Samstag, Januar 28, 2023

Schützenverein Lütkeheide trauert um „Friedel” Steinweg

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Wer­ne. Der Schüt­zen­ver­ein Lüt­ke­he­i­de trau­ert um Frie­do­lin Stein­weg. Auch in der Kol­pings­fa­mi­lie Wer­ne war der Ver­stor­be­ne aktiv.

Frie­do­lin Stein­weg, der all­ge­mein nur mit der Kurz­form sei­nes Vor­na­mens „Frie­del“ bekannt war, wur­de am 26. Janu­ar 1930 in Wer­ne gebo­ren. 1953 ließ er sich in der Lüt­ke­he­i­de nie­der, wie die Inschrift auf einem Bal­ken am Gie­bel sei­nes Hau­ses im Stem­men­kamp bezeugt. In einem Flach­dach­an­bau betrieb er meh­re­re Jahr­zehn­te erfolg­reich ein Architekturbüro.

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Am 19. Mai 1954 hei­ra­te­te er sei­ne Frau Ria (Maria) geb. Weh­ling (1930 – 2020), mit der er bis zu ihrem Tod 66 Jah­re glück­lich zusam­men leb­te. Im Jah­re 1960 trat der dann sowohl in den Schüt­zen­ver­ein Lüt­ke­he­i­de als auch in den Bür­ger­schüt­zen­ver­ein Wer­ne ein.

Schon bald begann dann sei­ne „Kar­rie­re“ bei den Lüt­ke­he­i­de­schüt­zen, als er auf der Gene­ral­ver­samm­lung am 18. Janu­ar 1964 zum Bei­sit­zer im Vor­stand gewählt wur­de. 1966 folg­te dann der ers­te Höhe­punkt wäh­rend sei­ner 62jährigen Mit­glied­schaft. Beim Schüt­zen­fest konn­te der den ent­schei­den­den Schuss set­zen und wur­de Schüt­zen­kö­nig. Zusam­men mit sei­ner Köni­gin Traud­chen Szpak regier­te er den Ver­ein bis zum 20-jäh­ri­gen Ver­eins­ju­bi­lä­um im Jah­re 1968.

Noch wäh­rend sei­ner Regent­schaft folg­te der nächs­te Schritt, als er am 11. Febru­ar 1967 zwei­ter Vor­sit­zen­der wur­de. Der lang­jäh­ri­ge Vor­sit­zen­de Johann Szpak (1949 – 1969) hat­te sich den damals 37-jäh­ri­gen Frie­del sicher­lich auch mit der Per­spek­ti­ve der Nach­fol­ge als Stell­ver­tre­ter geholt. Und so geschah es auch. Auf der Gene­ral­ver­samm­lung am 22. Febru­ar 1969 wur­de Frie­del Stein­weg Nach­fol­ger von Szpak, der aus gesund­heit­li­chen Grün­den sein Amt abgab und zum Ehren­vor­sit­zen­den ernannt wurde.

Jubil­äreh­run­gen 2018 (vor­ne von links): Ewald Zin­ke, Ilse Zin­ke geb. Har­hoff, Ria Stein­weg geb. Weh­ling, Ehren­vor­sit­zen­der Frie­del Stein­weg, Vor­sit­zen­der Mar­kus Klen­ner; (hin­te­re Rei­he): Cars­ten und Solv­eig Gre­we. Foto: Archiv Schützenverein

Was in den anschlie­ßen­den 24 Jah­ren als Ver­eins­vor­sit­zen­der unter sei­ner Regie folg­te, lässt sich sicher­lich als die „Gol­de­nen Jah­re“ des Schüt­zen­ver­eins Lüt­ke­he­i­de bezeich­nen. Die­ses lag nicht nur an der weit­sich­ti­gen Füh­rung des Ver­eins durch Frie­del Stein­weg, der immer wie­der neue Impul­se zu set­zen wuss­te, son­dern auch an einem Vor­stand und Offi­ziers­korps um ihn her­um, wel­ches über vie­le Jah­re und Jahr­zehn­te sta­bil blieb und somit für Kon­ti­nui­tät sorg­te. Gene­ral­oberst Theo Schulz (1955 – 1987), Oberst Alo­is Schrö­der (1963 – 1983), Oberst­leut­nant Frie­del Berg­man (1960 – 1997), Major Gerd Sar­em­ba (1970 – 1992), Theo Stein­weg (1969 – 1975), Man­fred Tem­mann (1975 – 1984) und Gott­fried Mai­kranz (1984 – 1993) als 2. Vor­sit­zen­de, Geschäfts­füh­rer Alfred Bro­cke (1956 – 1989), die Kas­sie­rer Ewald Zin­ke (1964 – 1985) und Bern­hard Feldk­em­per (1985 – 1993) waren alles Schüt­zen­brü­der, die lang­jäh­rig mit ihm zusam­men gear­bei­tet haben.

Zu den vie­len Höhe­punk­ten wäh­rend sei­ner Amts­zeit gehör­ten u. a.: Anschaf­fung eines gemein­sa­men Kugel­fangs mit dem Schüt­zen­ver­ein St. Huber­tus Holt­hau­sen-Schmin­trup (1971), Regent­schaft sei­ner Frau Ria Stein­weg als Schüt­zen­kö­ni­gin an der Sei­te des Schüt­zen­kö­nigs und Gene­ral­oberst Theo Schulz 1972 – 1974, 25jähriges Ver­eins­ju­bi­lä­um 1973, Anschaf­fung der Gulasch­ka­no­ne Schmau­si 1973, Ein­tra­gung ins Ver­eins­re­gis­ter 1974, Grün­dung der Schüt­zen­gil­de Wer­ne 1975, Grün­dung der Ehren­kom­pa­nie sowie Anschaf­fung der Böl­ler­ka­no­ne „Hei­de­schreck“ und Grün­dung der Kano­nie­re 1978, Fah­nen­wei­he 1978, Ein­füh­rung des Früh­schop­pens beim Schüt­zen­fest 1982, Anmie­tung des Fest­plat­zes am Bahn­hof 1983, Bau eine Bild­stocks zum 40jährigen Ver­eins­ju­bi­lä­um 1988, Auf­stel­lung von Ruhe­bän­ken in der Lüt­ke­he­i­de 1989/1991

Die­se erfolg­rei­che Ära des Schüt­zen­ver­eins Lüt­ke­he­i­de wird auf immer und ewig mit der Per­son von Frie­del Stein­weg ver­bun­den blei­ben und wäre ohne ihn nicht denk­bar gewe­sen, schreibt Mar­kus Klen­ner, aktu­ell Vor­sit­zen­der der Lüt­ke­he­i­der Schüt­zen, in sei­nem Nachruf.

Am 14. August 1993 ende­te dann die Amts­zeit von Frie­del Stein­weg durch sei­nen Rück­tritt. Gott­fried Mai­kranz wur­de zu sei­nem Nach­fol­ger gewählt. Zu die­sem Zeit­punkt hat­te der Schüt­zen­ver­ein 194 Mit­glie­der. Ein Mit­glie­der­zu­wachs von 76 Pro­zent inner­halb sei­ner Amts­zeit stand somit zur Buche.

Fol­ge­rich­tig wur­de Frie­del Stein­weg zum Ehren­vor­sit­zen­den ernannt. Aber auch nach Ende sei­ner Amts­zeit stand Frie­del dem nach­fol­gen­den Vor­stand immer mit Rat und Tat zur Seite. 

Auch außer­halb des Schüt­zen­ver­eins Lüt­ke­he­i­de war Frie­del Stein­weg ehren­amt­lich unter­wegs. Im Bür­ger­schüt­zen­ver­ein war er als Mit­glied in der Kom­pa­nie Ober­land über vie­le Jah­re ein Spen­der, der dar­über nie gro­ßes Auf­se­hen machte. 

Obwohl sei­ne Frau und er sel­ber kin­der­los waren, enga­gier­te sich Stein­weg mit ande­ren Unter­stüt­zern sehr für den Bau des Kin­der­gar­tens in der Lüt­ke­he­i­de, der im Jah­re 1976 nach den Som­mer­fe­ri­en eröff­net wur­de. Bei der Gestal­tung der Außen­an­la­gen im Früh­jahr 1976 hat­ten sei­ne Lüt­ke­he­i­de­schüt­zen natür­lich tat­kräf­tig mitgeholfen.

„Frie­del Stein­weg war immer ein Vor­bild in Sachen Ehren­amt. Die Sache war ihm immer wich­ti­ger als sei­ne eige­ne Per­son. Daher konn­te er nach sei­nem Rück­tritt auch immer dar­auf set­zen, dass nach­fol­gen­de Vor­stän­de ’sei­nen’ Schüt­zen­ver­ein in sei­nem Sin­ne wei­ter­füh­ren wür­den”, so Mar­kus Klen­ner weiter.

Der Schüt­zen­ver­ein Lüt­ke­he­i­de und der Bür­ger­schüt­zen­ver­ein Wer­ne sind ihrem Schüt­zen­bru­der Frie­del Stein­weg für sein Enga­ge­ment in 62-jäh­ri­ger Mit­glied­schaft zu tiefst dank­bar. Sie ver­lie­ren mit ihm nicht nur einen belieb­ten Schüt­zen­bru­der, son­dern auch einen guten Freund und wer­den ihm stets ein ehren­des Andenken bewahren.

Der Schüt­zen­ver­ein Lüt­ke­he­i­de ruft sei­ne Mit­glie­der zur zahl­rei­chen Teil­nah­me an der Trau­er­fei­er zur Beer­di­gung ihres Ehren­vor­sit­zen­den auf. Die Schüt­zen tref­fen sich hier­zu in kom­plet­ter Uni­form am Mon­tag, 5. Dezem­ber, inklu­si­ve Fah­nen­ab­ord­nung in der Pfarr­kir­che St. Chris­to­pho­rus. Dort begin­nen die Trau­er­fei­er­lich­kei­ten mit einem See­len­amt um 10 Uhr. Anschlie­ßend erfolgt die Urnen­bei­set­zung von der Fried­hofs­ka­pel­le am Süd­ring aus.

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