Samstag, Dezember 4, 2021

Duo Mélange: Spannungsreicher Zusammenklang

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Werne. Auf eine lei­den­schaftliche „Nacht in Argen­tinien“ fol­gte ein klas­sis­ches Kabi­nettstück von Mozart, auf ein argen­tinisch ange­haucht­es „Ave Maria“ ein flottes Alle­gro von Beethoven: Das Duo Mélange bot am Son­nta­gnach­mit­tag in der gut besucht­en St. Christopho­rus-Kirche ein kurzweiliges Konz­ert auf Ein­ladung der Stiftung Musi­ca Sacra Westfalica.

Mit der Kom­bi­na­tion von Quer­flöte und Marim­ba haben Almut Unger und Thomas Laukel ein Ensem­ble geschaf­fen, das klan­glich Sel­tenheitswert hat. Die Flöte ist aus der europäis­chen Musikgeschichte nicht wegzu­denken; die Marim­ba, ein dem Xylophon ähn­lich­es Schla­gin­stru­ment, stammt aus der südamerikanis­chen Folk­lore und spielt auch im nor­damerikanis­chen Jazz eine wichtige Rolle. 

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Wie viel­seit­ig diese Kom­bi­na­tion ist, bewiesen Unger und Laukel mit ein­er Mis­chung – eben ein­er Mélange – aus Werken von Mozart und Beethoven sowie den zeit­genös­sis­chen Kom­pon­is­ten Eric Sam­mut und Ben­jamin Ulrich. Als rot­er Faden zogen sich Kom­po­si­tio­nen von Astor Piaz­zol­la durch das Pro­gramm. Er gilt als der argen­tinis­che Kom­pon­ist schlechthin, seine Musik ist geprägt von der konz­er­tan­ten Form des Tango.

Doch Piaz­zol­la kom­ponierte auch innige Stücke wie das „Ave Maria“, mit dem Unger und Laukel ihr Konz­ert eröffneten. Anmutig ließ Unger ihre Flö­ten­töne durch den Kirchen­raum gleit­en, Laukel unter­malte mit san­ften Vari­a­tio­nen auf der Marim­ba. Und dann fol­gte ein kess­es Stac­ca­to-Motiv: Das Alle­gro aus Beethovens Sonat­en op 49 bildete einen leb­haften Kon­trast zu dem „Ave Maria“. Unger akzen­tu­ierte pikant, die dun­klere Klang­farbe der Marim­ba erdete das flir­rende Spiel der Quer­flöte. So ent­stand im Ver­lauf des der Sonate ein span­nungsre­ich­er Zusam­men­klang, der sich durch das ein­fühlsame Miteinan­der der bei­den Musik­er zu einem har­monis­chen Gesamt­bild vereinte.

Pia­zol­las Tan­go-Etüde Nr. 4 inter­pretierte Unger allein auf der Quer­flöte. Die Kom­po­si­tion ließ die synkopis­chen Rhyth­men des Tan­go immer wieder durch­scheinen; dazu lotete Unger den ele­gan­ten Fluss dieses Musik­stils aus. Mit sat­ten und kräfti­gen Far­ben intonierte anschließend Laukel den Lib­er­tan­go von Eric Sam­mut auf der Marim­ba, ver­wob die Akko­rde zu einem schwin­gen­den Klangteppich.

Eigens für das Duo Mélange schrieb Ben­jamin Ulrich „A Night in Argenti­na“. Neben der Marim­ba brachte Laukel hier Trom­meln ins Spiel. Über seinen fast bedrohlichen Rhyth­men baute Unger eine schw­er­mütige Melodie auf, die zwis­chen­durch abbrach, um sich wie spon­tan impro­visiert neu zu find­en. Ein Stück weit blieb diese Unrast auch in Mozarts Fan­tasie in d‑Moll erhal­ten: Munter davoneilende Pas­sagen wech­sel­ten mit melan­cholis­ch­er Nach­den­klichkeit. Ein feuriger „Street Tan­go“ von Piaz­zol­la been­dete das Konz­ert und mün­dete in stür­mis­chem Applaus.

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