Samstag, Januar 28, 2023

Route der Weihnachts-Trecker durch Werne steht fest

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Wer­ne. Am Sonn­tag, 18. Dezem­ber, rol­len ab 17 Uhr wie­der zwi­schen 50 und 60 fest­lich illu­mi­nier­te, land­wirt­schaft­li­che Fahr­zeu­ge durch Wer­ne und Umge­bung. Das ver­spricht für klei­ne und gro­ße Zuschau­er am Stra­ßen­rand ein far­ben­fro­hes Spek­ta­kel. Der Hin­ter­grund ist dage­gen wenig fest­lich, geht es doch ein­mal mehr um die Zukunft der Landwirtschaft.

Im drit­ten Jahr hin­ter­ein­an­der ist kein Ende der Kri­sen­zei­ten in Sicht. Coro­na, Infla­ti­on, Krieg und Ener­gie­knapp­heit beschäf­ti­gen vie­le Men­schen. So ist es kei­ne Über­ra­schung, dass unter dem Mot­to „Ein Fun­ken Hoff­nung“ die beleuch­te­ten Land­ma­schi­nen wie­der ihre Licht­er­fahr­ten in der Regi­on veranstalteten.

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Nicht neu sind auch die Pro­ble­me, die die Land­wir­te mit dem bun­ten Pro­test­zug anpran­gern. Adres­sat ist die Poli­tik, die die Bau­ern mit immer höhe­ren Auf­la­gen, Kon­trol­len und Ein­schrän­kun­gen unter Druck set­ze, ist dem dies­jäh­ri­gen Moti­va­ti­ons­schrei­ben zu ent­neh­men. „2030 schon wird sich die Men­ge der land­wirt­schaft­lich erzeug­ten Pro­duk­te in Deutsch­land hal­biert haben, wenn die geplan­ten Ver­schär­fun­gen auf euro­päi­scher und natio­na­ler Ebe­ne umge­setzt wer­den“, heißt es darin. 

Die Land­wir­te befürch­ten, dass wich­ti­ge Lebens­mit­tel zukünf­tig aus Regio­nen der Welt kom­men, in denen es teils gar kei­ne Bestim­mun­gen oder Kon­trol­len für die Anwen­dung von Pflan­zen­schutz­mit­teln und Dün­ger gebe. Die grö­ße­re Abhän­gig­keit vom Aus­land hat nach Ansicht der Land­wir­te Hun­ger in den Regio­nen zur Fol­ge, die ihre land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­te dann expor­tie­ren. Das füh­re zu wei­ter stei­gen­den Lebens­mit­tel­prei­sen und zu einer grö­ße­ren Belas­tung der Umwelt – durch die lan­gen Transportwege.

Rund 23 Kilo­me­ter legen die geschmück­ten Land­ma­schi­nen am Sonn­tag zurück. Foto: Volkmer

„Die hei­mi­sche Land­wirt­schaft hat für die Bevöl­ke­rung eine hohe Bedeu­tung. Wir haben aber gro­ße Befürch­tun­gen, dass unse­re Arbeit immer mehr zu Tode regle­men­tiert wird. Das wol­len wir mit der Fahrt zum Aus­druck brin­gen“, sagt Land­wirt Fer­di­nand Schul­ze Fro­ning, Haupt­or­ga­ni­sa­tor der Treckertour.

Die Land­wir­te sind froh, dass auf­grund der weg­ge­fal­le­nen Pan­de­mie-Beschrän­kun­gen die Stre­cke im Gegen­satz zu den Vor­jah­ren bereits vor­ab bekannt gemacht wer­den kann. „Das waren Auf­la­gen der Behör­den, weil es Befürch­tun­gen gab, dass sich an bestimm­ten Orten dann zu vie­le Leu­te tref­fen, um gemein­sam zuzu­gu­cken“, erin­nert der Land­wirt aus Werne.

Knapp 23 Kilo­me­ter durch Sto­ckum und Werne

Die dies­jäh­ri­ge Rou­te star­tet um 17 Uhr am Ost­holt­weg in Sto­ckum. Wei­ter rollt der Zug dann über die Müh­len­stra­ße, Wer­ner Stra­ße und Sto­cku­mer Stra­ße, die nach rund 25 Minu­ten erreicht sein wird. Über den Ost­ring, Gro­te-Dahl-Weg und Hors­ter Stra­ße geht es zum Holt­kamp, der um kurz vor 18 Uhr befah­ren wer­den soll. Becking­s­hof, Hors­ter Stra­ße und Goer­de­ler­stra­ße sind die nächs­ten Zie­le, bevor die Tre­cker gegen 18.15 Uhr an der Frei­herr-vom-Stein-Stra­ße erwar­tet wer­den dürfen. 

Über die Lip­pe­stra­ße geht es gegen 18.25 Uhr zum Markt, hier kön­nen dann die Besu­cher des Weih­nachts­mark­tes einen Blick auf die weih­nacht­lich geschmück­ten Land­ma­schi­nen wer­fen. Über Lüne­ner Stra­ße, Ber­li­ner Stra­ße, und Jahn­stra­ße geht es ca. um 18.45 Uhr auf der Cap­pen­ber­ger Stra­ße weiter. 

Es fol­gen Wagen­feld­stra­ße, Baa­ken und die Sel­mer Land­stra­ße, die der Pro­gno­se nach um 19 Uhr erreicht wird. Ovel­gön­ne, Bahn­hof­stra­ße, Fürs­ten­hof, Beck­lo­hof und Pen­nin­gro­de lie­gen eben­falls auf der Rou­te. Um 19.30 Uhr tuckern die Tre­cker der Pla­nung nach über Capel­ler Stra­ße und Stem­men­kamp. Auf der Ziel­ge­ra­den fol­gen dann noch Lüt­ke­he­i­de, wie­der ein Stück der Capel­ler Stra­ße, bis um kurz vor 20 Uhr das Ziel im Fro­ning­holz erreicht sein soll.

Die Land­wir­te wei­sen dar­auf hin, dass es sich bei den ange­ge­be­nen Zei­ten um Schätz­zei­ten han­delt und sich die Ankunft des Zuges um 20 Minu­ten nach vorn oder hin­ten ver­schie­ben kann.

Eine genaue Rou­te gibt es auch unter: www.landwirtschaft-live.net/werne

„Es ist ein gutes Gefühl, wenn die Leu­te sich freu­en, wenn sie Tre­cker auf der Stra­ße sehen. Oft ist es sonst eher so, dass Tre­cker im Stra­ßen­ver­kehr als lang­sam und hin­der­lich emp­fun­den wer­den. Es ist auch für uns schön, wenn das mal kom­plett anders rüber­kommt“, so Land­wirt Frank Pohl­mann vor dem Start am Sonntag.

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