Dienstag, November 29, 2022

Naturwanderung mit Dr. Götz Loos

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Wer­ne. Trotz hef­ti­ger Regen­fäl­le begrüß­te Wer­ner Thie­mann im Namen der Bür­ger­initia­ti­ve Indus­trie­ge­biet Nord­lip­pe­stra­ße (BIN) am Sonn­tag­nach­mit­tag am Stie­gen­kamp zehn Teil­neh­mer zur drit­ten Natur­wan­de­rung mit Dr. Götz Loos. 

Aus­ge­rüs­tet mit Regen­schirm nahm er nach ein­füh­ren­den Wor­ten kri­tisch Stel­lung zu dem Gebiet, wel­ches wesent­lich durch Acker­bau und kon­ven­tio­nel­le Land­wirt­schaft geprägt sei, berich­tet Gaby Peis­ker für die BIN von der Veranstaltung.

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Loos lenk­te die Auf­merk­sam­keit auf die Acker­säu­me, die eben­so wie Wie­sen, Wei­den, Straßen‑, Gehölz- und Bach­rän­der als Grün­land ein­zu­stu­fen sei­en. Zwei­fel­los hät­ten sich die­se Bio­to­pe durch direk­te Dün­gung, Stick­stoff­ein­trä­ge und Immis­sio­nen aus der Luft im Lau­fe des fast drei­ßig­jäh­ri­gen Beob­ach­tungs­zeit­rau­mes ungüns­tig ent­wi­ckelt. Den­noch sei­en es Ele­men­te der Müns­ter­län­der Park­land­schaft und als sol­ches ein wich­ti­ges kul­tu­rel­les Schutzgut.

Auf der gemein­sa­men Beob­ach­tungs­tour wur­den unter ande­rem der Rot­mi­lan und die Rohr­wei­he, die unter Natur­schutz steht, gesich­tet. Kri­ti­sche Wor­te fand der Exper­te auch zu den dor­ti­gen Blüh­strei­fen, weil sie zu wenig ein­hei­mi­sche Arten aufwiesen.

Zin­ni­en und Cos­mea sei­en schön anzu­se­hen als Gar­ten­pflan­zen, aber kaum als Nah­rungs­pflan­zen für Wild­bie­nen geeig­net und außer­dem ein­jäh­rig. Ein­hei­mi­sche Blü­ten­pflan­zen wie Glo­cken­blu­men, Wie­sen­flo­cken­blu­men, Horn­klee oder auch der Nat­tern­kopf sei­en hin­ge­gen die Nah­rungs­pflan­zen der Wildbienen.

Dr. Loos erin­ner­te an die Flur­be­rei­ni­gun­gen der 60er Jah­re, wel­che zu einer aus­ge­räum­ten Land­schaft geführt hät­ten. Das sei gut für die indus­tria­li­sier­te Land­wirt­schaft, aber schlecht für den Bio­top­typ Hecke, schil­der­te er die wich­ti­gen Funk­tio­nen der Flur­he­cken als Wind­fang oder auch als Rück­zugs­raum unglaub­lich vie­ler Pflan­zen und Klein­tie­re. Im Herbst­kleid böten die Hecken ein Anlauf­ziel für vie­len Tier­ar­ten wie Insek­ten, Spin­nen und Klein­säu­gern. Beson­ders ange­tan war die Grup­pe von den Stieg­lit­zen oder Distelfinken.

Der Natur­füh­rer rei­cher­te mit sei­ner Exper­ti­se die Wan­de­rung mit vie­len Infor­ma­tio­nen für die Teil­neh­mer an und wird auch eine Win­ter-Exkur­si­on anbieten.

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