Freitag, Januar 27, 2023

Klima-Check für Neubaugebiet Bellingholz-Süd in Werne

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Wer­ne. Kli­ma-Ana­ly­se für das geplan­te neue Bau­ge­biet Bel­ling­holz-Süd: Nörd­lich der Lüne­ner Stra­ße soll bekannt­lich ein Sied­lungs­ge­biet mit cir­ka 165 Wohn­ein­hei­ten entstehen.

Wie Dezer­nent Ralf Bül­te auf Nach­fra­ge im Aus­schuss für Stadt­ent­wick­lung, Pla­nung und Wirt­schafts­för­de­rung zur Zeit­pla­nung am Diens­tag, 29. Novem­ber 2022, ein­schätz­te, ste­he der Bau­be­ginn wohl Anfang 2024 an. Zuvor gehe es im 1. Quar­tal 2023 mit den nächs­ten Schrit­ten des Bebau­ungs­plan­ver­fah­rens weiter.

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Zum ers­ten Mal wur­de für ein Neu­bau­ge­biet auch eine Ana­ly­se der kli­ma­ti­schen Aus­wir­kun­gen in die Pla­nun­gen mit ein­be­zo­gen. Dr. Moni­ka Stein­rü­cke vom Büro K‑Plan hat­te bereits vor einem Jahr eine aus­sa­ge­kräf­ti­ge Kli­ma­ana­ly­se für das gesam­te Wer­ner Stadt­ge­biet erstellt und nahm sich nun das Teil­ge­biet am süd­li­chen Stadt­rand vor. Dazu unter­such­te sie zunächst den Ist-Zustand der Flä­che und deren Funk­ti­on für die angren­zen­de Bebau­ung bezie­hungs­wei­se dar­an anschlie­ßen­de Stra­ßen­zü­ge. „Ich freue mich, dass das Kli­ma in ein Bau­vor­ha­ben inte­griert wird“, beton­te sie.

So wur­de bewer­tet, wie sich das städ­te­bau­li­che Kon­zept des Neu­bau­ge­bie­tes auf den Ist-Zustand aus­wir­ken wird. In der Bewer­tung spiel­ten Aspek­te wie die zukünf­ti­ge Belüf­tung oder mög­li­che Hit­ze-Inseln eine Rol­le. Eine detail­lier­te Kalt­luft­si­mu­la­ti­on im Umfeld von Bel­ling­holz-Süd sowie eine  klein­räu­mi­ge für das Quar­tier geben nun Auf­schluss. Die Erkennt­nis­se mün­de­ten in Vor­schlä­ge der Exper­tin, wie man den Bebau­ungs­plan in Sachen Kli­ma­schutz und Kli­ma­an­pas­sung fit machen könne.

Laut Simu­la­ti­on fin­det dem­nach die Kalt­luft aus Süd-West nachts ihren Weg in die Bebau­ung und küh­le die Mit­te. Dort ende der Kühl­ef­fekt, so Dr. Stein­rü­cke. Nach dem Neu­bau wür­de die Luft­strö­mung durch die Gebäu­de kana­li­siert, Kalt­luft rei­che dann nicht mehr ganz so weit in die Bebau­ung hin­ein. Es wer­de etwa ein Stra­ßen­zug weni­ger erreicht, für wei­te­re Berei­che ergä­ben sich aber kaum Unter­schie­de. Dank der offe­nen Struk­tur des Kon­zepts gelan­ge viel Luft in das Quar­tier und die Wind­ge­schwin­dig­keit neh­me nur mini­mal ab, lau­te­te die posi­ti­ve Beur­tei­lung durch die Expertin.

Kli­ma­an­pas­sun­gen auf Quar­tiers­ebe­ne lie­ßen sich etwa durch inner­städ­ti­sche Park­an­la­gen, Begrü­nungs- und Ent­sie­ge­lungs­maß­nah­men, Schaf­fung von klei­ne­ren offe­nen Was­ser­flä­chen und die Ver­schat­tung von Plät­zen erzie­len. Auf Gebäu­de­ebe­ne kön­ne man beim Neu­bau mit der Aus­rich­tung und Haus­wand-Ver­schat­tung Ein­fluss neh­men, eben­so wie mit Wär­me­däm­mung und geeig­ne­ten Baumaterialien.

Dem Auf­hei­zen von Bau­kör­pern kön­ne man mit Dach- und Fas­sa­den­be­grü­nun­gen und bei­spiels­wei­se einer hel­len Stra­ßen­pflas­te­rung begeg­nen, um in län­ge­ren Hit­ze­pha­sen Tem­pe­ra­tur sen­ken­de Effek­te zu erzie­len, hieß es. Bei einer 48-Stun­den-Hit­ze­wel­le sor­gen dem­nach begrün­te Fas­sa­den und Dächer für anstei­gen­de Küh­lungs­ef­fek­te. Nach drei Tagen errei­che man so eine um 7 Grad Cel­si­us gerin­ge­re Temperatur.

Bei Ver­kehrs­we­gen kön­ne man durch den Ver­zicht auf dunk­len Asphalt gegen­steu­ern, in dem man hel­les Pflas­ter ver­wen­de, riet Dr. Steinrücke.

Im Aus­schuss stie­ßen die Erkennt­nis­se auf posi­ti­ve Reso­nanz und gro­ßes Interesse.

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