Samstag, November 26, 2022

Straßenbaum-Konzept in Werne: 165 Bäume für die Stadt

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Wer­ne. Von A wie Amber­baum bis Z wie Zerr-Eiche – in die­sem Herbst wer­den an Wer­nes Innen­stadt-Stra­ßen Bäu­me nach­ge­pflanzt bezie­hungs­wei­se neu gesetzt. 

Und weil es 165 Exem­pla­re sind, wer­den auch die ande­ren Buch­sta­ben des Alpha­bets mit den Namen der pflanz­li­chen Kli­ma­schüt­zer mun­ter durch­de­kli­niert: Blu­men-Esche, Fel­sen­bir­ne, Hima­la­ya-Bir­ke, Säu­len-Hain­bu­che und vie­le mehr fin­den sich auf der Lis­te, nach der die Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Gru­ne­wald im Auf­trag der Stadt lee­re Baum­schei­ben oder zusätz­li­che Stand­or­te mit neu­en Stra­ßen­bäu­men bestücken.

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Im Dezem­ber 2020 hat­te der Aus­schuss für Umwelt, Mobi­li­tät und Kli­ma­schutz per Beschluss die Schaf­fung eines Stra­ßen­baum­kon­zep­tes und die Nach­pflan­zun­gen von Bäu­men, die aus ver­schie­de­nen Grün­den abgän­gig waren, ange­sto­ßen. In der Sit­zung des Gre­mi­ums am Mitt­woch, 23. Novem­ber 2022, stell­te Chris­ti­an Neu­ge­bau­er (Abtei­lung Stra­ßen und Ver­kehr) den Ent­wurf des Stra­ßen­baum­kon­zepts 2030 der Poli­tik vor.

Stra­ßen­bäu­me für das Stadtklima

Zu den Aus­wir­kun­gen der Baum­pflan­zun­gen auf den Kli­ma­schutz heißt es in der Ver­wal­tungs­vor­la­ge: „Stra­ßen­bäu­me beein­flus­sen die Stadt­na­tur, das Stadt­kli­ma und das Stadt­bild und wir­ken sich dadurch posi­tiv auf das Leben der Bewoh­ner wie auch auf die Tier- und Pflan­zen­welt aus. Stra­ßen­bäu­me för­dern Gesund­heit und Wohl­be­fin­den und haben einen posi­ti­ven Ein­fluss auf die Luftqualität.“

Fer­ner sei­en sie geeig­net, die Schad­stoff­be­las­tung der Luft durch Adsorp­ti­on von Gasen und Aero­so­len über die Blät­ter zu min­dern und könn­ten so dazu bei­tra­gen, vor allem inner­städ­tisch, Stick­stoff­di­oxid und Fein­staub­kon­zen­tra­ti­on zu senken.

Bei ins­ge­samt rund 12.000 Bäu­men im Stadt­raum, wie die Poli­ti­ker zu ihrer Ver­blüf­fung hör­ten, rech­net man bei einem durch­schnitt­lich ein­pro­zen­ti­gen Ver­lust also mit 120 Bäu­men, die ersetzt jähr­lich wer­den müssen.

Auch im Stem­men­kamp wur­den neue Bäu­me gepflanzt. Foto: Wagner

Kon­zept ist Leit­fa­den und Entscheidungshilfe

Das Kon­zept zur Erwei­te­rung und ste­ti­gen Erneue­rung des Bestan­des liegt zunächst im Ent­wurf vor und befasst sich etwa mit der Bedeu­tung von Stra­ßen­bäu­men für das Kli­ma, ihren städ­te­bau­li­chen und ver­kehrs­tech­ni­schen Funk­tio­nen auf die Stra­ßen­ge­stal­tung und vie­lem mehr.

Fer­ner zäh­len Aspek­te wie eine Bestands­ana­ly­se, die Aus­wahl geeig­ne­ter Baum­ar­ten, die Sanie­rung von Baum­schei­ben, tech­ni­sche Boden­vor­be­rei­tung oder der Ent­wick­lungs­pfle­ge unter ande­rem auch Doku­men­ta­tio­nen und Schu­lun­gen dazu. Auch die Öffent­lich­keits­ar­beit rund um Baum­pa­ten­schaf­ten, Bürgerwald/Bürgerallee bis hin zu Infor­ma­tio­nen für Schul- und Kin­der­gar­ten­kin­der fin­det sich im Kon­zept wieder.

„Da waren es nur noch 10“, sieht unse­re Lese­rin Han­na Lin­ne­mann an der Stra­ße „An den 12 Bäu­men“ noch wei­te­ren Nach­pflanz­be­darf und hofft, dass statt des einen, bereits mar­kier­ten Stand­orts, ein zwei­ter hin­zu­kommt. „Nicht nur für die Umwelt – die Ecke hat auch eine his­to­ri­sche Bedeu­tung für Wer­ne.“ Foto: privat

124.000 Euro für 165 neue Bäume

Die Kos­ten für die Maß­nah­me sind kein Pap­pen­stiel und lie­gen inklu­si­ve einer zwei­jäh­ri­gen Ent­wick­lungs­pfle­ge bei rund 124.500 Euro. Der Anteil der Ent­wick­lungs­pfle­ge liegt dem­nach bei 33.000 Euro. Pro neu gepflanz­tem Baum wer­den ein­schließ­lich der Pfle­ge­ar­bei­ten rund 1.000 Euro fäl­lig, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Für rund 60 Nach­pflan­zun­gen müs­sen an den Stand­or­ten zunächst Boden­ver­bes­se­run­gen durch­ge­führt wer­den. Damit wer­de im Früh­jahr begon­nen, die Pflan­zung erfol­ge dann im Herbst 2023, so Neu­ge­bau­er. Zwi­schen den Arbei­ten wer­de für eine Begrü­nung der Stand­or­te gesorgt. Ein Pfahl als Platz­hal­ter soll die jewei­li­ge Neu­pflan­zung schon mal anzei­gen. Der Mehr­auf­wand wirkt sich in die­sen Fäl­len auf die Kos­ten aus. Hier kal­ku­liert man mit 4.100 Euro pro Baum.

„Sehr schlüs­sig“, lob­te Jür­gen Rege­ner (CDU) das fach­lich auf­wen­di­ge Kon­zept. „Was lan­ge währt, wird end­lich gut“, schloss sich Ulrich Hölt­mann (SPD) an und fand: „Gut inves­tier­tes Geld.“

Alle Anla­gen zum Ent­wurf des Stra­ßen­baum­kon­zept fin­den sich im Bür­ger­infor­ma­ti­ons­sys­tem der Stadt Wer­ne, eine Lis­te der Stra­ßen mit den Neu­pflan­zun­gen inklusive:

https://buergerinfo.werne.de/sessionnet/buergerinfo/info.asp

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