Kirchenmusikerin Dagmar Wensing will auf die prekäre Situation von freiberuflichen Künstlern aufmerksam machen. Foto: Dr. Hans-Joachim Wensing
Kirchenmusikerin Dagmar Wensing will auf die prekäre Situation von freiberuflichen Künstlern aufmerksam machen. Foto: Dr. Hans-Joachim Wensing
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Werne. Die Coronapandemie hat vielen Künstlern finanziell den Boden unter den Füßen weggerissen. Veranstaltungsverbote und Absagen setzten besonders freiberuflichen Solo-Selbstständigen zu. „Weil bei ihnen in der Regel keine Betriebskosten für Büromiete oder Angestellte anfallen, rutschen sie durch das soziale Raster für Fördergelder von Bund und Land“, erklärt die Werner Kirchenmusikerin Dagmar Wensing. Sie möchte auf diese Situation mit ihrer Aktion „Künstler für Künstler“ aufmerksam machen.

Am Samstag, 11. Juli, werden Dagmar Wensing und ihr Mann Dr. Hans-Joachim Wensing, Kantor der St. Christophorus-Gemeinde, ab 11 Uhr auf dem Kirchplatz in der Innenstadt Musik machen. Unterstützt werden sie dabei vom Trompeter Jörg Segtrop, der schon des Öfteren in Werne aufgetreten ist. „Auch ihn trifft der Ausfall von Konzerten, aber dank seines Zweitberufs als Lehrer ist er abgesichert“, sagt Dagmar Wensing.

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Obwohl alle drei Musiker nicht unmittelbar von der Coronakrise betroffen sind, wollen sie ihre Solidarität bekunden – gemeinsam mit Zuhörerinnen und Zuhörern. Das genaue Programm der Veranstaltung steht noch nicht fest. Auf jeden Fall werden Werke verschiedener Komponisten aufgeführt. Außerdem wird das Publikum über die aktuelle Situation von Künstlern informiert.

„Wir möchten Sensibilität für eine Branche wecken, die schon in guten Zeiten mit viel Idealismus und Leidenschaft ausgestattet sein muss, um zu überleben“, so Wensing. Freie Musiker hätten nur ihre Instrumente und ihre Stimmen sowie das Podium, auf dem sie engagiert seien. Keine weiteren Betriebskosten, die sie geltend machen könnten. Zudem würden viele Engagements mit mündlicher Absprache besiegelt. „Wenn dann alles langfristig ausfällt, bevor überhaupt Plakate oder Programmhefte gedruckt worden sind, ist es schwer, den Ausfall nachzuweisen“, erklärt Wensing.

Und: Kaum ein Solo-Künstler habe Geld übrig, um sich gegen den unverschuldeten Ausfall einer Veranstaltung zu versichern. „Wir haben viele Freunde, die jetzt um ihre Existenz bangen“, bedauert Wensing – und hofft auf viel Zuspruch am kommenden Samstag. Die erste Aktion „Künstler für Künstler“ war am 27. Juni bereits auf gute Resonanz gestoßen.

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