Dezentrale Unterbringung Geflüchteter bewährt sich

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Werne. In der Stadt Werne leben derzeit 558 Geflüchtete, davon stammen 285 Personen aus der Ukraine. Wie die Dezernentin für Soziales und Bürgerangelegenheiten, Kordula Mertens, am Mittwoch 31. Mai 2023, im Ausschuss für Soziales, öffentliche Ordnung, Integration und Inklusion erläuterte, wohnen 259 in städtischen Unterkünften.

Davon sind 76 ukrainische Kriegsflüchtlinge, 19 minderjährige Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine und fünf syrische Schutzbedürftige. Vier Geflüchtete stammen aus Ägypten.

Von den 259 Geflüchteten, die in den städtischen Einrichtungen leben, dürften 149 eine Wohnung auf dem Wohnungsmarkt anmieten. Die Erfüllungsquote für die Aufnahme von Geflüchteten liegt für Werne gegenwärtig bei 91,35 Prozent.

Anders als in anderen Kommunen häufig der Fall, sind die Geflüchteten im Werner Stadtgebiet in viele verschiedene Einrichtungen (Wohnungen) verteilt. Diese dezentrale Unterbringung habe viele Vorteile. „Wir sind sehr zufrieden damit“, so Mertens. Außerdem hat man noch freie Unterbringungsmöglichkeiten, falls kurzfristig Bedarf bestehe.

Gerade erst wurde die ehemalige Barbaraschule für die Unterbringung Geflüchteter hergerichtet und steht inzwischen für eine Belegung zur Verfügung. Eine weitere Unterkunft habe die Stadt nun in einem Wohnhaus an der Konrad-Adenauer-Straße 1 hinzubekommen. Auch im ehemaligen Internat am St. Christophorus Gymnasium gebe es noch freie Plätze, so Mertens. Die Räumlichkeiten hier werden ausschließlich von Frauen und Mädchen bewohnt.

Zur Unterstützung bei der Finanzierung für die Aufnahme der Geflüchteten hat die Stadt Werne laut Verwaltung im Januar 2023 per Zuwendungsbescheid Landesmittel aus dem „Stärkungspakt NRW“ in Höhe von 116.991 Euro erhalten. Diese Mittel können bis Ende 2023 zur finanziellen Unterstützung von Beratungsstellen und Einrichtungen der sozialen Infrastruktur verwendet werden.

„Kostendeckend sind die nie, wir kommen immer ins Defizit.“

Dezernentin Kordula Mertens zu den Hilfen von Bund und Land

Hintergrund der Zuwendungen sind unter anderem krisenbedingt steigende Energiepreise sowie die hohe Inflation. Dezernat III (Jugend, Familie, Bildung) und Dezernat V (Bürgerangelegenheiten/ Soziales) sind dazu laut Verwaltung derzeit in Gesprächen. Ferner habe die Stadt eine weitere „(zweite) Tranche“ zur Herrichtung und Unterhaltung von Unterkünften in Höhe von 702.380 Euro mit Bescheid vom 12. April 2023 erhalten. Die bisherigen Ukraine-Tranchen waren Bundesmittel. In diesem Fall handele es sich um Landesmittel, die bis Ende 2023 zu verwenden seien.

Die Frage aus dem Ausschuss, ob die Hilfen von Bund und Land die Ausgaben abdeckten, verneinte Mertens: „Kostendeckend sind die nie, wir kommen immer ins Defizit“, hieß es.

Die Dezernentin verwies auf den engagierten Einsatz der Mitarbeitenden im Bereich Asyl. Denn neben der finanziellen Hilfe sei es eben wichtig, sich um die Integration der Menschen zu kümmern. Hier würde mehr Sozialarbeit benötigt, das sei auf Dauer ein Thema. Inzwischen kämen aus der Ukraine anders als zu Beginn des Krieges auch ganze Familien. Das gelte auch für andere Nationen.

Um dies aufzufangen ist die Abstimmung über die Dezernate hinweg notwendig. „Wir haben da eine tolle Zusammenarbeit mit Schulamt und Jugendamt“, betonte die Dezernentin.

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