Samstag, Dezember 3, 2022

Thema Asyl in Werne: 60 Plätze für Geflüchtete verfügbar

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Wer­ne. „Die Kund­ge­bung am Sams­tag war ein ganz tol­ler Erfolg“, zeig­te sich Peter Roemer, Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für Sozia­les, öffent­li­che Ord­nung, Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on (SO), in der Sit­zung am Mitt­woch, 2. März 2022, beein­druckt von der Frie­dens­kund­ge­bung des Inter­na­tio­na­len Clubs Wer­ne (ICW) am Sams­tag zuvor. Auch die vie­len Auf­ru­fe zur Hil­fe für Kriegs­flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne hob er lobend hervor. 

Auf der Tages­ord­nung des Gre­mi­ums stand der Sach­stands­be­richt zum The­ma Asyl, über den Kor­du­la Mer­tens, Dezer­nen­tin für Bürgerangelegenheiten/ Sozia­les, die Poli­tik infor­mier­te. Die Auf­nah­me von Zuflucht­su­chen­den nach dem Kriegs­an­griff auf die Ukrai­ne stand im Mit­tel­punkt des Berichts.

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In Wer­ne kön­ne man auf min­des­tens 60 Plät­ze in ver­schie­de­nen, über die Stadt ver­teil­ten Unter­brin­gun­gen zurück­grei­fen und Zuflucht­su­chen­de aus dem Kriegs­ge­biet auf­neh­men, erläu­ter­te sie zu den ver­füg­ba­ren Kapa­zi­tä­ten. Nach dem Rück­gang der Flücht­lings­zah­len in Wer­ne in den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­te man eini­ge Anmie­tun­gen been­det, gleich­wohl aber auch einen Pool von Woh­nun­gen behal­ten. Zudem habe man bereits vor­sorg­lich die Lager­be­stän­de auf­ge­stockt und Matrat­zen, Baby­ba­de­wan­nen, Win­deln etc. ein­ge­kauft, berich­te­te sie.

Mit wie vie­len Ankom­men­den in nächs­ter Zeit zu rech­nen sei, kön­ne man noch nicht sagen, mach­te Mer­tens klar. „Die prak­ti­sche Umset­zung der Unter­brin­gung wür­den wir aber hin krie­gen“, ver­si­cher­te sie, dass man trotz der Ent­wick­lung der Ereig­nis­se vor­be­rei­tet sei. Den­noch gebe es zahl­rei­che Unwäg­bar­kei­ten. Für den heu­ti­gen Don­ners­tag sei eine neue EU-Richt­li­nie zur Kriegs­flücht­lings­re­ge­lung ange­kün­digt, hieß es. Auch bei den Innen­mi­nis­tern der Län­der sei die Auf­nah­me der Flüch­ten­den am heu­ti­gen Don­ners­tag Thema.

Es gibt ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten der Auf­nah­me. Wer­de ein Asyl­an­trag gestellt, durch­lie­fen die Asyl­be­wer­ber das übli­che Ver­fah­ren und bekä­men die gesetz­li­chen Leis­tun­gen, erklär­te die Dezer­nen­tin. Ob vie­le der Ankom­men­den davon aber Gebrauch machen wür­den, sei unge­wiss. Denn anders als etwa bei allein­ste­hen­den – meist männ­li­chen – Flüch­ten­den aus ande­ren Kri­sen­ge­bie­ten kämen aus der Ukrai­ne maß­geb­lich Frau­en und Kin­der. Oft kämen die­se zunächst pri­vat auch bei Ver­wand­ten, Freun­den und Hel­fern unter. Es bestehe dann auch die Mög­lich­keit, mit einem 90 Tage gül­ti­gen Visum zu blei­ben, des­sen Dau­er auf 180 Tage ver­län­gert wer­den kön­ne, erklär­te Mer­tens. In die­sen Fäl­len wer­den kei­ne Leis­tun­gen gewährt.

Wie die Dezer­nen­tin heu­te gegen­über WERN­Eplus mit­teil­te, ste­he man in Kon­takt mit der AG Flücht­lings­hil­fe und den pri­va­ten Initia­ti­ven wie die Grup­pe um Mar­ga­ri­ta Lebed­ki­na und Rebek­ka Kämp­fe und wer­de Infor­ma­tio­nen zur neu­en EU- Richt­li­ni­en etc. wei­ter­lei­ten, ver­si­cher­te sie.

Kor­du­la Mer­tens riet zugleich drin­gend davon ab, in pri­va­ter Regie Men­schen aus der Ukrai­ne abzu­ho­len ohne dass ihnen hier eine gesi­cher­te Unter­kunft gebo­ten wer­den könne.

Bei den Zuwei­sun­gen von Asyl­su­chen­den aus ver­schie­de­nen Natio­nen habe Wer­ne die Auf­nah­me­quo­te von 100 Pro­zent erfüllt. Auch afgha­ni­sche Orts­kräf­te mit ins­ge­samt 17 Ange­hö­ri­gen sei­en auf­ge­nom­men worden.

Für den Haus­halts­ent­wurf 2022 gehe man von pau­scha­len Zuwen­dun­gen von Bund und Land für Geflüch­te­te in Höhe von 950.000 Euro aus, infor­mier­te Mer­tens den Aus­schuss. Soll­ten die Kos­ten für die Unter­brin­gung von Geflüch­te­ten stär­ker anstei­gen, als zur Zeit abseh­bar, wol­le man dies im Som­mer über den Nach­trags­haus­halt regeln, war man sich in dem Gre­mi­um einig.

Der Kreis Unna infor­miert zum The­ma unter http://www.bra.nrw.de/integration-migration

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