Sonntag, Dezember 4, 2022

Sichtung eines Wolfs (mit Video) in Stockum: Momentaufnahme?

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Wer­ne. In sozia­len Netz­wer­ken ging ein Foto der Wolfs­sich­tung, auf dem man das Gerstein­werk im Hin­ter­grund sieht viral. Das es sich wirk­lich um einen Wolf und nicht um einen Hund han­delt, zei­gen vie­le ver­schie­de­ne Fotos, die Hege­rings­lei­ter Mat­thi­as Möl­len­hof von ver­schie­de­nen Quel­len zuge­schickt bekom­men hat.

„Ja, es sieht so aus, als ob es wirk­lich ein Wolf ist. Die Men­schen müs­sen aber kei­ne Angst vor dem Tier haben. Die­ses ist wahr­schein­lich auf der Durch­rei­se. Hier in die­ser Regi­on ist es zu dicht besie­delt. Ich den­ke nicht, dass er hier das pas­sen­de Revier fin­det“, erklär­te Möllenhoff.

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Der Hege­rings­lei­ter mut­maßt, dass das Tier schon etwas län­ger unter­wegs ist. „Wöl­fe kön­nen ohne Pro­ble­me 50 Kilo­me­ter am Tag zurück­le­gen. Ich den­ke, dass der Wolf jetzt Rich­tung Wer­ne, Horst und even­tu­ell Rich­tung Her­bern unter­wegs ist. Der Her­ber­ner Hege­rings­meis­ter und Rent­meis­ter Ste­fan Grü­nert von der Merfedt´schen Ver­wal­tung wur­de eben­falls über die Wolfs­sich­tung in Wer­ne infor­miert. „Das Tier kommt in ein dicht besie­del­tes Gebiet. Der läuft von Pon­ti­us bis nach Pila­tus. Wenn er Glück hat, fin­det er einen Platz an dem er sich aus­ru­hen kann. Wenn er Pech hat, wird er über­fah­ren“, sag­te Grünert.

Ein ech­ter Exper­te ist Her­mann Gru­be aus Asche­berg. Er ist Wolf­be­auf­trag­ter des Lan­des NRW. „Über Whats­App-Grup­pen der Jäger­schaft wur­den am Diens­tag ganz vie­le Fotos wie auch ein Video vom Wolf über­mit­telt. Neben Sich­tun­gen in Sto­ckum gab es auch wel­che in Mersch/Drensteinfurt. Man muss jetzt abwar­ten und gucken, ob es wirk­lich nur eine Moment­auf­nah­me ist oder ob er jetzt öfters gese­hen wird und sich hier sein Revier sucht.“

Die­ses Video zeigt den Wolf in Horst. Es liegt dem Exper­ten Her­mann Gru­be vor. 

Gru­be rief die Tier­hal­ter im Bereich Wer­ne, Sto­ckum und Her­bern auf jeden Fall auf, mög­li­che Beu­te­tie­re mit Ein­bruch der Dun­kel­heit nach Mög­lich­keit sicher unter­zu­brin­gen, damit nichts pas­siert. „Zu die­ser Jah­res­zeit wan­dern Wöl­fe oft wei­te Stre­cken. Es kann auch gut sein, dass es bei der einen Sich­tung bleibt und der Wolf mor­gen schon ganz woan­ders ist. Den­noch ist Vor­sor­ge in dem Fall bes­ser als Nach­sor­ge“, so Grube.

Her­mann Gru­be ist Wolf­be­auf­trag­ter des Lan­des NRW. Foto: Privat

In den ver­gan­ge­nen Tagen sei­en Hin­wei­se von Wolfs­sich­tun­gen aus ganz NRW ein­ge­gan­gen, sagt Bir­git Kai­ser de Gar­cia, Spre­che­rin des Lan­des­am­tes für Natur, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz NRW. Nach LANUV-Anga­ben ver­las­sen Wöl­fe bis zum Ende des zwei­ten Lebens­jah­res das elter­li­che Rudel und wan­dern dann weit umher, zum Teil meh­re­re hun­dert Kilo­me­ter weit. Dabei beweg­ten sie sich in für sie unbe­kann­tem Gelände. 

Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en mit Wöl­fen, die mit einem Sen­der aus­ge­stat­tet wor­den waren, hät­ten erge­ben, dass sol­che Jung­wöl­fe etwa über Grün­gür­tel in dicht besie­del­te inner­städ­ti­sche Gebie­te gelan­gen könn­ten. Sie ver­such­ten dann aber immer, die Stadt oder das Dorf schnell wie­der zu ver­las­sen. Dass sich Wöl­fe dau­er­haft in sol­chen Gebie­ten ansie­deln, sei nicht zu erwarten. 

„Die Fotos der Wolfs­sich­tun­gen im Wer­ner Bereich lie­gen dem Lan­des­amt vor und wer­den zeit­nah geprüft und – wenn dem so ist – offi­zi­ell bestä­tigt. Das kann unter Umstän­den aller­dings ein paar Wochen dau­ern“, sag­te Kai­ser de Garcia.

Zur Erin­ne­rung: Nur weni­ge Kilo­me­ter ent­fernt vom Denk­mal des „Letz­ten Wolfs von West­fa­len“ in Her­bern war im April des ver­gan­ge­nen Jah­res erst­mals ein Wolf auf Wer­ner Gebiet in eine Foto­fal­le getappt.

Bei wei­te­ren Fra­gen rund um die­ses The­ma steht Her­mann Gru­be unter Tel. 0172–5412881 zur Verfügung. 

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