­nung völ­lig gerecht. Orches­tra­le Fül­le wech­sel­te mit tief emp­fun­de­nen poe­ti­schen Momen­ten. Das zog sich durch alle drei Wer­ke: das Kla­vier­trio G‑Dur von Joseph Haydn („Zigeu­ner­trio“), die Phan­ta­sie­stü­cke op 88. von Robert Schu­mann sowie das Kla­vier­trio C‑Dur op 87 von Johan­nes Brahms.

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Ali­na Armo­nas-Tam­brea schmieg­te sich in Haydns sang­li­ches Andan­te, sprit­zig unter­malt von Eji­ris am Flü­gel und geer­det von Armo­nas’ sono­rem Cel­lo­klang. Im Poco Ada­gio ließ das Trio ein zar­tes Stim­mung­bild ent­ste­hen. Die bei­den Streich­in­stru­men­te brei­te­ten einen hin­ge­tupf­ten Klang­tep­pich für die poe­ti­sche Melo­die des Pia­nos aus. Die drei Musi­ker kos­te­ten das lang­sa­me Tem­po aus, ohne es an Prä­gnanz ver­mis­sen zu las­sen. In glei­cher Wei­se into­nier­ten sie die Roman­ze von Robert Schu­mann mit dem gebo­te­nem inni­gen Aus­druck. Das leb­haf­te Ron­do aus dem Haydn-Trio wie­der­um wir­bel­te durch den Rat­haus­saal, hef­ti­ge Ton­sprün­ge wech­sel­ten mit fein abge­setz­tem Stac­ca­to. Selbst im stür­mischs­ten For­te blieb jedes Instru­ment gut durchhörbar.

Die Humo­res­ke aus Schu­manns Phan­ta­sie­stü­cken trug das Ensem­ble vor wie eine ver­gnüg­li­che Dis­kus­si­on, bei der jeder sei­nen Stand­punkt nach­drück­lich ver­tritt, bis das Gespräch wie­der in einen mun­te­ren Plausch über­geht. Wie es in einer klug geführ­ten Kon­ver­sa­ti­on sein soll­te, gin­gen die Musi­ker auf­ein­an­der ein, ver­stän­dig­ten sich oft nur mit kur­zen Blick­wech­seln. Die­se Dyna­mik über­trug sich aufs Publi­kum, das gebannt lausch­te und sich an den pas­sen­den Stel­len nicht mit Applaus zurückhielt.

INFO

Abhän­gig von den Ent­wick­lun­gen der Coro­na­pan­de­mie haben die Musik­freun­de fol­gen­de Ver­an­stal­tun­gen im Janu­ar geplant:

Am 16. Janu­ar laden die Musik­freun­de zu einem Son­der­kon­zert in den Kol­ping­saal. Es spielt die Deut­sche Kam­mer­phil­har­mo­nie Bre­men mit dem Vio­li­nis­ten Dani­el Spec. Auf dem Pro­gramm steht „The pur­p­le Sea­sons – Musik von Vival­di und Jimi Hendrix“.

Das nächs­te Rat­haus­kon­zert fin­det am 20. Janu­ar 2022 ab 20 Uhr statt. Paul Böh­me (Cel­lo) und Joan­na Przy­byl­s­ka (Kla­vier) spie­len Wer­ke von Beet­ho­ven, Tschai­kow­sky, Alfred Schnitt­ke und Jerô­me Ducros.

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