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Nachwuchs-Notstand: Aktuelle Studie zeigt deutlichen Ausbildungs-Rückgang

(djd). Was die wirtschaftlichen Einbußen angeht, hat die Pandemie vor allem kleine und mittelständische Unternehmen massiv getroffen. Kurzarbeit, Entlassungen oder Betriebsschließungen sind die Folge. Für Auszubildende ist der Jobeinstieg unter diesen Voraussetzungen besonders schwer.

„Das betrifft das Angebot von Ausbildungsplätzen ebenso wie die Lernbedingungen und die Chancen auf Übernahme“, weiß Dirk Schulte, Geschäftsführer der „Das Telefonbuch Servicegesellschaft mbH“ und Schirmherr der Initiative für Gewerbevielfalt. Die Initiative wurde von der Verlegergemeinschaft „Das Telefonbuch“ ins Leben gerufen. „Als Partner des Mittelstands zeigen wir nicht nur bestehende Probleme auf, sondern auch ganz konkrete Wege, um gemeinsam eine positive Veränderung in Gang zu setzen und die Gewerbevielfalt in Deutschland langfristig zu erhalten“, betont Dirk Schulte.

Junge Menschen sind verunsichert

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im vergangenen Jahr um 9,4 Prozent zurückgegangen. Drastische Einbrüche gab es nicht nur bei den Gastronomen, sondern beispielsweise auch in der Kosmetiker- und Schneiderbranche. Der starke Rückgang liegt lediglich zum Teil daran, dass weniger Betriebe Lehrstellen angeboten haben. Vielmehr verunsichert die schwierige Situation auch die jungen Menschen und lässt viele zögern, eine Lehre anzutreten. Ihre Sorge ist groß, die Ausbildung nicht abschließen zu können oder nicht übernommen zu werden. Die politischen Maßnahmen für eine Ausbildungsplatzgarantie halten viele dabei für unzureichend und zeigen sich enttäuscht. Die Folgen des monatelangen Zögerns an der Ausbildungsfront für den Fachkräftemarkt sind abzusehen.

Die Kosmetikbranche verzeichnet einen deutlichen Rückgang der Azubi-Verträge im Vergleich zum Vorjahr. Foto: djd/Das Telefonbuch/Getty Images/Mark Bowden

Auch Unternehmen sind in der Pflicht

Dabei sind die Aussichten für Berufseinsteiger in vielen Branchen gut, sobald sich die Lage wieder normalisiert hat. „Wer heute eine Ausbildung im Gastgewerbe beginnt, hat seine Stelle praktisch sicher“, sagt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. Die Botschaft für junge Menschen ist: offen sein für neue Wege, viel Eigeninitiative und flexibel sein. Auch die Unternehmen sind gefordert. Vorstellungsgespräche sollten nicht abgesagt, sondern per Videochat oder Telefoninterview durchgeführt werden. Auch bei den Bewerbungsunterlagen darf man jetzt mal ein Auge zudrücken, wenn diese nicht perfekt eingereicht wurden. „Um gute Nachwuchskräfte zu finden und an sich zu binden, sollten sie von Anfang an ein vielfältiges Aufgabengebiet bekommen und in die Firmenabläufe eingebunden werden“, so Dirk Schulte.