Ein letztes Foto am alten Platz. Küster Marco Hüsing am achteckige Taufstein in der Pfarrkirche St. Christophorus, der in dieser Woche vom südlichen Seitenschiff zu einem neuen Standort transportiert wird. Foto: Christoph Volkmer
Ein letztes Foto am alten Platz. Küster Marco Hüsing am achteckige Taufstein in der Pfarrkirche St. Christophorus, der in dieser Woche vom südlichen Seitenschiff zu einem neuen Standort transportiert wird. Foto: Christoph Volkmer
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Werne. Ungewohnt schweres Gerät kommt dieser Tage in der Pfarrkirche St. Christophorus zum Einsatz. Grund dafür ist der Umzug des achteckigen Taufsteins.

Mitte der 1990er-Jahre wurde das Kircheninnere umgestaltet, seitdem stand der Taufstein mit Reliefbildern des Sündenfalls und der Vertreibung aus dem Paradies im südlichen Seitenschiff der Kirche. Der 127 Zentimeter hohe und um das Jahr 1500 im Münsterland aus Baumberger Sandstein gefertigte Stein wird nach Auskunft von Pfarrdechant Jürgen Schäfer für den Transport in die ursprünglichen zwei Teile zerlegt und dann versetzt.

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Damals sei der Stein bewusst „museal“ aufgestellt worden. „Eigentlich aber muss der Stein eine Stufe in die Erde, denn so ist er zu hoch“, erklärt Schäfer. Zudem sei die Taufe das Eingangssakrament und somit die Positionierung nicht korrekt. „Wenn der Taufstein liturgisch richtig aufgestellt wird, steht er im Eingangsbereich der Kirche“, so Schäfer weiter. Erst seit seinem Amtsantritt in Werne ist der Stein wieder mit einem Einsatz versehen worden, damit dort eine Schüssel mit Wasser Platz findet. Zuvor seien die Taufen mit Tablett und Kännchen durchgeführt worden.

Der neue Platz für den Taufstein ist gefunden. Foto: Volkmer

Jetzt wandert nach Absprache mit der zuständigen Denkmalbehörde und der Liturgiekommission des Bistums der Taufstein in den mittigen Eingangsbereich der Kirche, dort soll der Stein einen Gegenpunkt zum Altar setzen. „Alle waren begeistert, dass Taufstein und Altar so wieder in eine Beziehung miteinander gesetzt werden, auch weil es Funktionsorte der Liturgie sind“, sagt Schäfer. An beiden Orten werden die Hauptsakramente (Taufe und Eucharistie), die sogenannten sacramenta majora gespendet. Dort, wo der Taufstein bisher gestanden hat, werden künftig Sitzbänke stehen. „Die Senioren-Messdiener freuen sich schon darauf, wenn sie nicht mehr auf der Treppe knien müssen, sondern dann in der ersten Reihe sitzen können“, so Schäfer mit einem Lächeln.

Taufstein wird künftig illuminiert

Der von einer Spezialfirma durchgeführte „Umzug“ soll Ende der Woche beendet sein, doch bis der Taufstein komplett installiert ist, wird es noch länger dauern. Denn im September erhält das Gotteshaus eine neue Beleuchtung. „Wir haben jetzt Halogen und dafür bekommen wir keine Leuchtmittel mehr. Daher rüsten wir auf LED-Beleuchtung um. Wenn das soweit ist, wird dann der Taufstein am neuen Platz sehenswert in Szene gesetzt“, kündigt der Pfarrdechant an. Ende September sollen alle Arbeiten unter dem Motto „Ertüchtigung des Innenraums“ in der Pfarrkirche abgeschlossen sein.

 

 

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