Donnerstag, September 29, 2022

Bläsercorps Werne und Sechs Pipes in der Warteschleife

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Wer­ne. „Lei­der abge­sagt!“ Das gilt nun auch für das Gemein­schafts­kon­zert des Blä­ser­corps Wer­ne und der A‑Ca­pel­la-Gesangs­grup­pe Sechs Pipes. Wie zuvor schon etli­che ande­re Kunst- und Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen, fällt auch das musi­ka­li­sche Novem­ber-High­light im Wer­ner Kul­tur­ka­len­der wegen Coro­na aus. Schwe­ren Her­zens infor­mier­ten Mar­lies Schmid-Goß­he­ger für das Kul­tur­bü­ro der Stadt Wer­ne und Joa­chim Thie­le, Vor­sit­zen­der des Blä­ser­corps Wer­ne e.V., im Gespräch mit WERN­Eplus über die Absa­ge der Ver­an­stal­tung, die eigent­lich am Sams­tag, 14. Novem­ber, auf die Büh­ne des Kol­ping­saa­les gebracht wer­den sollte.

In enger Abstim­mung hat­ten Kul­tur­bü­ro und Blä­ser­corps zuvor erwo­gen, ob eine klei­ne­re Vari­an­te mit weni­ger Musi­kern auf der Büh­ne und begrenz­tem Publi­kum even­tu­ell mach­bar sei. Ange­sichts der noch ver­stärk­ten Ein­schrän­kun­gen sei dies nicht mög­lich, muss­te man erken­nen. So zählt allein das Blä­ser­corps 30 Musi­ker, die von­ein­an­der gemäß der stren­gen Regeln für Blas­mu­si­ker einen Abstand von zwei Metern im Durch­mes­ser hal­ten müs­sen. Dafür sei die Kol­ping­büh­ne aber zu klein. Auch die Zahl der zuge­las­se­nen Per­so­nen im Saal dür­fe 80 nicht über­schrei­ten – inklu­si­ve aller Akteu­re hin­ter den Kulis­sen (Büh­nen­dienst, Cate­ring, Kul­tur­bü­ro etc.). Neben den rein prak­ti­schen Fak­to­ren, zählt auch das künst­le­ri­sche Ergeb­nis, das mit einem stark ver­klei­ner­ten Ensem­ble nicht das­sel­be wäre. „Unser Reper­toire hat sich zuletzt stär­ker in die kon­zer­tan­te Rich­tung erwei­tert“, schil­dert Thie­le, wes­halb sich die Zahl der Musi­ker und somit die Viel­falt der Instru­men­te nicht ein­fach so ver­rin­gern las­se. Das sei auch eine Fra­ge der Nach­hal­tig­keit, man wol­le ja, dass die Leu­te wie­der­kom­men, beton­te die Lei­te­rin des Kul­tur­bü­ros den Anspruch.

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Das gilt umso mehr, als dem Gemein­schafts­kon­zert von Blä­ser­corps und MGV Cäci­lia Capel­le im Vor­jahr ein gro­ßer Publi­kums­er­folg beschie­de­nen war. Blä­ser­corps und MGV fei­er­ten ihr 60-jäh­ri­ges Bestehen bezie­hungs­wei­se 100-stes Jubi­lä­um im fast aus­ver­kauf­ten Kol­ping­saal. Im gemein­sa­men Gespräch nach der gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung habe man sich sofort ent­schlos­sen, wie­der ein Kon­zert auf die Bei­ne zustel­len. Weil der MGV Cäci­lia aber in die­sem Jahr pau­sie­ren woll­te, hat­te man sich mit den Sechs Pipes, die zum Capel­ler Chor gehö­ren, ver­ab­re­det. Die Sän­ger brin­gen ihre Stim­men sehr unter­halt­sam im Sti­le von A‑Ca­pel­la-Gesangs­grup­pen wie „Bas­ta“ und „Wise Guys“ zu Gehör und spie­len selbst auch ver­schie­de­ne Blasinstrumente.

Marlies Schmid Goßheger und Joachim Thiele bedauern die coronabedingte Absage des Gemeinschaftskonzerts von Bläsercorps und Sechs Pipes. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, versichern sie aber auch. Foto: Gaby Brüggemann
Mar­lies Schmid Goß­he­ger und Joa­chim Thie­le bedau­ern die coro­nabe­ding­te Absa­ge des Gemein­schafts­kon­zerts von Blä­ser­corps und Sechs Pipes. Auf­ge­scho­ben ist nicht auf­ge­ho­ben, ver­si­chern sie aber auch. Foto: Gaby Brüggemann

„Wir spre­chen heu­te noch ganz oft von dem Kon­zert“, sagt Thie­le über die Ver­an­stal­tung 2019, die man selbst orga­ni­siert hat­te. Und auf die Neu­auf­la­ge im Kol­ping­saal mit sei­ner Akus­tik habe man sich Blä­ser­corps und Sechs Pipes des­halb auch schon „rie­sig gefreut“.

Sobald eine Ver­bes­se­rung in Sachen Coro­na ein­tre­te, kön­ne man rela­tiv schnell ein Kon­zert orga­ni­sie­ren, sag­te Schmid-Goß­he­ger. Vor­aus­set­zung ist es aber, dass unter Coro­na-Regeln auch geprobt wer­den kann. Hier erhiel­ten die Blä­ser Unter­stüt­zung von außen. So stell­te die Fir­ma Stein­kuhl im Som­mer eine Hal­le zur Ver­fü­gung, die aber nicht beheizt wer­den kann. Eine Anfra­ge bei der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de, ob man im evan­ge­li­schen Bon­hoef­fer-Zen­trum pro­ben dür­fe, brach­te die Lösung. „Pfar­rer Alex­an­der Mee­se hat sofort zuge­sagt“, freu­te sich Joa­chim Thie­le über die Opti­on. Denn ohne Pro­ben und Auf­trit­te feh­le zudem auch das Mit­ein­an­der. Für Mar­lies Schmid-Goß­he­ger ist die­se Unter­stüt­zung ein posi­ti­ves Signal. „Die Men­schen rücken zusam­men, netz­wer­ken in Sachen Kul­tur und sind offen ein­ge­stellt“, wird ihr aus vie­len Gesprä­chen zurückgemeldet.

Des­halb steht für Musi­ker wie Kul­tur­bü­ro auch jetzt schon fest: „Auf­ge­scho­ben ist nicht auf­ge­ho­ben“. Dann wol­len sie das Publi­kum wie­der mit ihrem Reper­toire unter­hal­ten. Das reicht von Med­ley zum Dis­ney-Film „Favo­ri­tes“ über die Pol­ka bis hin zu kon­zer­tan­ten Stü­cken. Das spricht alle Genera­tio­nen an, weiß Joa­chim Thiele.

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