Mittwoch, Oktober 5, 2022

Strukturprozess des Bistums im Dekanat Werne diskutiert

Anzeige

Wer­ne (pbm/mek). Mit einem soge­nann­ten Struk­tur­pro­zess möch­te sich das Bis­tum Müns­ter für die Zukunft neu auf­stel­len. Zu Gesprä­chen über die­sen Pro­zess ver­sam­mel­ten sich die haupt­amt­li­chen Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger sowie Gre­mi­en­ver­tre­te­rin­nen und ‑ver­tre­ter aus den Pfar­rei­rä­ten und Kir­chen­vor­stän­den der vier Pfar­rei­en des Deka­nats Wer­ne im Pfarr­heim St. Johan­nes in Werne.

Die Ver­an­stal­tung ist Teil des lau­fen­den Pro­zes­ses zur Ent­wick­lung der pas­to­ra­len Struk­tu­ren und fin­den in allen Deka­na­ten statt. Der Pro­zess bin­det die Katho­li­kin­nen und Katho­li­ken vor Ort in Ent­schei­dun­gen ein. Des­halb sind die Gren­zen der soge­nann­ten pas­to­ra­len Räu­me, in denen künf­tig die Seel­sor­ge für meh­re­re Pfar­rei­en mit einem Pool an Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­gern umge­setzt wer­den soll, aus­drück­lich Vor­schlä­ge und kei­ne Vorgaben.

- Advertisement -

Vor­ge­stellt wur­den die Über­le­gun­gen von Weih­bi­schof Dr. Ste­fan Zekorn, Maria Bube­nit­schek, die in der Bis­tums­ver­wal­tung die Haupt­ab­tei­lung Seel­sor­ge lei­tet, und Pas­to­ral­re­fe­rent Mat­thi­as Schlet­tert. Sie bil­den das Regio­nal­team für die Regi­on Coes­feld-Müns­ter-Waren­dorf. Schlet­tert beton­te zu Beginn, dass es erklär­tes Ziel sei, auch künf­tig unter deut­lich ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen die Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums in der Flä­che zu ermög­li­chen. Es gehe nicht um neue Zusam­men­le­gun­gen von Pfar­rei­en. Statt­des­sen sol­len pas­to­ra­le Räu­me geschaf­fen wer­den, in denen sich die wei­ter­hin eigen­stän­di­gen Pfar­rei­en stär­ker ver­net­zen und zusammenarbeiten.

Basie­rend auf bis­he­ri­gen Rück­mel­dun­gen zum Struk­tur­pro­zess nann­te er die wei­te­ren zen­tra­len Fel­der des Pro­zes­ses: Lei­tungs­for­men, Frei­wil­li­gen­ma­nage­ment, das Ver­hält­nis Pfar­rei zu seel­sorg­li­chen Auf­ga­ben in Ein­rich­tun­gen sowie die Rol­len- und Auf­ga­ben­klä­rung. „Wir brau­chen künf­tig eine stär­ke­re Zusam­men­ar­beit der Pfar­rei­en und der Teams“, sag­te Weih­bi­schof Zekorn ange­sichts von sin­ken­den Zah­len der Katho­li­ken, des pas­to­ra­len Per­so­nals und der Kir­chen­steu­er­ein­nah­men. Es gehe jedoch nicht nur dar­um, einen Man­gel zu ver­wal­ten, „son­dern eine Pas­to­ral der Zukunft zu gestal­ten vor dem Hin­ter­grund des Man­gels“. Dass es bei den pas­to­ra­len Räu­men um Struk­tur­ver­än­de­run­gen gehe und weni­ger um das Fin­den eines pas­to­ra­len Iden­ti­fi­ka­ti­ons­rau­mes, mach­te Maria Bube­nit­schek deut­lich. „Was vor Ort in den Pfar­rei­en wei­ter­hin mög­lich sein wird, hängt maß­geb­lich von den Men­schen ab, die sich haupt- und ehren­amt­lich enga­gie­ren“, ermu­tig­te sie.

Für das Deka­nat Wer­ne hat­te das Bis­tum einen pas­to­ra­len Raum mit den Kir­chen­ge­mein­den in Selm, Lünen, Cap­pen­berg und Wer­ne vor­ge­schla­gen, also den Gemein­den, die dem Kreis Unna ange­hö­ren. Die Aus­füh­run­gen des Regio­nal­teams wur­den bei der Ver­an­stal­tung unter­schied­lich dis­ku­tiert. Ange­mahnt wur­de sowohl von Haupt- als auch von Ehren­amt­li­chen, die künf­ti­ge Seel­sor­ge auch inhalt­lich zu gestal­ten, statt den Blick zu sehr auf Struk­tu­ren zu rich­ten. Fra­gen nach dem grund­sätz­li­chen Zweck der neu­en Struk­tu­ren und Beden­ken, ob die Bedürf­nis­se der Men­schen vor Ort aus­rei­chend in den Blick genom­men wer­den, wur­den offen ausgesprochen. 

Eine Beson­der­heit sei die Stadt Lünen, die durch die Lip­pe getrennt sei. Der Fluss bil­de die Gren­ze zwi­schen dem Bis­tum Müns­ter und dem Erz­bis­tum Pader­born. „Die­se Gren­ze exis­tiert nicht in den Köp­fen der Men­schen. Es gibt eine gute Zusam­men­ar­beit mit den Gemein­den, auch über Kon­fes­sio­nen hin­weg“, sag­te Micha­el Mom­bau­er, Pfar­rer in St. Mari­en Lünen. Zudem gab es zu den Vor­schlä­gen des Bis­tums wei­te­re Anmer­kun­gen und Anlie­gen aus dem Dekanat.

Das Regio­nal­team bat dar­um, dass sich die Pfar­rei­en bis Ende Okto­ber mit ihren Stel­lung­nah­men zu dem vor­ge­schla­ge­nen pas­to­ra­len Raum zurück­mel­den. Die Vor­schlä­ge wür­den anschlie­ßend in der Pro­jekt­grup­pe bera­ten. Zum Abschluss dank­te Zekorn den Anwe­sen­den für ihre dif­fe­ren­zier­ten und viel­stim­mi­gen Aussagen.

Nähe­re Infor­ma­tio­nen, auch zu den vor­ge­schla­ge­nen pas­to­ra­len Räu­men, gibt es im Inter­net auf der Sei­te www.bistum-muenster.de/strukturprozess.

Anzeige

Weitere Artikel von Werne Plus

AFG-Team landet bei World Robot Olympiade in den Top 10

Werne. Das Team „Auf Geht’s“ der Lego-Roboter-AG des Anne-Frank-Gymnasiums aus Werne ist zum Deutschlandfinale der World Robot Olympiade (WRO) nach Chemnitz gefahren. Insgesamt haben über...

Vandalen zündeln in öffentlicher Toilette am Busbahnhof

Werne. "Wegen Vandalismus vorübergehend geschlossen", stand auf einem Schild an der erst vor einem halben Jahr eröffneten Toilette am Busbahnhof. Es habe gebrannt, bestätigte...

Neuer Sim-Jü-Song: Sänger Reneé Bieder dreht das „Kettenkarussell”

Werne. Er hat es wieder getan: Nach "Du bist das Größte was es gibt" bringt Reneé Bieder neun Jahre später erneut ein Sim-Jü-Lied heraus....

DM der Schulen: Heimische Mountainbiker lassen aufhorchen

Werne/Berlin. Bei den deutschen Schulsportmeisterschaften im Mountainbiken in Berlin erreichte das Gymnasium St. Christophorus hervorragende Ergebnisse. Ausrichter war der Bund Deutscher Radfahrer, der in ganz...