Donnerstag, April 3, 2025

Handlungsbedarf: Politik stimmt für Gewerbeflächen-Strategie

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Werne. Der Bedarf an Gewerbeflächen in Werne ist groß. Das gilt für ansiedlungswillige Unternehmen ebenso wie für die Erweiterungspläne erfolgreicher Firmen vor Ort. Die Dringlichkeit dieser Situation ist bekannt, wie dringlich sie ist, hat der Regionalverband Ruhr (RVR) Anfang März mit seinen Flächenbedarfsberechnungen in Zahlen gegossen und den gewerblichen Flächenbedarf in Werne mit 18,9 Hektar, zusätzlich zu den schon ausgewiesenen Flächen von 9,7 Hektar beziffert.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung betonte Bürgermeister Lothar Christ, der eigens in die Sitzung am 25. März 2025 gekommen war: „Die Wirtschaftsentwicklung ist das herausforderndste Handlungsfeld in Werne. Es herrscht ein hoher Druck für neue Ansiedlungen und Betriebserweiterungen.“ Mittelständler aus Werne hätten keine Kapazitäten mehr und wanderten ab, schilderte er die Lage.

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Gewerblicher Flächenbedarf bei 31 Hektar

Dass die Bedarfe nicht gedeckt werden können, habe inzwischen schon zu einem Rückgang von Anfragen ansiedlungswilliger Firmen geführt. „Wir müssen jetzt darauf reagieren“, warb der Bürgermeister bei der Politik darum, den Beschluss über eine wirksame Gewerbeflächenstrategie mitzutragen. Parallel dazu sollen die Bürger/innen in einem Beteiligungsprozess – das ist die Lehre aus dem 2021 per Bürgerentscheid gekippten Regionalen Kooperationsstandorts Nordlippestraße – über relevante Aspekte der Wirtschaftsentwicklung sowie über den jeweiligen Stand der Flächenentwicklung informiert werden.

Den drängenden Handlungsbedarf wandelten die Ausschussmitglieder einstimmig in einen Handlungsauftrag zugunsten der empfohlenen Gewerbeflächenstrategie um. „Wir sehen den Bedarf der Firmen, Nachverdichtung reicht nicht, wir werden zustimmen“, hatte zuvor Klaus Schlüter (B´90/ Die Grünen) signalisiert. Sein Fraktionskollege Andreas Drohmann fragte, ob man die Bedarfszahl des RVR als festen Zielwert interpretieren solle, der zukünftig umgesetzt werden müsse, oder gehe es nicht eher um die Frage, wo die Kommune in in Zukunft sein wolle?

Die Politik habe die Aufgabe, den landesplanerischen Rahmen, den man zur Verfügung habe, als Handlungsgrundlage zu verstehen, antwortete Lothar Christ. „Was machen wir mit den 18 Hektar und welche Möglichkeiten gibt es?“, das gelte es zu eruieren, ergänzte er.

Adelheid Hauschopp-Francke, sachkundige Bürgerin der SPD, sah Drohmanns Frage berechtigt. Das Leben koste jedoch Geld und qualitativ gutes Leben koste viel Geld, sagte sie mit Blick auf die unterfinanzierten Kommunen. Jenseits der Zuwendungen habe man da nur die Grund- und Gewerbesteuern als Einnahmequellen. Und wie beliebt Erhöhungen seien, könne man gerade am Thema Grundsteuer ablesen, riet sie der Politik zu Transparenz.

Neue Perspektiven für Wernes Wirtschaft

Auf den Rückenwind aus der Politik zur Entwicklung der Gewerbeflächenstrategie inklusive Bürgerdialog reagierte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Matthias Stiller, in einer Medienmitteilung erfreut: „Wie in ganz Deutschland steht auch Werne vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Um diese bewältigen zu können, müssen wir uns jetzt auf den Weg machen, neue Perspektiven für Gewerbeflächen in Werne zu entwickeln.“

In einem ersten Schritt sollten zunächst die Entwicklungsmöglichkeiten anhand der regional- und landesplanerischen Voraussetzungen geprüft werden. Dann werde nach konkreten Flächen für die gewerbliche Entwicklung gesucht. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sei der Bürgerdialog, über den die Öffentlichkeit frühzeitig eingebunden werden soll, noch vor Beginn der Planungen.

Bürgerdialogmanagerin Dr. Linn Julia Temmann machte deutlich, dass man über die Hintergründe, Zusammenhänge und weiteren Schritte der Gewerbeflächenstrategie die Öffentlichkeit ab jetzt stetig auf dem Laufenden halten werde. Außerdem wolle man den Menschen die Möglichkeit geben, sich persönlich in den Prozess einzubringen.

Die Bürgerbeteiligung werde von der Verwaltung und den wirtschaftspolitischen Sprechern der Fraktionen im Rahmen einer Lenkungsgruppe begleitet und vorbereitet, heißt es. Darüber werde man über die Presse, die Website und die Social-Media-Kanäle der Stadt informieren.

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