Das Gemeinschaftskonzert des Bläsercorps Werne und Sechs Pipes muss verschoben werden. Foto: Volkmer
Das Gemeinschaftskonzert des Bläsercorps Werne und Sechs Pipes muss verschoben werden. Foto: Volkmer
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Werne. „Leider abgesagt!“ Das gilt nun auch für das Gemeinschaftskonzert des Bläsercorps Werne und der A-Capella-Gesangsgruppe Sechs Pipes. Wie zuvor schon etliche andere Kunst- und Kulturveranstaltungen, fällt auch das musikalische November-Highlight im Werner Kulturkalender wegen Corona aus. Schweren Herzens informierten Marlies Schmid-Goßheger für das Kulturbüro der Stadt Werne und Joachim Thiele, Vorsitzender des Bläsercorps Werne e.V., im Gespräch mit WERNEplus über die Absage der Veranstaltung, die eigentlich am Samstag, 14. November, auf die Bühne des Kolpingsaales gebracht werden sollte.

In enger Abstimmung hatten Kulturbüro und Bläsercorps zuvor erwogen, ob eine kleinere Variante mit weniger Musikern auf der Bühne und begrenztem Publikum eventuell machbar sei. Angesichts der noch verstärkten Einschränkungen sei dies nicht möglich, musste man erkennen. So zählt allein das Bläsercorps 30 Musiker, die voneinander gemäß der strengen Regeln für Blasmusiker einen Abstand von zwei Metern im Durchmesser halten müssen. Dafür sei die Kolpingbühne aber zu klein. Auch die Zahl der zugelassenen Personen im Saal dürfe 80 nicht überschreiten – inklusive aller Akteure hinter den Kulissen (Bühnendienst, Catering, Kulturbüro etc.). Neben den rein praktischen Faktoren, zählt auch das künstlerische Ergebnis, das mit einem stark verkleinerten Ensemble nicht dasselbe wäre. „Unser Repertoire hat sich zuletzt stärker in die konzertante Richtung erweitert“, schildert Thiele, weshalb sich die Zahl der Musiker und somit die Vielfalt der Instrumente nicht einfach so verringern lasse. Das sei auch eine Frage der Nachhaltigkeit, man wolle ja, dass die Leute wiederkommen, betonte die Leiterin des Kulturbüros den Anspruch.

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Das gilt umso mehr, als dem Gemeinschaftskonzert von Bläsercorps und MGV Cäcilia Capelle im Vorjahr ein großer Publikumserfolg beschiedenen war. Bläsercorps und MGV feierten ihr 60-jähriges Bestehen beziehungsweise 100-stes Jubiläum im fast ausverkauften Kolpingsaal. Im gemeinsamen Gespräch nach der gelungenen Veranstaltung habe man sich sofort entschlossen, wieder ein Konzert auf die Beine zustellen. Weil der MGV Cäcilia aber in diesem Jahr pausieren wollte, hatte man sich mit den Sechs Pipes, die zum Capeller Chor gehören, verabredet. Die Sänger bringen ihre Stimmen sehr unterhaltsam im Stile von A-Capella-Gesangsgruppen wie „Basta“ und „Wise Guys“ zu Gehör und spielen selbst auch verschiedene Blasinstrumente.

Marlies Schmid Goßheger und Joachim Thiele bedauern die coronabedingte Absage des Gemeinschaftskonzerts von Bläsercorps und Sechs Pipes. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, versichern sie aber auch. Foto: Gaby Brüggemann
Marlies Schmid Goßheger und Joachim Thiele bedauern die coronabedingte Absage des Gemeinschaftskonzerts von Bläsercorps und Sechs Pipes. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, versichern sie aber auch. Foto: Gaby Brüggemann

„Wir sprechen heute noch ganz oft von dem Konzert“, sagt Thiele über die Veranstaltung 2019, die man selbst organisiert hatte. Und auf die Neuauflage im Kolpingsaal mit seiner Akustik habe man sich Bläsercorps und Sechs Pipes deshalb auch schon „riesig gefreut“.

Sobald eine Verbesserung in Sachen Corona eintrete, könne man relativ schnell ein Konzert organisieren, sagte Schmid-Goßheger. Voraussetzung ist es aber, dass unter Corona-Regeln auch geprobt werden kann. Hier erhielten die Bläser Unterstützung von außen. So stellte die Firma Steinkuhl im Sommer eine Halle zur Verfügung, die aber nicht beheizt werden kann. Eine Anfrage bei der evangelischen Kirchengemeinde, ob man im evangelischen Bonhoeffer-Zentrum proben dürfe, brachte die Lösung. „Pfarrer Alexander Meese hat sofort zugesagt“, freute sich Joachim Thiele über die Option. Denn ohne Proben und Auftritte fehle zudem auch das Miteinander. Für Marlies Schmid-Goßheger ist diese Unterstützung ein positives Signal. „Die Menschen rücken zusammen, netzwerken in Sachen Kultur und sind offen eingestellt“, wird ihr aus vielen Gesprächen zurückgemeldet.

Deshalb steht für Musiker wie Kulturbüro auch jetzt schon fest: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Dann wollen sie das Publikum wieder mit ihrem Repertoire unterhalten. Das reicht von Medley zum Disney-Film „Favorites“ über die Polka bis hin zu konzertanten Stücken. Das spricht alle Generationen an, weiß Joachim Thiele.

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